Aus- und Weiterbildung

    Buchtipps

    Buchtipps für Berufseinsteiger

    Es gib nicht den einen Weg Fuß zu fassen im Journalismus, es gibt viele. Es gibt nicht das eine Studium, das für den Berufsweg qualifiziert, sondern jedes Studienfach kann ein Sprungbrett sein. Und so, wie es viele verschiedene Medien und Themen gibt, so gibt es verschiedene Auftraggeber, Möglichkeiten der Akquise, Tätigkeitsfelder für gelernte Journalistinnen und Journalisten, PR-Fachleute, Kommunikationswissenschaftler. Interessante Bücher für den Berufseinstieg wollen wir hier vorstellen.

    • Was ist Fotojournalismus?

      Definition, Glossar und Literatur

      Felix Koltermann, Autor mehrer Bändchen über "Fotografie und Konflikt" sowie der unten vorgestellten ausführlichen wissenschaftlichen Arbeit über "Fotoreporter im Konflikt" hat jetzt ein kleines Bändchen herausgebracht, dass sich besonders an junge Menschen wendet, die mit dem Beruf des Fotoreporters liebäugeln, oder sich für  eine eigene Seminar- oder Abschlussarbeit in dieses Fachgebiet einarbeiten wollen.

      Zunächst berichtet Koltermann, wie man sich am besten dazu Wissen verschafft und bietet eine Definition des Fotojournalismus. Im zweiten Teil folgt ein allgemeines Glossar, in dem spezielle Begriffe der Branche - oft englische Fachvokabeln - erläutert werden. Der dritte Teil des kleinen Bändchens bietet eine nach Themen geordnete Bibliographie für die eigene weitere Recherche, sowie Links - auch zu Agenturen etc. - , Graphic Novels und Filmangaben zum Fotojournalismus.

      Felix Koltermann: Fotografie und Konflikt. Glossar und Literatur. Books on Demand, Norderstedt. 2018. 74 Seiten. 5,90 Euro.
      ISBN 978-3-7460-5636-4

      www.fkoltermann.de

    • Fotojournalismus im Krisengebiet wissenschaftlich hinterfragt

      Fotoreporter im Konflikt [transcript] Fotoreporter im Konflikt

      „Der israelisch-palästinensische Konflikt ist einer der weltweit am längsten schwelenden Konflikte. Er stellt ein hochkomplexes soziales System dar, in dem viele verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Motiven agieren.“ Diesen Konflikt hat Fotoreporter und Wissenschaftler Felix Koltermann untersucht. Denn, so seine Beobachtung, das „Handeln von Fotojournalisten in Konflikten stellt einen bisher wenig beachteten Teilbereich des Auslands- und Konfliktjournalismus dar.“

      Der Forschungsgegenstand seiner mit einem ausführlichen Theorieteil startenden Dissertation ist das fotojournalistische Handeln von Fotograf_innen, die im Kontext des Nahostkonflikts für den internationalen Bildermarkt arbeiten. Insofern ist die Arbeit handlungstheoretisch ausgerichtet und konzentriert sich auf den Fotoreporter als sozialen Akteur und seine institutionellen Einbindungen.

      Koltermanns Untersuchung basiert auf 40 „qualitativen Interviews“, in denen die Befragten die Möglichkeit haben sollen, „dem Forscher seine Wirklichkeitsdefinitionen mitzuteilen“. Dabei sollen die Gespräche an einem Leitfaden ausgerichtet werden, um eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Interviews herzustellen, erläutert Koltermann in seinem Kapitel zur Methodik, das ebenso wie das Theorie-Kapitel durch ausführliche Verweise auf die Forschungsentwicklung in der Kommunikationswissenschaft, Sozialwissenschaft und anderen relevanten Bereichen gekennzeichnet ist. Befragt wurden internationale, israelische und palästinensische Fotojournalisten.

      Diese Buch ist sicher eine gute methodische Anregung für alle, die gerade an einer ähnlichen wissenschaftlichen Master- oder Doktorarbeit zu einem journalistischem Thema sitzen.

