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    dju und Fachgruppe Medien erklären Solidarität mit Kolleginnen und Kollegen des Danmarks Radio

    Mehrere hundert Stellen sollen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgebaut werden - Dänemark verliert an Medienvielfalt

    Die Vorstände der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union dju und der Fachgruppe Medien in ver.di erklären ihre Solidarität mit den dänischen Kolleginnen und Kollegen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Dänemark, die durch die Umstellung des Finanzierungssystems von Rundfunkbeitrag zu Steuerfinanzierung mit wesentlich weniger Mitteln jetzt viele Beschäftigte und Programme einsparen sollen:

    "Mit großer Betroffenheit haben wir von der Entscheidung der dänischen Regierung erfahren, drei von sechs Fernsehsendern und drei Radiosender bei Danmarks Radio zu schließen. Vordergründig geht es bei dieser Entscheidung um Geld. Die Reduzierung des Budgets um ein Fünftel soll Teil der Finanzierungsreform des Rundfunks in Dänemark sein. Tatsächlich geht es aber um viel mehr. Es geht um die Arbeitsplätze von mehreren Hundert Beschäftigten, es geht um die Zukunft ihrer Familien, es geht vor allem aber um die Medienvielfalt in Dänemark. Das öffentlich-rechtliche Danmarks Radio ist neben privatwirtschaftlich organisierten Sendern, Verlagen und Online-Medien unverzichtbarer Bestandteil einer pluralistischen Medienlandschaft.

    Demokratische Gesellschaften sind auf eine vielfältige Medienlandschaft angewiesen, in der Journalistinnen und Journalisten informieren und kommentieren, Missstände aufdecken und zur Meinungsbildung der Bürger beitragen. Dass konservative Kräfte zusammen mit Rechtspopulisten dieses System in Frage stellen oder sogar abschaffen wollen, ist kein dänisches Phänomen. Der öffentliche Rundfunk ist in vielen europäischen Ländern in seiner Existenz bedroht.

    Auch deshalb stehen die Vorstände der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union dju und der Fachgruppe Medien in ver.di in dieser Auseinandersetzung an Eurer Seite. Wir appellieren an alle demokratischen Kräfte in der dänischen Gesellschaft, sich gegen den Kahlschlag bei Danmarks Radio zu stellen, sich zu einem leistungsfähigen öffentlichen Rundfunk zu bekennen und diesen auch finanziell in die Lage zu versetzen, seine unverzichtbare Aufgabe für Demokratie und Pluralismus wahrnehmen zu können."

    Dazu auch der Artikel in M Online.