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    „Medien müssen den gesellschaftlichen Diskurs mitgestalten“

    „Medien müssen den gesellschaftlichen Diskurs mitgestalten“

    23.01.2021

    ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz eröffnet den 34. Journalismustag der dju in ver.di

    „Medien müssen den gesellschaftlichen Diskurs mitgestalten. Um diese Rolle ausfüllen zu können, braucht es Vertrauen auf Seiten des Publikums sowie eine finanzielle Ausstattung, die gute Arbeitsbedingungen und damit Qualitätsjournalismus erst möglich macht“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz anlässlich des heute stattfindenden 34. Journalismustages der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di.

    Während der Pandemie sei deutlich geworden, wie groß die Nachfrage nach zuverlässigen und seriösen Informationen sei. Trotz des dadurch gestiegenen Arbeitsaufwandes hätten viele Verlage auch in ihren Redaktionen Kurzarbeit angemeldet. „Ob dies gerechtfertigt und nötig war, können wir nicht nachprüfen, denn der Tendenzschutz ermöglicht es den Unternehmen, ihre wirtschaftlichen Kennzahlen unter Verschluss zu halten“, so Schmitz. Die entsprechende Ausnahme im Betriebsverfassungsgesetz wirke immer mehr wie aus der Zeit gefallen. „Welche Tendenz wird da geschützt, außer der, Renditen zu steigern, notfalls zulasten journalistischer Vielfalt und Qualität?“ Schmitz warb um Unterstützung für die einmalige Chance, die längst überholte Regelung mit dem Betriebsrätestärkungsgesetz endlich abzuschaffen.

    Besonders hart habe die Corona-Krise die vielen freien Journalistinnen und Journalisten getroffen, auch weil die Geschäftsleitungen der Medienunternehmen bei ihnen als erstes den Rotstift ansetzten. „Es kann nicht sein, dass die Verlage mit 220 Millionen Euro subventioniert werden sollen, aber diejenigen, die die Seiten der Zeitungen und Zeitschriften füllen, auf der Strecke bleiben“, kritisierte Schmitz und forderte dringende Nachbesserungen bei den Hilfen für Solo-Selbstständige.

    Während die gestiegene Nachfrage nach den Angeboten der Nachrichtenmedien von einem gestiegenen Vertrauen in die etablierten Medien zeuge, gebe es zugleich eine gesellschaftliche Minderheit, die sich von diesen abgewandt habe und mit der Verbreitung von Desinformation und sogenannten Verschwörungstheorien weiter zur gesellschaftlichen Spaltung beitrage. „Gewaltauswüchse, wie wir sie auf der Querdenken-Demonstration Anfang November in Leipzig erlebt haben, sind das Symptom eines aggressiven Klimas, das dieses – zu einem großen Teil vom rechten Rand stammende – Milieu auch gegenüber Medien schürt.“ Schmitz appellierte an die Innenministerien, Maßnahmen zu ergreifen, damit Journalistinnen und Journalisten bei der Ausübung ihrer Arbeit besser geschützt würden.

    „Wir werden heute sicherlich nicht die vielfältigen Probleme lösen können, vor denen wir stehen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass es uns auch in diesem Jahr gelingen wird, wichtige und notwendige Debatten anzustoßen, die wir in den kommenden Monaten auch weiter mitgestalten werden“, kündigte er an.

    Unter dem Titel „Gatekeeper oder Hatekeeper - Wo steht der Journalismus in der Corona-Pandemie?“ diskutieren heute unter anderen die Medienwissenschaftlerin Alexandra Borchardt, die Soziologin Jutta Allmendinger, die Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters Shermin Langhoff und die freie Medienjournalistin Ulrike Simon darüber, wie die Corona-Krise den Journalismus und die Medien verändert.

    Die Veranstaltung wird live auf der Website https://dju.verdi.de/ übertragen. Dort können auch Fragen an die Expertinnen und Experten gestellt werden. Der Hashtag zum Journalismustag lautet #JT21. Das vollständige Tagungsprogramm: https://dju.verdi.de/journalismustag/journalismustag-2021

     

    Pressekontakt

    Monique Hofmann
    Bundesgeschäftsführerin
    Deutsche Journalistinnen- und Journalisten Union dju in ver.di
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Telefon: 030-6956 2322
    Mobil: 0171 8145205
    E-Mail: monique.hofmann@verdi.de