      Mehr bei M Online

      Felix Koltermann: Fotoreporter im Konflikt - Der internationale Fotojournalismus in Israel/Palästina. Reihe „Kultur und soziale Praxis“ Transcript Verlag Bielefeld 2017. 458 Seiten. Printausgabe oder E-Book 49,99 Euro. ISBN 978-3-8376-3694-9

    • Schwarze Schafe oder schwarze Herde?

      Totschweigen und skandalisieren Halem-Verlag Totschweigen und Skandalisieren

      Wie Journalist_innen Fehlleistungen der Medien beurteilen

      „Deutschland hat eines der weltweit besten Mediensysteme“, so beginnt Hans Mathias Kepplinger sein neues Buch mit dem dagegen recht dramatisch klingenden Titel   „Totschweigen und Skandalisieren – Was Journalisten über ihre eigenen Fehler denken“. Seine Studie beruht auf einer Befragung von Redakteurinnen und Redakteuren im vergangenen Jahr.

      Die Methode seiner Befragungsaktion erläutert Kepplinger zu Beginn und noch mal im Anhang ausführlich und in allen ihren statistischen und inhaltlichen Aspekten. Von 2102 angeschriebenen Redakteur_innen von Tageszeitungen kamen 332 vollständig ausgefüllte Fragebogen zurück. Da sich die prozentuale Geschlechter- und Ressortquote der Antwortenden relativ genau widerspiegele in den Prozentzahlen der Angeschriebenen, nennt Kepplinger seine Untersuchung „repräsentativ“. Seine Fragen bezogen sich auf die Darstellung der Fukushima-Katastrophe und die Schlussfolgerungen für Deutschland, den Beginn der Pegida-Berichte, den angeblichen Hitler-Putin-Vergleich von Wolfgang Schäuble, die Medienhypes um Christian Wulff, Karl Theodor zu Guttenberg und ähnliche Fälle, die er als beispielhaft betrachtet für Skandalisierungen und Kommunikationsblockaden von Seiten der Presse. In seinem Resümee räumt er allerdings ein, dass die Wortführer zahlreicher Skandale nicht in den Tageszeitungen, sondern in den Wochenblättern oder Fernsehsendern sitzen, die aber nicht befragt wurden.

      Die Hauptvorwürfe, denen Kepplinger mit seiner Untersuchung nachspüren will, sind  unprofessionelle Nachrichtenauswahl mit der Betonung von Nebensächlichem und dem Weglassen wichtiger Informationen, Orientierung an Effekten samt verdeckter Wertungen, und Willen zur Macht, zur Deutungshoheit und Selbstinszenierung statt Dienstleistung zur politischen Willensbildung der Leserschaft.

      Nach der Auswertung seiner Fragebögen stellt der Kommunikationsforscher, der bis 2011 an der Uni Mainz lehrte, eine interessante Diskrepanz in den Antworten fest. Die große Mehrheit folgt seiner Auffassung von Grenzverletzungen in den diskutierten Beispielen, nur wenige verteidigen sie. Bei der Frage, ob es dennoch Gründe gäbe, die das damalige Publikationshandeln rechtfertigen könnten, gibt es allerdings eine große Gruppe der von ihm „indifferent“ Genannten, die Fehler relativieren. Für Kepplinger heißt das, „dass journalistische Berufsregeln keine festen Grenzen sind, sondern flexiblen Schläuchen zur Umrandung von Öllachen auf dem Wasser gleichen – sie werden der Größe der Verunreinigungen angepasst“.

