Was tun gegen Reallohnverlust, Arbeitsbelastung und wie umgehen mit dem KI-Einsatz in Zeitungsredaktionen?

23.03.2024
QR-Code zur dju-Umfrage

Beteilige dich an der dju-Umfrage: Welche Verbesserungen wollen wir gemeinsam anstreben und umsetzen? 

Mach mit bei der dju-Umfrage zur Tarifentwicklung, Arbeitsbelastung in Zeitungsredaktionen und zum Einsatz von Anwendungen Künstlicher Intelligenz im Journalismus. Damit wollen wir erfahren: Wie ist die Stimmung bei dir? Wie ist sie bei deinen Kolleg*innen? Welche Verbesserungen wollen wir gemeinsam anstreben und durchsetzen? Denn wir wollen die Bedingungen für Journalismus in Zeitungverlagen verbessern. Die Umfrage ist anonym und benötigt etwa 10 Minuten. Wir freuen uns auf deine Auskünfte!

Zur Umfrage

 

Es geht in der Umfrage um drei Aspekte. Wie sollen wir dem Reallohnverlust in Zeitungsredaktionen entgegentreten? Seit dem Beginn des letzten Jahrzehnts bis heute liegt die Tarifentwicklung bei Gehältern und Honoraren für Zeitungsredaktionen kontinuierlich hinter der vom Statistischen Bundesamt erfassten durchschnittlichen Tarifentwicklung aller Branchen zurück. Auch mit den Preissteigerungen der Lebenshaltungskosten kann die Tarifentwicklung in Zeitungen nicht mithalten und ist vor allem durch die viel zu niedrigen Tarifabschlüsse der letzten Jahre, die die dju in ver.di stark kritisiert hat, drastisch abgekoppelt worden. Die Tarifsteigerungen seit 2010 betragen mit 16,4 % gerade mal etwas mehr die Hälfte der Inflation von 30,6 % und nur die Hälfte der Tarifsteigerung der Gesamtwirtschaft.

 
Reallohnverlust in Zeitungsredaktionen

Welche Tariferhöhungsforderung angemessen ist? Ob diese entweder als rein prozentuale Erhöhung oder durch Erhöhung in Form eines für alle Gehaltshöhen gleich hohen Betrags gestaltet werden soll, dazu soll die Umfrage der Tarifkommission für Zeitungsredaktionen Aufschlüsse geben. Der BDZV, also der Zeitungsverlegerverband, wird von ver.di zu Tarifverhandlungen spätestens ab Mai aufgefordert wer-den, wenn die Friedenspflicht nach der Kündigung der Tarifverträge ausläuft. 

Arbeitsbelastung

Die schrittweisen Veränderungen der Arbeitsprozesse in Zeitungsredaktionen durch eine Vielzahl von Verbreitungswegen, Personalabbau, Arbeit für unterschiedliche Formate der verschiedenen Zeitungs-Ausgaben, Schichtdienste und vieler zusätzlicher Aufgaben führen zu Stress und Belastungen. Arbeit und Privatleben kollidieren immer stärker. Die Planbarkeit von Freizeit mit Familie oder Freunden wird unzuverlässiger und die Zeit zum Durchatmen, um etwas planvoller an Recherchen zu arbeiten oder um sich mit Themen neben dem Alltagsgeschäft zu beschäftigen sind kaum noch finden. Kurz gesagt: die Arbeitsverdichtung ist hoch. Welche Reaktionen befürwortest du, um der Arbeitsbelastung zu begegnen? Auch wenn es sich dabei tariftechnisch eher um Themen handelt, denen in einer Verhandlung zum Manteltarifvertrag mit den darin erfassten Grundbedingungen der Arbeit handelt, wir wollen trotzdem jetzt schon wissen, worüber wir auch dazu mit dem Verlegerverband ins Gespräch kommen sollen.

KI-Einsatz im Journalismus

Technologie-Entwicklungen sind in Zeitungsredaktionen nichts Unbekanntes. Ständig neue Redaktions-Systeme (manchmal mehrere parallele Systeme), neue Tools und Zusatzprogramme für die verschiedenen Anforderungen an die Verbreitungswege, Themenplanung und Produktion von Beiträgen in unterschiedlichen Medienformaten, all dass ist Zeitungsjournalist*innen mehr als vertraut. Gut geregelt werden die Technikeinführungen meist nicht und zur Arbeitserleichterung tragen sie auch fast nie bei.

Die nächste Stufe markiert nun die Einführung von analytischer oder generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in neuen Systemen oder als integrierte Anwendungen in bestehenden Systemen. Welche Erfahrungen und Erwartungen sich für Zeitungsjournalist*innen damit verbinden, soll die Umfrage ebenfalls zeigen. Wie ist die Einführung von KI-Systemen bisher gelaufen? Wie gut sind die Systeme zu verstehen, zu bedienen und zu kontrollieren? Wie soll auch tarifpolitisch auf den sich immer stärker verbreitenden Einsatz von KI reagiert werden. Immerhin war dies das bestimmende Thema der Tarifauseinandersetzungen und langandauernden Streiks in der US-Filmindustrie, etwa auch für Autor*innen die für Fernsehmagazine, Talk Shows und News-Sendungen arbeiten. Dort sind Regelungen zur Unterbindung bestimmter Verwendungen von generativer KI gelungen, um Arbeitsplätze zu schützen. Soll solch ein Ziel auch für deutsche Autor*innen, also auch Zeitungsjournalist*innen angestrebt werden. Dazu wollen will Auskünfte aus der Umfrage erhalten.

Die Tarifkommission wird die Ergebnisse in Forderungen verwandeln

Im Lauf des April möchte die dju-Tarifkommission für Zeitungsjournalist*innen die Umfrageergebnisse auswerten und daraus Forderungen an den Zeitungsverlegerverband entwickeln, die neben den Tariferhöhungen verhandelt werden sollen.

Bitte beteilige dich und rege auch Kolleg*innen zur Beteiligung an, damit sich ein breites Stimmungsbild aus dem Kreis der Kolleg*innen ergibt. Die Umfrage ist anonym, wird auf einem geschützten Server gehostet und nur wer weitere Informationsmails möchte, braucht seine Email-Adresse zu hinterlassen.

Zur Umfrage