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    Endlich: Gesetzentwurf gegen Honorardumping

    Endlich: Gesetzentwurf gegen Honorardumping

    Ulrich Janßen Murat Türemis Ulrich Janßen

    Kommentar des dju-Vorsitzenden Ulrich Janßen zur geplanten Reform des Urhebervertragsrechts

    Endlich! Endlich gibt es einen Gesetzentwurf, der Schluss machen soll mit dem Honorardumping, das die meisten Zeitungs- und Zeitschriftenverlage freien Journalistinnen und Journalisten ständig zumuten. Und kaum liegt der Referentenentwurf von Justizminister Heiko Maas auf dem Tisch, erhebt sich geradezu reflexartig Gezeter der Verlegerverbände. Zeitungs- und Zeitschriftenverleger wettern dagegen, dass es endlich leichter werden soll, durchzusetzen, was sie selbst in den Vergütungsregeln für freie Journalisten mit uns, den Journalistengewerkschaften, vereinbaren – Wobei es im Zeitschriftenbereich, anders als der VDZ es darstellt, noch gar keine Vergütungsregeln gibt. Und nur wenige Tageszeitungsverlage halten sich überhaupt an die vereinbarten Honorarsätze. Diese Rechtsumgehung zu stoppen, darauf zielt die Novelle des Urhebervertragsrechts, die der Minister vorgelegt hat.

    Kaum ein unterbezahlter freier Journalist kann es sich leisten, sein korrektes Honorar einzuklagen - will er nicht künftige Aufträge riskieren. Gegen diesen Missstand hilft das Verbandsklagerecht, das Minister Maas einführen will. Die Verleger befürchten "wirtschaftlichen Schaden“. Schönen Gruß vom Satire-Portal „der-postillon.com“, das eine Studie erfunden hat, wonach Löhne und Gehälter den Wirtschaftsunternehmen regelmäßig Schäden in Milliardenhöhe zufügen. . .

    Wenn es den Verlegerverbänden, wie behauptet, an empirischen Grundlagen für die Missstände bei der Bezahlung freier Journalisten fehlt, gibt’s zwei simple Tipps zur Abhilfe: Augen auf. Und Ohren auf.

    Wer hinguckt und zuhört, dem kann die Umgehung der Vergütungsregeln nicht verborgen bleiben, zum Beispiel auf unserer Seite www.faire-zeitungshonorare.de.