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    Eßlingen: Freie wollen 16 Cent mehr pro Zeile

    Eßlingen: Freie wollen 16 Cent mehr pro Zeile

    SWMH drückt Honorare und will offenbar streikende freie Journalistinnen und Journalisten rausdrängen

    "Freie Mitarbeiter für die Lokalredaktion der Eßlinger Zeitung gesucht". Eigentlich eine ganz alltägliche Zeitungsanzeige - allerdings mit einem ungewöhnlichen Zeitpunkt. Denn die Annonce rückte die Leitung der Eßlinger Zeitung just zu dem Zeitpunkt ins Blatt, an dem die freien Journalisten der zum SWMH-Konzern gehörenden Lokalzeitung im Solidaritätsstreik mit den fest angestellten Redakteuren waren. Das Signal des Unternehmens ist eindeutig: "Freie" die zu streiken wagen, werden mit Auftragsentzug und damit Einkommensverlust bedroht.

    „Wir sind überzeugt, dass unsere Forderungen den Bechtle-Verlag nicht ruinieren werden“, schrieben die Freien der Eßlinger Zeitung auf einem Flugblatt, mit dem sie faire Honorare verlangen. Sie haben seit acht Jahren keine Honorarerhöhungen erhalten. Seit einer Layout-Umstellung zu Jahresbeginn müssen sie für das gleiche schmale Salär längere Zeilen in kürzeren Beiträgen füllen. Verlagsleiter Andreas Heinkel bezeichnet diese Einkommensverluste als „Kollateralschaden“.

    In einem Brief an den Verlagsleiter Heinkel schreibt Gundula Lasch im Namen der freien Journalistinnen und Journalisten im dju-Bundesvorstand: "Wie Ihr eigentlich als seriös bekannter Verlag mit den freien Mitarbeiter*innen bei der Eßlinger Zeitung umgeht, finden wir skandalös" und fordert: "Zahlen Sie endlich angemessene Honorare - am besten, Sie passen diese direkt an die Tarifsteigerungen der Festangestellten an" und "Behandeln Sie ihre freien Mitarbeiter*innen nicht länger wie Beschäftigte zweiter Klasse!".

    Mehr Informationen in M Online und bei ver.di Baden-Württemberg.