      Die Regelverletzer seien letztlich nur wenige, doch die große Zahl der Kolleg_innen, die ihr Vorgehen nicht eindeutig verurteilen, sind für den Autor das große Problem. Gibt es nur schwarze Schafe oder eine schwarze Herde? „Das Verhalten macht Grenzüberschreitungen einzelner Journalisten zu einem Kollektivversagen des Journalismus. Dabei dürfte auch der im Vergleich zu anderen Berufen besonders ausgeprägte Korpsgeist von Journalisten eine Rolle spielen.“ Kepplinger fordert deshalb einen „tiefgreifenden und schmerzhaften Wandel“ zu mehr Transparenz und Selbstkritik, den andere Branchen, auch auf Druck der Medien, zumindest schon begonnen hätten. Journalist_innen treffe heute sehr viel mehr öffentliche Kritik durch das Internet als in früheren Leserbrief-Zeiten. „Neu für Journalisten ist …, dass sie damit konfrontiert werden und dass sie damit rational umgehen müssen“, resümiert der Autor. „Aber daran führt heute auch im Journalismus kein Weg mehr vorbei“, prophezeit Kepplinger.

      Susanne Stracke-Neumann

      Hans Mathias Kepplinger: Totschweigen und Skandalisieren - Was Journalisten über ihre eigenen Fehler denken. edition medienpraxis 15. Herbert von Halem Verlag Köln 2017. 232 Seiten. 21 Euro.
      ISBN 978-3-86962-284-2
      E-Book ISBN 9783869622859 17,99 Euro

      www.halem-verlag.de

       

    • Journalismus: Das Lehr- und Handbuch

      Titel Journalismus Frankfurter Allgemeine Buch Titel Journalismus

      Für Einsteiger und Profis

      Der Autor Stephan Ruß-Mohl war bis 2001 Professor in Berlin und ist heute Professor für Kommunikationswissenschaft an der Università della Svizzera italiana in Lugano und Direktor des European Journalism Observatory ( www.ejo.ch ). Das gemeinnützige EJO bietet einen Überblick über die Situation und Ausbildung von Journalistinnen und Journalisten in vielen Ländern Europas. Die neuen Themen werden jeweils in einem Newsletter angerissen.

      Im vergangenen Jahr hat Ruß-Mohl die dritte, überarbeitete Ausgabe seines Lehr- und Hanbuchs "Journalismus" veröffentlicht. Das Buch ist interessant für alle, die sich für einen Berufsweg in der Medienbranche interessieren, bietet aber auch Interessantes für die Profis wie die Diskussion zu Redaktions- oder Kommunikationsmanagement oder. Für Studierende und junge Wissenschaftler bietet das Buch eine fast 20-seitige Bibliographie zur Journalismusforschung.

      Für die "Neulinge" im oder auf dem Weg zum Journalismus fängt Ruß-Mohl mit den Standards an: Textgattungen, journalistische Sprache bis hin zum - auch für Ältere interessanten - Umgang mit Zahlen, Statistiken und Big Data, dem Material für den neu entstandenen Bereich des Datenjournalismus.

      In einem "Schlussakkord" fragt Ruß-Mohl nach der "Digitalisierung als Chance". Er stellt fest, dass das Veränderungstempo im Journalismus enorm zugenommen hat, gleichzeitig aber Verlage ihrer Reputation schaden, wenn sie versuchen "aus den Redaktionen noch mehr herauszuquetschen" oder "am falschen Fleck sparen. Dazu zählt der Autor die oft beklagenswert geringen Honorare für freie Journalist*innen, die so "regelrecht in die Arme der PR-Industrie getrieben werden, wollen sie nicht zum Prekariat werden".

      Journalismus kann spannend und abwechslungsreich sein, bekräftigt Ruß-Mohl. In kaum einer anderen Branche komme man mit so vielen verschiedenen Lebenswelten in Berührung. Journalisten sind "privilegiert", das bedeute aber auch eine besondere Verantwortung, denn Journalismus ist immer auch ein "Dienst an der Gesellschaft".

