dju-Tarifinfo Zeitschriften: Nichts passiert in Runde 5

23.02.2023
Verhandlungen Zeitschriften nach fünfter Runde

Verleger: Nur Selbstlob für das „gute Angebot“ - ver.di: Angebot ist unpassend niedrig und inakzeptabel - Schlechte Berufspolitik

Im fünften Verhandlungstermin mit dem Verlegerverband MVFP geht gar nichts mehr. Vor allem gibt es nicht mehr als bereits im Termin zuvor angeboten wurde. Stattdessen gibt es das Selbstlob für das „gute Angebot“.

Die fünfte Verhandlungsrunde zwischen den Gewerkschaften dju in ver.di und DJV sowie dem Verlegerverband MVFP zeigte vollkommenen Stillstand. In den Gremien des Verbandes herrscht die Auffassung vor: „Das vorgelegte Angebot ist schon ein gutes Angebot.“ Einen, so wurde weiter erläutert, darüberhinausgehenden „Einigungsraum“ gäbe es nicht.

MVFP-Angebot

Geht es nach dem Verlegerverband ist ein gutes Angebot und Ergebnis, eines mit einer Laufzeit bis Ende September 2024 (25 Monate), zwei Tariferhöhungen von 3,6 Prozent ab März 2023 und danach um 125 Euro pro Monat ab 2024 sowie noch acht mal 125 Euro monatliche Inflationsausgleichsprämie. Ab Januar 2024 würde sich dann eine durchschnittliche Tariferhöhung von 6,5 Prozent einstellen. Die Verhandlungskommission von ver.di hält das für unpassend niedrig und inakzeptabel.

Anhaltende Inflationsrate von über acht Prozent

Denn die Lebenshaltungskosten steigen deutlich stärker. Ganz aktuelle statistische Erhebungen zeigen eine anhaltend hohe Inflationsrate von über acht Prozent. Herausstechend sind die Preissteigerungen bei Lebensmitteln von über 20 Prozent und Energiekosten steigen sogar noch höher um 23 Prozent „trotz der Entlastungsmaßnahmen“, wie das Statistische Bundesamt klarstellend hinzufügt. Das sind schwere Belastungen für Redakteurinnen und Redakteure, für all diejenigen mit Familien oder Berufseinsteiger*innen sogar sehr schmerzhafte Einschnitte ins Haushaltsbudget. Für viele Volontär*innen auch ein Grund, sich statt im Verlag anderswo nach Jobs in Branchen mit höherem Gehaltsgefüge umzuschauen. So wirkte sich Tarifpolitik als schlechte Berufspolitik aus, wenn das mit Eigenlob versehene „gute Angebot“ des MVFP das Ergebnis für über zwei Jahre Laufzeit würde.

Sechste Tarifrunde am 23. März in Hamburg

Für den nächsten Verhandlungstermin erwarten die ver.di-Verhandler*innen, dass der MVFP sein Angebot deutlich nachbessert. Wir wären bereit, mit Tariferhöhungen von 6,5 Prozent ab März, 125 Euro monatlich ab Dezember 2023 und einer Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 1125 Euro bis Ende April 2024 abzuschließen. Dies lehnt der MVFP strikt ab, bewegt sich nicht, in Runde 6 muss er’s tun!