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    dju in ver.di fordert wirtschaftliche und politische Konsequenzen für Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei

    11.03.2019

    "Pressefreiheit ist die Voraussetzung für Demokratie. Dies gilt es gegenüber der türkischen Regierung deutlich zu machen, die offenbar der Auffassung ist, Grundrechte nach Belieben außer Kraft setzen zu können. Es ist gut, dass die deutschen Medien wie der Tagesspiegel oder das ZDF sich dem Druck der Regierung von Recep Tayyip Erdogan nicht beugen und an ihren Korrespondenten festhalten“, sagte die Bundesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Tina Groll.

    ZDF-Korrespondent Jörg Brase und Tagesspiegel-Reporter Thomas Seibert mussten am Sonntagnachmittag aus der Türkei ausreisen. Das Presseamt in Ankara hatte ihnen ebenso wie einem nicht ständig in der Türkei lebenden NDR-Reporter vor rund einer Woche mitgeteilt, dass ihr Antrag auf eine neue Pressekarte nicht bewilligt worden sei.

    Es sei zu begrüßen, dass das ZDF Maßnahmen gegen die Verweigerung der Akkreditierung seines langjährigen Korrespondenten prüfe. Aber auch die deutsche Regierung sei gefordert: „Seit Jahren sitzen mehr als hundert Kolleginnen und Kollegen in türkischen Gefängnissen, emigrieren Journalistinnen und Journalisten aus Angst um ihre Sicherheit und die ihrer Familien. Kritikern, die als Reisende oder Berichterstatter in die Türkei kommen, droht die Verhaftung. Es ist richtig, dass das Auswärtige Amt darauf mit einer Reisewarnung reagiert und es ist richtig, dass sich die deutschen Medien nicht vorschreiben lassen, wen sie für ihre Berichterstattung an den Bosporus schicken." Die jahrelangen Einschnitte in die Pressefreiheit bedürften aber noch stärker spürbarer Konsequenzen, "sonst geht diese dramatische Entwicklung immer weiter, auch das ist ja eine Erfahrung, die wir machen“, erklärte Groll. Nur wirtschaftlicher und politischer Druck könne offenbar helfen, die Erosion von Grundrechten zu stoppen: „Journalismus ist kein Verbrechen“, stellte Groll fest. „Diesen Grundsatz gilt es nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zu verteidigen. Hier ist auch die Politik gefordert."

     

     

    Pressekontakt

    Cornelia Berger

    Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di Leiterin Bereich Publizistik und Medien Tel.: 030.6956-2320 E-mail: cornelia.berger@verdi.de