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    Nun ist Solidarität gefragt – seid dabei!

    Nun ist Solidarität gefragt – seid dabei!

    dju-Tarifinfo: Im Streik der Kolleg*innen in den Druckereien geht‘s um alles

    Das kommt uns aus der Tarifrunde für die Tageszeitungsredaktionen doch sehr bekannt vor: Eigentlich sind Tariferhöhungen dran und von ver.di wird für echte Reallohnsteigerungen auch gestreikt. Doch die Druckarbeitgeber im Bundesverband Druck und Medien (bvdm) stehen den Verlegern in nichts nach und wollen nur Kleingeld über den Verhandlungstisch gehen lassen. Und selbst die mageren Tarifangebote werden mit der Kündigung des Manteltarifvertrages (MTV) verbunden. Damit werden für einen Lohnabschluss in Gegenzug „Preise“ beim MTV eingefordert, die Kolleginnen und Kollegen sollen also ihre Tariferhöhungen durch Zugeständnisse finanzieren.

    Dagegen machen die Kolleginnen und Kollegen in der Druckindustrie, vorne dabei die aus Zeitungsdruckereien, mobil. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem bvdm steht am 22. November an. Davor gilt es, mächtig Druck aufzubauen.

    Die Druck-Arbeitgeber stellen gute Tarifregelungen in Frage und wollen diese mit mehr oder weniger großen Einschnitten eliminieren. Beispiel Besetzungsregeln: Wie in Verlag und Redaktion soll auch in Druckbetrieben von immer weniger Personal pro Schicht ein höheres Produktvolumen bewältigt werden. Dagegen schützen derzeit noch Regelungen zur Mindestbesetzung von Arbeitskräften und deren Qualifikation in einer Arbeitsschicht. Klare Regelungen, die Gesundheit schützen und Unfälle verhindern sollen, vor allem auch von Betriebsräten bei der Schichtplanung durchsetzbar sind.

    Beispiel Arbeitszeit: die im MTV festgelegte Arbeitszeit soll um fünf Stunden unbezahlt verlängert werden können. Das ist letztlich eine Lohnkürzung durch die Hintertür und eine Beschleunigung des Arbeitsplatzabbaus. Die Arbeit soll dann durch alle im Team miterledigt werden.

    Gerechter Lohn für gute Arbeit! Nur in Verlagen und in der Druckindustrie nicht? So wie die Verleger für die Redaktionen verschlafen auch die Druckarbeitgeber die Veränderungen am Arbeitsmarkt. Nachdem der BDZV schon für Redaktionen keine echten Einkommenssteigerungen abschließen wollte, tun es ihnen nun auch die Arbeitsgeber der Druckindustrie gleich. Keine echten Reallohnsteigerungen, so gewinnt man keine jungen Fachkräfte für die Medienbranche. Derzeit bieten die Druckarbeitgeber, wohlgemerkt nur um den Preis eines verschlechterten MTV, für eine Laufzeit von 30 Monaten eine Tariferhöhung um 2,4 und 1,4 Prozent sowie 400 Euro als Einmalzahlungen an.

    Das ist nicht hinnehmbar und dagegen könnt auch ihr euch wehren. Denn die Schutzbestimmungen in Tarifverträgen dürfen nicht ausgehöhlt und die Einkommen in durchaus profitablen Medienhäusern nicht schleichend abgebaut werden. Es ist eine Entwicklung, gegen die ihr im Solidaritäts-Streik als Redakteurin, Verlags-Angestellter, freie Journalistin oder als Volontär eure Unterstützung zeigen könnt. Ruft euch ver.di dazu auf, seid ihr für die Teilnahme am Streik geschützt, erhaltet zudem als ver.di-Mitglieder in jedem Fall Streikunterstützung, und vor allem zeigt ihr gemeinschaftlich Solidarität gegen mangelnde Wertschätzung von Medienschaffenden.

    Darum: Mitglied werden!

    Unsere Argumente gelten natürlich auch für Verlage ohne Tarifbindung, deren Zahl nach wie vor steigt, und deren Geschäftsführungen nicht im Traum an Haustarifverträge oder eine Rückkehr in die Tarifbindung denken, wenn ihnen nicht eine gut organisierte Belegschaft ihre Argumente dafür ständig in Erinnerung ruft und Druck aufbaut.

    Auch darum: Mitglied werden! http://dju.verdi.de/rein