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    dju-Tarifinfo: Die letzten Worte sind noch nicht gesprochen

    dju-Tarifinfo: Die letzten Worte sind noch nicht gesprochen

    Abstimmung ver.di Abstimmung bei der dju

    Die dju in ver.di hat dem Verhandlungsstand der siebten Tarifrunde für Zeitungsjournalist*innen nicht zugestimmt und legt das Ergebnis ihren Mitgliedern zur Abstimmung vor. Mitte August ist es soweit!

    Auch nach der siebten Verhandlungsrunde haben die Verleger unzureichende Tariferhöhungen angeboten. Über eine Laufzeit von über 2,5 Jahren stellen insgesamt 4,3 Prozent mehr Geld keine Reallohnsteigerungen, nicht einmal einen Inflationsausgleich dar: Aktuell bei 2,1 Prozent wird die erwartete Inflationsrate im nächsten Jahr mindestens 1,7 Prozent, im Jahr 2020 voraussichtlich sogar 1,9 Prozent betragen. Der BDZV bietet nicht mehr als 1,6 Prozent pro Jahr!

    Zwar haben die Verleger eine deutliche Erhöhung der Einstiegsgehälter für Volos, der Gehälter für Jungredakteure sowie Einmalzahlungen von insgesamt 1.100 Euro angeboten. Doch birgt die lange Laufzeit bis über die Jahreshälfte 2020 hinaus die Gefahr, dass ein verlorenes Tarifjahr ohne Einkommenssteigerungen und mit zwölf Nullmonaten droht, sollte die Tarifrunde erneut länger als ein halbes Jahr dauern. Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass die Verleger die berechtigten Forderungen nach echten Gehalts- und Honorarerhöhungen in der kommenden Tarifrunde mit Abstrichen im Ende 2020 zu kündigenden Manteltarifvertrag kontern werden. Und alle zwei Jahre grüßt das Murmeltier.

    Wir wollen deshalb eine kürzere Laufzeit und vor allem stärkere prozentuale Tarifsteigerungen statt Einmalzahlungen. Denn: Von stärkeren prozentualen Steigerungen profitieren vor allem auch die Freien, da diese im Gegensatz zur Einmalzahlung dauerhaft wirksam sind. Das von den Verlegern angedrohte Ausscheren des Nordens aus dem Flächentarif haben wir nicht als ernsthafte Gefahr bewertet. Denn die Kolleginnen und Kollegen in Kiel, Lübeck oder Rostock haben mit ihren Streiks gezeigt, dass sie wehrhaft sind und die bundesweit getragenen Forderungen unterstützen. Die Streikbewegung hat sich vom Norden bis in den Süden erstreckt.

    Und diese flächendeckenden und kreativen Streiks mit über 1000 Beteiligten sowie das Ergebnis einer Urabstimmung, in der sich 90 Prozent der befragten Mitglieder für echte Reallohnsteigerungen ausgesprochen haben, mussten wir als Auftrag verstehen. Deshalb konnten wir als dju in ver.di dem Ergebnis vom 2. Juli nicht zustimmen und werden alle an der Urabstimmung beteiligten Journalistinnen und Journalisten zu einer Mitgliederbefragung aufrufen, um zur Abstimmung zu stellen, ob das Ergebnis angenommen oder abgelehnt werden soll. Die Verhandlungskommission der dju in ver.di empfiehlt das Ergebnis ausdrücklich nicht zur Zustimmung.

    Wie es weitergeht: Jetzt sprechen die Mitglieder

    Anders als die dju in ver.di hat unser Verhandlungspartner, der DJV, das Angebot der Verleger paraphiert und wird nun seine Mitglieder über die Annahme des Ergebnisses befragen. Die Mitglieder der dju in ver.di, die zur Urabstimmung aufgerufen waren, werden auch über die Tarifsituation abstimmen, aller Voraussicht nach Mitte August. Aber: Selbst ein möglicher Abschluss des BDZV mit dem DJV bedeutet nicht das Ende der Tarifrunde. Wenn wir nicht ebenfalls abschließen, gilt für uns keine Friedenspflicht. Streiks können sich alle Beschäftigten im Verlag anschließen, wenn ver.di dazu aufruft. Anlässe wird es sicherlich geben!

    Darum: Mitglied werden!

    Unsere Argumente gelten natürlich auch für Verlage ohne Tarifbindung, deren Zahl nach wie vor steigt und deren Geschäftsführungen nicht im Traum an Haustarifverträge oder eine Rückkehr in die Tarifbindung denken, wenn ihnen nicht eine gut organisierte Belegschaft ihre Argumente dafür ständig in Erinnerung ruft und Druck aufbaut.

    Auch darum: Mitglied werden! http://dju.verdi.de/rein