      Susanne Stracke-Neumann

      Stephan Ruß-Mohl:Journalismus - Das Lehr- und Handbuch. Frankfurter Allgemeine Buch. Frankfurt 2016. 3., komplett überarb. Neuauflage. 320 Seiten, Hardcover, 29,90 Euro
      ISBN: 978-3-95601-155-9
      Epub, 21,99 Euro
      ISBN: 978-3-95601-179-5
      PDF, 21,99 Euro
      ISBN: 978-3-95601-180-1

      www.fazbuch.de

    • „Datenjournalismus ist gekommen um zu bleiben“

      Datenjournalismus UVK Datenjournalismus

       Eine Einführung in Data Mining, Schnarchdaten und Designvarianten

      „2016 wird das vorerst beste Jahr für den Datenjournalismus in Deutschland werden.“ Davon zeigte sich Lorenz Matzat auf „datenjournalist.de“ überzeugt. 2016 zumindest hat er, der seit 2009 als Journalist, Blogger und Softwareunternehmer mit Open Data und Datenjournalismus arbeitet, das Jahr genutzt, um in der UVK-Reihe „Praktischer Journalismus“ den Band 101 zum „Datenjournalismus – Methode einer digitalen Welt“ zu verfassen. Das Interesse an dieser journalistischen Arbeitsweise teilen die Journalist_innen in ver.di, deshalb ist Datenjournalismus Thema des 30. Journalistentags am 21. Januar 2017 im Berliner ver.di-Haus: „Hashtag, Hightech, Hackmac“.

      „Daten zum Klingen zu bringen ist das Aufgabengebiet des Datenjournalismus“ schreibt Matzat in seinem schmalen Bändchen, das für Einsteiger gedacht sei. Herausgebildet habe sich dieses journalistische Betätigungsfeld erst 2009/10, deshalb ist es für „Datenanfänger“ sicher hilfreich, dass der Autor dem auch für Laien gut lesbaren und wirklich lesenswerten Bändchen ein kleines Glossar angefügt hat. Zum Nachschlagen kann auch die gut gegliederte Inhaltsangabe hilfreich sein. Alle im Band aufgeführten Kurzlinks führen zu weiteren Erklärungen und interessanten Texten oder Projekten. Sie können auf der Internetseite www.datenjournalist.de/buch neben der Lektüre verfolgt werden.

      Was ist eigentlich Datenjournalismus, fragt Matzat. Diagramme allein jedenfalls nicht, und auch nicht nur eine Recherchemethode, die Computer nach Daten durchforstet, denn die habe es schon seit den 1950er Jahren gegeben. „Data Driven Journalism“ sei vielmehr eine Methode, die „Softwarewerkzeuge und manchmal eigens programmierte Codes verwendet, um mit kleineren und größeren Datenmengen zu arbeiten“, die in der digitalen Aufbereitung die interaktiven Möglichkeiten nutzt und dem User erlaubt, seine eigenen Schwerpunkte als Frage an die aufbereiteten Datenbanken zu setzen. Das Ganze wird umrahmt durch die Analyse der Aussagekraft der Daten („Data Mining“) und den journalistisch ausformulierten Bericht. Was laut Autor nicht bedeuten soll, dass Datenjournalismus nicht auch in Print, Radio oder Fernsehen stattfinden könne, nur gehe die Interaktivität dabei verloren.

      Nach der Einführung gliedert Matzat sein Bändchen in die Kapitel Grundlagen, Methodik und Veröffentlichung. Dabei gibt er auch praktische Tipps, wie etwa bei Pressestellen etc. nachzufragen, ob die Statistiken auch in anderen, weiter verarbeitbaren (und nachprüfbaren) Formaten vorliegen, nicht nur als PDF.

      Muss ein Datenjournalist programmieren können? Nein, sagt Matzat, ein Rennfahrer müsse auch kein Auto reparieren, aber den Motor verstehen, um Probleme beschreiben zu können. Denn Datenjournalismus ist Teamarbeit, Journalist_in und Programmierer_in sollten nicht aneinander vorbeireden. „Doch jemand, der keine oder wenig Affinität zum Digitalen, zur Mathematik, speziell Statistik aufweist, sollte die Finger vom Datenjournalismus lassen.“ Und „die eigene Frustrationsschwelle sollte nicht zu niedrig liegen“. Auch englische Fachausdrücke und Design sollten geläufig sein. Zur Themenwahl warnt er: „Datenanalyse kann einem nur etwas bringen, wenn man sich mit dem Kontext auskennt“, damit die richtigen journalistischen Fragen an die Datensätze gestellt werden.

