***Hinweis: Die Veranstaltung ist leider ausgebucht. Die Anmeldung ist daher nicht mehr möglich***

     

    Digitalisierung und Internet prägen unsere Gesellschaft und nicht minder den Journalismus – mit allen Vor- und Nachteilen. Algorithmen und Hightech verändern den Journalismus und die politische Kommunikation: Inhalte werden vollautomatisch generiert und weiterverbreitet, sei es durch Textroboter oder mit Social Bots. Und auch die journalistischen Arbeitsmethoden entwickeln sich rasant weiter, etwa durch die mobile Berichterstattung mit dem Smartphone. Zugleich wird der Kampf um die Meinungshoheit immer erbitterter geführt. Ob Ukraine-Konflikt, Brexit oder Trump-Wahl: Es hat sich gezeigt, dass die Glaubwürdigkeitskrise der Medien bei Teilen der Bevölkerung und die gezielte Meinungssteuerung in den sozialen Netzwerken zwei Seiten einer Medaille sind.

    Mit welchen Trends haben wir es zu tun? Wie können die Medien glaubwürdig bleiben? Und wie wirken sich die Entwicklungen auf unsere Medienlandschaft insgesamt und die Rolle des Journalismus im Speziellen aus? In diese und andere Fragen bietet die Tagung Einblick – für etablierte Medienschaffende genauso wie für den interessierten journalistischen Nachwuchs. In Vorträgen und Workshops sollen gemeinsam Zusammenhänge und Lösungen erörtert werden.

    Programm

    Freitag, 12. Mai

    18.00 Uhr
    Abendessen

    19.00 bis 21.00 Uhr

    Begrüßung
    Michael Walter, Leiter Bildungsstätte "Clara Sahlberg"
    Silke Hoock, Tagungsmoderation

    Einführungsvortrag
    Roboterjournalismus: Was kommt da auf uns zu?
    Die Erstellung von Texten ist keine Domäne von Menschen mehr. Überall dort, wo Daten und Datensätze vorliegen, können Computer Meldungen automatisiert erstellen. Ob Sport, Wetter oder Börse: Für die Leserinnen und Leser ist nicht mehr zu unterscheiden, ob ein Text von Menschenhand gemacht ist oder maschinell generiert wurde. Was genau kann Roboterjournalismus? Wo kommt er zum Einsatz? Und auf welche Entwicklung müssen wir uns einstellen?
    Alexander Siebert, Geschäftsführer Retresco GmbH

    Samstag, 13. Mai

    9.00 bis 15.00 Uhr
    Vorträge und Diskussion im Plenum (inkl. Mittagspause)

    Sensibilität in der Sprache: Grundvoraussetzung oder falsche Political Correctness?
    Sprache ist ein Spiegel der Gesellschaft. Einstellungen und Meinungen zeigen sich in den Worten, die wir wählen – auch in der journalistischen Berichterstattung. Ob „Flüchtlingsströme“ oder „Obergrenze“: Immer wieder ist Sprache wertend oder unpräzise. Hinzu kommt: In den Redaktionen sind Menschen mit Migrationshintergrund massiv unterrepräsentiert oder sie werden auf Migrationsthemen reduziert. Wie kann ein bewussterer Umgang mit Sprache aussehen? Und warum ist das so wichtig?
    Konstantina Vassiliou-Enz, Geschäfsführerin Neue deutsche Medienmacher e.V.

    Journalism to go: Berichterstattung vom Smartphone
    Dank Smartphone können wir nicht nur jederzeit mobil im Internet sein, sondern längst auch hochauflösende Fotos machen und Videos drehen. Damit kann jeder Smartphone-Nutzer zum Berichterstatter werden, sogar live auf Sendung gehen. Für die Medienhäuser aber bedeutet es vor allem, Nachrichten schneller verbreiten und ihre Kosten senken zu können. Was bedeutet das für unsere Medienlandschaft? Wie genau geht „mobiler Journalismus“ und welche Anwendungen sind dabei nützlich?
    Kai Rüsberg, Deutschlandfunk, Westdeutscher Rundfunk

    Berufsbilder im Wandel: Wie verändern sich die journalistische Arbeit und Ausbildung?
    Mit der voranschreitenden Digitalisierung verändern sich auch Arbeitsprozesse und die Arbeitsanforderungen. Was wird heute von Medienschaffenden erwartet? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten müssen sie mitbringen? Wie muss sich die Ausbildung weiterentwickeln? Und was ist uns das Ganze wert?
    Dr. Heike Krämer, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
    Karl-Heinz Kaschel-Arnold, ver.di-Bayern, Vorsitzender Berufsbildungsausschuss der IHK München/Oberbayern

