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    Kundgebung für die Pressefreiheit: Freiheit für alle in der Türkei …

    Kundgebung für die Pressefreiheit: Freiheit für alle in der Türkei inhaftierten Journalisten und Menschenrechtler

    20.09.2018

    Am Freitag, 28. September, um 11 Uhr auf dem Washington-Platz am Hauptbahnhof in Berlin

    Anlässlich des Besuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan rufen Amnesty International, der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) und Reporter ohne Grenzen (ROG) zu einer Kundgebung für die in der Türkei inhaftierten Journalisten auf:

    • am Freitag, 28. September um 11:00 Uhr
    • auf dem Washingtonplatz (Südausgang Hauptbahnhof)
    • 10557 Berlin

    mit Redebeiträgen von ROG-Geschäftsführer Christian Mihr, DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall, Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin dju in ver.di, Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland und ECPMF-Geschäftsführer Dr. Lutz Kinkel.

    Auch nach der Freilassung von Deniz Yücel und der Ausreise von Mesale Tolu hat sich die Situation für unabhängige Journalisten und Medien in der Türkei nicht verbessert. Mehr als 100 Medienschaffende sitzen derzeit in der Türkei im Gefängnis. Kritik an der Regierung, die Arbeit für eine „verdächtige“ Redaktion, der Kontakt mit einer heiklen Quelle oder die bloße Nutzung eines verschlüsselten Messenger-Dienstes reichen aus, um Journalisten wegen Terrorismus-Vorwürfen zu inhaftieren.

    Die türkische Regierung geht weiter mit aller Härte gegen die Zivilgesellschaft vor und schränkt die Arbeit von Menschenrechtsverteidigern drastisch ein. Wer sich kritisch gegenüber der Regierung äußert, muss damit rechnen, jederzeit festgenommen zu werden. Über 1.500 Organisationen und Stiftungen wurden in den letzten zwei Jahren geschlossen. Seit Juli 2016 wurden mehr als 130.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst fristlos entlassen. Friedliche Proteste werden unterdrückt. Seit Juli 2016 wurden mehr als 130.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst fristlos entlassen. Kritische Stimmen sollen mit diesen Maßnahmen systematisch zum Schweigen gebracht werden.

    Unter den inhaftierten Journalisten sind zum Beispiel Ahmet Altan und Nazlı Ilıcak. Sie wurden Mitte Februar zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihnen wird eine Beteiligung am Putschversuch vorgeworfen. Vor dem Urteil saßen die Journalisten trotz ihres fortgeschrittenen Alters bereits mehr als anderthalb Jahre in Untersuchungshaft. Die Journalistin und Künstlerin Zehra Doğan sitzt seit Juni 2017 in Untersuchungshaft. Der Journalist Mümtazer Türköne, Buchautor und Kolumnist bei Zaman, wurde nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft im Juli wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

    Der Medienpluralismus in der Türkei ist weitgehend zerstört. Mindestens 150 Medien wurden seit dem Putschversuch im Juli 2016 geschlossen. Die wenigen noch verbliebenen unabhängigen Medien haben lediglich eine geringe Auflage. Nach dem jüngsten Führungswechsel bei der Tageszeitung Cumhuriyet bricht eine Bastion der Pressefreiheit in der Türkei weg. Mindestens 20 Redaktionsmitglieder der zuletzt vor allem online einflussreichen Zeitung wurden entlassen oder haben gekündigt.

    Pressekontakt:

    Reporter ohne Grenzen
    Ulrike Gruska / Christoph Dreyer / Juliane Matthey / Anne Renzenbrink
    presse@reporter-ohne-grenzen.de
    www.reporter-ohne-grenzen.de
    T: +49 (0)30 60 98 95 33-55

    DJV - Deutscher Journalisten-Verband e.V.
    Hendrik Zörner, Pressesprecher
    Torstr. 49
    10119 Berlin
    Tel.: (030) 72 62 79 20
    Fax (030) 726 27 92 13
    zoe@djv.de
    www.djv.de

    Cornelia Haß
    Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di
    Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
    Telefon 030-69562320
    dju-Info@verdi.de 
    https://dju.verdi.de/

    Amnesty International Deutschland
    Hyun-Ho Cha
    Mail: presse@amnesty.de
    Tel: +49 (0)30 / 420 248 -333

    Europäisches Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF)
    Sophie Albers Ben Chamo
    Mail: press@ecpmf.eu
    www.ecpmf.eu
    T: +49 (0)341 200 403-13