      Dabei empfiehlt der Autor, ab und zu innezuhalten und „aus der ‚Betriebsblindheit‘ herauszutreten“, nachzudenken, ob man tatsächlich „einem journalistischen Mehrwert“ auf der Spur ist oder sich in „Schnarchdaten“ verheddert hat, in „Datensätze ohne wirklich interessante oder nützliche Inhalte“. „Datenjournalismus ist gekommen um zu bleiben“, behauptet Matzat. Aber: „Wie jeder Aspekt der digitalen Gesellschaft ist er einer permanenten Evolution unterworfen.“

      Susanne Stracke-Neumann

      Lorenz Matzat: Datenjournalismus – Methode einer digitalen Welt. Praktischer Journalismus Band 101. UVK Konstanz und München 2016. 100 Textseiten, 17,99. Als E-Book 14,99. ISSN1617-3570.

      www.uvk.de

    • Sprache ist Politik

      Politisches Framing Claudia Ott/Fotolia Politisches Framing

      Die Frames und das Denken

      "Sprache ist Politik." Das sagt die Hamburger Journalistin und Kognitionsforscherin in Berkeley, Elisabeth Wehling. Seit ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit der Wirkung, die Worte in der Politik haben, mit den Frames, unseren "Voreinstellungen" im Gehirn, die automatisch und unbewußt die Worte deuten und werten. Seit der erfolgreichen Kampagne "Yes we can" von Barack Obama hat die progressive Politik den Wert dieser "Framing-Docs" erkannt. Denn die bisherige Vorstellung, politisches Denken sei bewusst, rational und objektiv, hat die Kognitionsforschung längst zu Grabe getragen. Nicht Fakten bedingen unsere Meinungen, sondern Frames, sagen Wehling und ihre Kollegen. Frames ziehen im Gehirn die Strippen und entscheiden, ob Informationen als wichtig erkannt oder kognitiv unter den Teppich gekehrt werden. Frames sind immer ideologisch selektiv, und sie werden über Sprache aktiviert und gefestigt. In der Kognitionsforschung ist man sich daher schon lange einig: Sprache ist Politik.

      Das Buch Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht legt den Grundstein, nach den amerikanischen Politdebatten nund auch den deutschen politischen Diskurs genauer zu untersuchen. In einfacher Sprache deckt es zunächst auf, wie Sprache sich auf unser Denken, unsere Wahrnehmung der Welt und unser Handeln auswirkt. Es zeigt, wo die Wirkkraft mentaler Mechanismen wie Frames und Metaphern herrührt und macht deutlich, wieso es für gesunde demokratische Diskurse unabdingbar ist, die Bewertungen von Gesellschaft und Politik durch vorherrschende Frames mit eigenen Wertvorstellungen abzugleichen – und für eine authentische Vermittlung der eigenen Weltsicht zu sorgen. Diesen Grundlagen folgt eine Analyse der augenfälligsten Frames unserer deutschsprachigen Debatten über Steuern, Sozialstaat, Gesellschaft, Sozialleistungen, Arbeit, Abtreibung, Islam, Terrorismus, Zuwanderung, Flüchtlingspolitik und Umwelt.

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      Elisabeth Wehling: Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Edition Medienpraxis 14, Halem Verlag, Köln 2016, 21 Euro.

