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    „Medienmarsch" von Querdenken in Berlin: dju/ver.di kritisiert Verhalten von Funke Zentralredaktion und Berliner Verlag

    03.12.2020

    Mit der Entgegennahme einer Erklärung von Querdenken vor zahlreichen Live-Kameras den Corona-Leugnern eine Bühne geboten

    An einer Demonstration von "Querdenken 030" am gestrigen Mittwoch nahmen rund 70 Menschen teil, unter anderem ein bekanntes Mitglied der NPD. Der Aufzug führte an neun Redaktionen in Berlin vorbei. Auf Reden wurden die Redaktionen u.a. als faschistisch bezeichnet und die angeblich einseitige Berichterstattung kritisiert. Querdenken als bundesweites Netzwerk von Corona-Protesten arbeitet seit Monaten offen mit Rechtsradikalen, Antisemiten und Reichsbürgern zusammen. Renate Gensch, Landesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di Berlin-Brandenburg: „Wir kritisieren das Verhalten des Chefredakteurs der Funke Zentralredaktion, Jörg Quoos, und des Eigentümers des Berliner Verlages Holger Friedrich, die sich vor ihre Redaktionen stellten und mit der Entgegennahme einer Erklärung von Querdenken vor zahlreichen Live-Kameras den Corona-Leugnern auch noch eine Bühne geboten haben.“

    Allein in Berlin hat die dju seit Ende April über 100 Angriffe auf Journalist*innen sowie Behinderungen von Pressearbeit bei Demonstrationen registriert, davon den Großteil bei den Anti-Corona-Demonstrationen. „Seit Monaten steht Querdenken unter der Kritik von Zivilgesellschaft und Politik. Querdenken ist eine Gefahr für die Demokratie. Es ist ein fatales Zeichen, dass sich die Repräsentanten der Medienhäuser Funke und Berliner Verlag mit Rechtsradikalen und Antisemiten auf der Straße treffen und Erklärungen entgegennehmen. Eine klare Haltung zeigten die taz, Axel Springer SE, Focus, ARD, ZDF, der Tagesspiegel und der Spiegel-Verlag in Berlin, die eine Entgegennahme von Erklärungen ablehnten", sagte die dju-Landesvorsitzende weiter.

    Gerade vor dem Hintergrund, dass sich heute der Innenausschuss und das Parlamentarischen Kontrollgremium (Geheimdienstausschuss) in Baden-Württemberg mit den Aktivitäten der Querdenken-Bewegung beschäftigt und auch der Antisemitismusbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, der Bewegung offen Demokratiefeindlichkeit vorwirft, mache das Verhalten von Quoos und Friedrich nicht mehr nachvollziehbar, so Gensch. Querdenken-Gründer Michael Ballweg ist weiter ins Visier der Behörden geraten, weil er eine „verfassungsgebende Versammlung" einberufen hat und es auch Kontakte zur Szene der sogenannten Reichsbürger gebe. Diese lehnen den deutschen Staat, sein Rechtssystem, Regierungen, Parlamente und die Polizei ab. 

    Für Rückfragen:

    Renate Gensch, Landesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di Berlin-Brandenburg, mobil 0177 / 258 38 65, Renate.Gensch@gmx.net

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