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    Warnstreikwelle weiter in Baden-Württemberg - Auch Bayern ist …

    Warnstreikwelle weiter in Baden-Württemberg - Auch Bayern ist dabei

    Augsburg 29 5 2018 Silvio Wyszengrad Streik der Redakteure und Solidarität der Volos aus der Journalistenschule in Augsburg

    Zeitungsjournalisten_innen fordern fairen Tarifabschluss

    Die seit Pfingsten laufende bundesweite Warnstreikwelle von Zeitungsredaktionen wird am 29. Mai auch von Journalistinnen und Journalisten aus Baden-Württemberg wie in Heilbronn und Ulm verstärkt. Bis zum nächsten Verhandlungstermin am 4. Juni werden mehr als 300 Tageszeitungsredakteure im Land ihrer Forderung nach einer Reallohnsteigerung Nachdruck verschaffen. Streik auch bei den Nürnberger Nachrichten, der Nürnberger Zeitung, der Fränkischen Landeszeitung und der Augsburger Allgemeinen.

    Die Redakteure_innen der Nürnberger Nachrichten und ihrer Außenredaktionen sowie der Nürnberger Zeitung beteiligen sich ab Dienstag, 29. Mai 2018 zwei Tage lang an den bundesweiten Warnstreiks in der Medienbranche. Klaus Schrage, Sprecher der dju Bayern und Vorsitzender der dju-Tarifkommission, fordert von den BDZV-Vertretern, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Es gebe genug Abschlüsse, an denen sich diese orientieren könnten, im öffentlichen Dienst ebenso wie in der Privatwirtschaft in der Metallindustrie, bei der Telekom oder bei der Post. Diese lägen zum Teil um mehr als das Doppelte oberhalb der bisherigen Offerte des BDZV. Sein bisheriges Fazit der Tarifverhandlungen: "Die Zeitungsverleger geben vor, die notleidendste Branche der gesamten Republik zu sein. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man über diese erbärmliche Selbstdarstellung sogar lachen."

    „Die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist erschöpft", kommentiert der Leiter des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Siegfried Heim, die Warnstreiks in fast 20 Redaktionen des Südwestens. Falls es am Montag nächster Woche nicht zu einem akzeptablen Tarifkompromiss komme, so Heim weiter, werde Baden-Württemberg die Urabstimmung beantragen. Die Deutsche journalistinnen und journalisten union (dju in ver.di) hat für den 5. Juni vorsorglich ihre Bundes-Tarifkommission zusammengerufen, die das Scheitern der Verhandlungen erklären kann.

     „Nach fünf Verhandlungsrunden in denen die Zeitungs-Arbeitgeber mit ihren Angeboten immer weit unterhalb der Inflationsrate blieben, verlangen die Streikenden jetzt eine echte Reallohnsteigerung", erläutert Heim die Ausgangslage vor der sechsten Verhandlungsrunde, die am kommenden Montag in Berlin stattfindet. Nach den Tarifabschlüssen dieses Jahres sei es nicht mehr vermittelbar, wenn die Arbeitgeber eine angemessene Gehaltssteigerung weiter verweigerten.

    Augsburg 29 5 2018 Silvio Wyszengrad Streik in Augsburg - samt Herrchen

    In Augsburg streikten am 29. Mai nicht nur wieder die Redakteur_innen der Augsburger Allgemeinen wie schon am Tag vorher, sondern auch die Volontäre an der Journalistenschule solidarisierten sich. Der Streik geht am 30. Mai weiter.

    Am Neckar in Heilbronn gingen Kolleginnen und Kollegen der Heilbronner Stimme ins Wasser nach dem Motto "Die Qualität geht baden!" -  damit genau das nicht passiert.

    Aktion am Neckar in Heilbronn 29 5 2018 Andreas Gugau Streikaktion am Necker in Heilbronn, damit die Qualität nicht baden geht

    Die Stadt Ulm gedenkt Albrecht Einsteins, der hier 1879 geboren wurde. Die Journalistinnen und Journalisten der Südwest Presse Ulm denken auch: an das magere Tarifangebot der Zeitungsverleger. Und sie protestieren dagegen.

    Die nächste Verhandlungsrunde für die rund 13.000 Tageszeitungsredakteure ist am 4. Juni in Berlin.

    Aktion mit Einstein in Ulm 29 5 2018 Andreas Clausen Aktion mit Einstein-Figuren in Ulm
    Nürnberg 29 5 2018 Stefan Hippler Warnstreik in Nürnberg