      ISBN 978-3-86962-208-8, auch als E-Book (PDF und EPUB) erhältlich

      www.editionmedienpraxis.de

    • Survival Kit für Journalisten

      Cover Survival Kit UVK, Susanne Fuellhaas Cover Survival Kit

      Traumberuf oder nicht - Tipps für Berufseinsteiger

      "Trotz Medienkrise und zunehmender Freiberuflichkeit bleibt Journalist ein Traumberuf", schreibt Romy Heinrich in ihrem Bändchen "Survival Kit für Journalisten in der UVK-Reihe "Wegweiser Journalismus". Nach Beobachtungen beider Journalistengewerkschaften ist dies allerdings nicht mehr der Fall, jedenfalls nicht für diejenigen, die sich heute nach dem Abitur für einen Berufsweg entscheiden wollen oder müssen. "Nachwuchsjournalisten stehen Schlange, um ein unbezahltes Praktikum machen zu dürfen." Das gilt nach wie vor für diejenigen, die bereits in der Bewerbungsschleife stecken. Wie sich das durch den gerade eingeführten Mindestlohn, der bei Praktika nach Ablauf von drei Monaten auch greifen soll, auswirkt, ist noch nicht anzusehen.

      "Doch der Königsweg – Studium, Volontariat und Praktika – funktioniert heute nicht mehr. Will der Journalist vom Schreiben seine Miete zahlen können, muss er heute gleichzeitig Unternehmer und PR-Agent sein. Will er darüber hinaus erfolgreich sein, muss er zur Marke werden." Der Königsweg, der eigentlich aus der Reihenfolge Studium und Praktika, Volontariat, Übernahme als Redakteur/in bestehen sollte, funktioniert nicht mehr, da in allen Verlagen der Rotstift übernommen hat und die Redaktionen schrumpfen. Wann sich dies ändert, wann die Verlage, die laut Verlegerverband ja die "besten Köpfe" in ihreh äuser locken wollen, selbst den "Fachkräftemangel" in ihren Redaktionen bemerken, lässt sich schwer vorhersagen. Auf jeden Fall ist bei den Abiturientinnen und Abiturienten die PR auf dem besten Weg, zur ersten Wahl zu werden, und nicht mehr nur der finanzielle Notnagel für die nicht edel bezahlten "Edelfedern" zu sein.

      Wer sich von der sogenannten Zeitungs- oder Journalismuskrise nicht abschrecken lassen will, der kann sich auf das ihn oder sie erwartende Szenario mit dem "Survival Kit für Journalisten" vorbereiten, um das (Über)Leben als Journalist/in erfolgreich zu bestehen.
      Wie dies geht, verrät Romy Heinrich in diesem Ratgeber: von der eigenen Corporate Identity bis hin zum Markenaufbau mit dem eigenen Blog. Erfolgreiche in der Branche wie Sandra Maischberger, Harald Schmidt - eigentlich ein gelernter Schauspieler und Entertainer - oder Jörg Wontorra geben in Interviews ihre Erfahrungen weiter, Experten helfen mit Tipps für Beruf und Karriere.

      Susanne Stracke-Neumann

      Romy Heinrich: Survival Kit für Journalisten. Reihe "Wegweiser Journalismus" Band 12. UVK-Verlag, München, Konstanz 2014. 178 Seiten, 14,99 Euro.

      ISBN 978-3-86764-535-5

      www.uvk.de

    • Als Anfänger in der Radioredaktion

      Radio machen UVK Radio machen

      Ein Begleiter für den Hörfunk-Einstieg als Praktikant, Volontär oder freier Mitarbeiter

      "Radio machen ehißt: einfach sprechen. Gerade deswegen ist es nicht leicht, so leitet die Autorin Sandra Müller ihr Buch in der Reihe "Wegweiser Journalismus" ein. In acht Kapiteln bietet "Radio machen" einen Einstieg in die ersten Schritte in einer Hörfunkredaktion. Müller arbeitet selbst als Moderatorin, Redakteurin und Reporterin überwiegend für den SWR. Sie unterrichtet an der Uni Tübingen und beim Lernradio Karlsruhe. Ihre Kapitelaufhänger stammen allerdings direkt aus der Radiopraxis, etwa wenn das erste Kapitel überschrieben ist: "Mach da mal 'ne Meldung draus - Wie man einfach sagt, was Sache ist".