    15.00 bis 18.00 Uhr
    Speed Labs

    Videos drehen mit dem Smartphone: Wie geht das?
    Mobiler Videojournalismus setzt auf das Smartphone. Journalistinnen und Journalisten können damit ohne weiteres Equipment vor Ort Videos aufzeichnen und bearbeiten oder live von einem Ereignis streamen. Im Speed Lab werden die wichtigsten Handgriffe für den richtigen Einsatz des Smartphones für Videodrehs vorgestellt.
    Leonie Voss, Spiegel Online

    Virtual Reality- und 360°-Reportagen: ein Einblick
    Journalismus kennen wir bisher vor allem zweidimensional: Wir lesen ihn in der Zeitung, hören ihn im Radio oder sehen ihn im Fernsehen. Was wir nicht wahrnehmen können, ergänzt im besten Fall der Reporter durch seine Schilderungen. Mit neuen Technologien wie Virtual Reality- oder 360°-Aufnahmen wird diese Lücke teilweise geschlossen, die Berichterstattung wird interaktiv und für den Zuschauer persönlich erlebbarer. Ein kurzer Einblick in die Möglichkeiten.
    Kai Rüsberg, Deutschlandfunk, Westdeutscher Rundfunk

    Eine andere Idee von Journalismus: Wie funktionieren Crowdfunding und Genossenschaften?
    In der deutschen Medienlandschaft finanzieren sich journalistische Produkte üblicherweise über Werbe- und Vertriebseinnahmen oder – im Falle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – über den Rundfunkbeitrag. Doch auch andere Geschäftsmodelle ermöglichen journalistisches Arbeiten. Wie lässt sich etwa mit Crowdfunding oder als Genossenschaft Geld verdienen? Und wie kann man das selbst machen?
    Philipp Schwörbel, Vorstand der Genossenschaft, Krautreporter

    Digitale Streife: Die Polizei, dein Freund und Twitterer?
    Immer mehr Polizeien und Sicherheitsbehörden sind auch in sozialen Netzwerken aktiv. Über ihre Onlineauftritte können sie die Bürgerinnen und Bürger über ihre Polizeiarbeit informieren, sie mit Warnungen und Fahndungsaufrufen erreichen – oder dazu beitragen, Fake News aufzudecken. Wie arbeitet ein Social Media-Team der Polizei?
    Yvonne Tamborini, Hauptkommissarin, Polizei Berlin

    Sonntag, 14. Mai

    9.00 bis 12.30 Uhr
    Vorträge und Diskussion im Plenum

    Social Bots: Was tun gegen die Meinungsroboter?
    Ob bei Facebook, Twitter oder anderswo: In sozialen Netzwerken agieren zunehmend falsche Accounts, hinter denen keine echten Menschen stecken, sondern automatisierte Software. Diese sogenannten Social Bots können Debatten in den Netzwerken steuern sowie Meinungen massiv beeinflussen. Auch zum gezielten Streuen von Lügen werden sie eingesetzt. Doch wie funktionieren Social Bots? Wie erkennt man sie und wie kann man ihnen begegnen?
    Prof. Joachim Scharloth, Professur für Angewandte Linguistik, Technische Universität Dresden

    Zwischen Fake News und Hate Speech: Worauf müssen wir uns im Wahljahr 2017 einstellen?
    Meinungsbildung findet auch und gerade im Internet statt, vor allem in den sozialen Netzwerken, in denen sich Parteien und Kandidaten präsentieren. Gleichzeitig stehen Plattformen wie Facebook immer heftiger in der Kritik, weil sie Hasskommentaren und gezielten Falschnachrichten eine fragwürdige Bühne bieten. Und auch in Blogs und Foren herrschen allzu oft Häme, Zorn und Hass. Was bedeutet das für den Bundestagswahlkampf in diesem Jahr? Und wie kann dieser möglichst fair bleiben?
    Prof. Caja Thimm, Professur für Medienwissenschaft und Intermedialität, Universität Bonn

    Zusammenfassung, Denkanstöße und Schlussfolgerungen
    dju-Bundesvorstand

    ver.di Kampagnen