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    Ostwestfalen-Lippe: dju kritisiert Redaktionszusammenlegungen auf Kosten der Mitarbeiter

    09.07.2019

    Sparmaßnahmen bei Tageszeitungen: Öffentliche Aufgabe des Journalismus in NRW immer stärker unter Druck

    Als weiteren Schritt zum Abbau der Medienvielfalt in Nordrhein-Westfalen kritisiert die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten Union (dju) in ver.di NRW die am Montag verkündete Gründung einer Gemeinschafts-Mantel-Redaktion von Neuer Westfälischer, Lippischer Landes-Zeitung und Mindener Tageblatt. Alle drei Zeitungstitel sowie das Haller Kreisblatt sollen künftig überregionale und regionale Inhalte für ihre Printausgaben und die digitalen Nachrichtenportale von der „Gemeinschaftsredaktion der ostwestfälisch-lippischen Verlage“ erhalten.

    "Die Verlagsmanager, die diesen Deal eingefädelt haben, sprechen davon, dass man eine traditionsreiche Zusammenarbeit vertiefen und erweitern wolle. Tatsächlich bleibt nun auch in Ostwestfalen-Lippe die publizistische Vielfalt auf der Strecke", kritisiert Hektor Haarkötter, Vorstandssprecher der dju NRW. "Das ist bedauerlich für die Leserinnen und Leser der Zeitungen und ihrer Online-Ausgaben, aber auch fatal für unsere Demokratie." Erst vor kurzem habe die Neue Westfälische mit dem direkten Konkurrenten Westfalen-Blatt eine Kooperation im Lokalsport begonnen, die es beiden Häusern ermöglichte, Personal abzubauen.

    Die dju kritisiert auch, dass die Zukunft der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ungewiss ist. "Kein Redakteur und keine Redakteurin darf gegen seinen und ihren Willen zum Wechsel in die neue Gesellschaft gezwungen werden. Wenn Beschäftigte sich zu diesem Schritt entschließen, dann muss dies im Wege eines geregelten Betriebsübergangs erfolgen", fordert Haarkötter. Die dju betrachtet es zunächst als vordringlich, einen Betriebsrat in der geplanten Redaktionsgesellschaft zu etablieren und wird diese Bemühungen unterstützen.

    Die dju in ver.di NRW erwartet zudem, dass die neue Redaktionsgesellschaft die in der Branche geltenden Flächentarifverträge anwendet. "Wir sehen da vor allem die SPD in der Verantwortung, die über die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (ddvg) an der neuen Gemeinschaftsredaktion zu mehr als zwei Dritteln beteiligt ist", so der Vorstandssprecher der dju NRW. Die SPD habe sich zuletzt immer wieder zu Branchen- und Flächentarifverträgen bekannt: "Hier kann die SPD ihren Bekenntnissen Taten folgen lassen." Dass die Tarifbindung kein Auslaufmodell ist, habe in Nordrhein-Westfalen das Beispiel der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau gezeigt, wo sich die Beschäftigten nach einer mehr als einjährigen Tarifauseinandersetzung in den Tarif zurückgekämpft hatten. "Was die Kolleginnen und Kollegen dort mit gewerkschaftlicher Unterstützung erreicht haben, lässt sich auch in Ostwestfalen-Lippe wiederholen", ist Haarkötter überzeugt.

    Für weitere Informationen:

    Peter Freitag (dju NRW): 0171 / 544  28 20

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