      Weitere Themen sind Umfragen, Beitrag schneiden und bauen, wie man den eigenen Text gut rüberbringt und was man aus den gebauten Beiträgen noch alles machen kann. In den letzten beiden Kapiteln bereitet sie auf die Live-Schalte und die eigene Moderation vor. Einige Übungen sowie eine Link- und Literaturliste runden das Buch ab, zu dem es außerdem eine eigene Website gibt, den Blog von Sandra Müller: www.radio-machen.de .

      Sandra Müller. Radio machen. 2. überarbeitete Auflage, Schriftenreihe: Wegweiser Journalismus, Band 11. UVK Konstanz und München 2014. 152 Seiten. 14,99 Euro

      ISBN 978-3-86764-446-4

      www.uvk.de

       

       

       

    • Die scheuen kleinen Ideentierchen

      Themen finden UVK UVK UVK Themen finden

      Der Wegweiser zum guten Themenfinden beginnt mit zehn Regeln zum Misserfolg

      Warum nach eigenen Themen suchen? Es gibt doch Agenturen, Fachmagazine, Pressekonferenzen – und überhaupt ist doch über alles schon geschrieben worden. Und wenn eine gute Idee, da nicht notiert, verschwindet, dann war es eben keine gute Idee! Aus dem ganzen oben genannten Material lässt sich doch ein bunter Infostrauß zusammenstellen… Dem hält Autorin Barbara Hallmann entgegen: „Journalismus funktioniert aber anders. …Journalisten sollten versuchen, abseits davon relevante Themen und starke Geschichten zu finden.“

      Warum? Damit nicht die Pressesprecher die Themen setzen, damit auch normale Leute ohne Pressestelle beachtet werden und damit die ganze Sache Spaß macht: „Gute Themen machen mehr Spaß“, ist Hallmann überzeugt. „Kinder und Tiere sind die halbe Schmiere“, lautet ein Journalistenspruch, aber auch bei diesen Themen sollten Variationen gefunden werden. „Gerade freiberufliche Autoren, die nicht auf ein sehr spezielles Themengebiet, sondern eher auf eine bestimmte Region festgelegt sind, sehen sich oft dem Druck ausgesetzt, ihren verschiedenen Kunden starke Angebote liefern zu müssen, und manche von ihnen verzweifeln schier in dieser Situation“, schreibt Hallmann und meint: „Da gibt es eigentlich nur einen einzigen Rat – und zwar den, endlich aufzuhören, sich davon fertigmachen zu lassen, die Suche nach Themen einzustellen und mit Recherche anzufangen. Und genau dazu will dieses Buch anleiten.“

      Themen finden auf der Straße, an der Pinnwand, im Vereinsregister, in den Kleinanzeigen, Leserbriefen, Social Media oder auch bei den Ausschreibungen von Journalistenpreisen – Hauptsache aber ist, im Alltag mit den Leuten zu reden und ihnen zuzuhören. Und bei Freelancern, die allein in ihrem Arbeitszimmer sitzen, sei für neue Ideen der Austausch mit Kollegen wichtig, sei es doch in einem gemeinsamen Büro oder zumindest bei Journalistenstammtischen und ähnlichen Treffen. Nicht um gemeinsam nach Themen zu suchen oder sich gegenseitig die Ideen zu stehlen, so die Autorin, sondern um vielleicht „beim Blödeln am Kaffeetisch“ auf neue Gedanken zu kommen. Dabei sollte man aber auch „alte“ Gedanken nicht außer Acht lassen und ein Archiv aufbauen, das die Frage erlaubt „Was wurde eigentlich aus…?“.

      Ein interessantes Buch für Berufseinsteiger, eine anregende und teils vergnügliche Lektüre auch für die Profis mit vielen bekannten Situationen aus Redaktion oder Selbstständigkeit.

      Susanne Stracke-Neumann

      Barbara Hallmann: Themen finden. 2. überarbeitete Auflage. Reihe Wegweiser Journalismus Band 4. UVK Verlagsgesellschaft. Konstanz, München 2014. 132 Seiten. 14,99 Euro.

      ISSN 1866-5365

      ISBN 978-3-86764-441-9

      www.uvk.de