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    dju-Tarifinfo: Jetzt entscheiden unsere Mitglieder in den Streikbetrieben

    dju-Tarifinfo: Jetzt entscheiden unsere Mitglieder in den Streikbetrieben

    Mitgliederumfrage zum Tarifergebnis Tageszeitungsredaktionen bis Mitte September

    Wie geht es weiter mit dem Tarifergebnis für die Tageszeitungsredaktionen, nachdem der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Deutsche Journalistenverband (DJV) mit Ablauf der Erklärungsfrist am 15. August das Verhandlungsergebnis vom 2. Juli angenommen haben?

    Wir erinnern uns: Auch nach Streiks mit über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und sieben Verhandlungsrunden waren die Verleger im BDZV nach wie vor nicht bereit, unseren Kolleginnen und Kollegen ein Lohnplus anzubieten, das über der Inflationsrate liegt. Das zwischen DJV und BDZV erzielte Ergebnis bringt für die meisten Kolleginnen und Kollegen einen Reallohnverlust, da unterm Strich nicht einmal ein Inflationsausgleich erreicht wurde.  Die Verhandlungskommission der dju in ver.di hat diesem Ergebnis deshalb nicht zugestimmt.

    Wie sieht dieses Ergebnis aus?

    Über eine Laufzeit von 31 Monaten, vom Januar 2018 bis Ende Juli 2020, stellen die beiden Erhöhungen von 1,9 Prozent zum Mai 2018 und 2,4 % zum Mai 2019 keine Reallohnsteigerungen dar. Denn derzeit beträgt die Preissteigerungsrate 2,0 Prozent und es ist davon auszugehen, dass sie sich auf diesem Niveau weiterentwickelt.

    Die Einmalzahlungen von 500 Euro Ende August 2018 und 600 Euro Ende März 2020 können diese Abkopplung von der Tarifentwicklung nicht ausgleichen, da sie als einmalige Zahlung zwar für einen Moment spürbar und willkommen sind, aber nicht nachhaltig zu Einkommenssteigerungen beitragen.

    Für Freie sollen die Text- und Foto-Honorare sowie die Pauschalen für Redaktionsdienste um 1,9 und 2,4 Prozent ab Mai 2018 und im Mai 2019 steigen, und als Einmalzahlung ein Viertel der monatlichen Pauschalen oder ein Viertel eines monatlichen Durchschnitts-Honorars gezahlt werden. Die von uns geforderte Erweiterung des Geltungsbereichs auf Verlage in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen wird vom BDZV weiterhin abgelehnt.

    Für JungredakteurInnen sieht das Ergebnis besser aus, denn neben den Einmalzahlungen steigern sich die Gehälter für ausgebildete Jung-Redakteurinnen in der Tarifstufe 2b (1. bis 4. Berufsjahr) um 135 Euro, was etwa 4,2 Prozent ausmacht. Zusammen mit der zweiten Steigerung um dann insgesamt 6,6 Prozent wirkt sich das Ergebnis über 31 Monaten dann jedoch auch nur wie eine normale Tarifsteigerung um 2,5 Prozent pro Jahr aus.

    Für Volontärinnen und Volontäre werden die Vergütungen allerdings nur einmal mit einer dauerhaften Wirkung von 100 Euro ab dem Mai 2018 erhöht. Für den Rest der Laufzeit werden die Volo-Gehälter dann eingefroren.

    Nachdem in der Urabstimmung wenige Tage vor der siebten Verhandlungsrunde 90 Prozent der dju-Mitglieder in den Streikbetrieben für zweimal 2,8 Prozent mehr Geld bei einer zweijährigen Tarifvertragslaufzeit und 150 Mindesterhöhung für Berufseinsteiger gestimmt hatten, war für unsere dju- Verhandlungskommission klar: Dieser Verhandlungsstand ist als Ergebnis einer kämpferischen Tarifbewegung nicht akzeptabel.

    Es respektiert aus unserer Sicht nicht das Engagement und den Einsatz vieler Kolleginnen und Kollegen, die sich an den Arbeitskämpfen, Aktionen und Demonstrationen beteiligt und ein Signal für den Wert journalistischer Arbeit gesetzt haben.

    Wie geht es weiter? Jetzt entscheiden unsere Mitglieder!

    Nachdem die Verhandlungskommission der dju in ver.di in der Nacht vom 2. Juli dem Verhandlungsergebnis nicht zugestimmt hat, sind jetzt unsere Mitglieder in den an der Urabstimmung beteiligten Redaktionen gefragt: In der Zeit bis Mitte September soll in Mitgliederversammlungen oder auch in einer Abstimmung während der Arbeitszeit im Verlag abgestimmt werden.

    Zur Entscheidung steht, ob wir an unserem Ziel in dieser Tarifauseinandersetzung - nämlich echten Reallohnsteigerungen - festhalten. Das hätte zur Folge: das Tarifergebnis zwischen DJV und BDZV nicht nachträglich mit abzuschließen und damit die Möglichkeit offenzuhalten, in einzelnen Verlagen oder Regionen unseren Forderungen jederzeit Nachdruck zu verleihen.

    Die Alternative wäre, das Tarifergebnis nachträglich zu unterzeichnen und damit auch als dju in ver.di  das vorgegebene Ergebnis zu akzeptieren, inklusive der dann bis Ende Juli 2020 geltenden Friedenspflicht.

    Entschieden wird mit der Mehrheit der in persönlicher Abstimmung abgegebenen Voten. Eine schriftliche Abstimmung ist nicht möglich. Das Ergebnis der Abstimmungen wird bundesweit zusammengefasst und veröffentlicht. Das Resultat wird die dju-Tarifkommission zur verbindlichen Grundlage ihrer Beschlussfassung über die Fortführung oder Beendigung der Tarifrunde nehmen.

    Darum: Mitglied werden!

    Unsere Argumente gelten natürlich auch für Verlage ohne Tarifbindung, deren Zahl nach wie vor steigt und deren Geschäftsführungen nicht im Traum an Haustarifverträge oder eine Rückkehr in die Tarifbindung denken, wenn ihnen nicht eine gut organisierte Belegschaft ihre Argumente dafür ständig in Erinnerung ruft und Druck aufbaut.

    Auch darum: Mitglied werden! http://dju.verdi.de/rein