Graphic Recording beim 32. Journalistentag zur Aus- und Weiterbildung von Franziska Ruflair

    Graphic Recording vom Journalistentag 2019
    Foto/Grafik: Franziska Ruflair /Grafik, Jan-Timo Schaube, Foto

    Zurück in die Zukunft - Push the Button!"

    „Wir müssen uns absurd hoch qualifizieren“, so Vanessa Vu von Zeit Online, mit Jahrgang 1991 jüngste Theodor-Wolff-Preisträgerin. Nach der einleitenden Rede von Frank Werneke, die wegen seiner Erkrankung dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Bergeer vortrug, machte Vanessa Vu mit Klaus Schrage von den Nürnberger Nachrichten den Auftakt in einem im Ton eher freundlichen Streitgespräch "Youngster rennt - Oldie pennt". "Je prekärer der Job, desto weiblicher der Nachwuchs“, stellet Vu mit leichter Resignation fest. Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen forderte Schrage, der auch Vorsitzender der dju-Tarifkommission ist, die Berufseinsteiger*innen auf, mit ihrer Gewerkschaft für Verbesserungen zu kämpfen: "Wir haben in den Tarifverhandlungen was rausgeholt, aber wo sind die Kollegen unter 30, wenn es darum geht für die eigenen Tarife zu streiten? Ihr lasst euch verarschen!“

    Für die verschiedenen Wege in den Journalismus bat Tagesmoderatorin Tina Groll von Zeit Online anschließend auf das Podium. Die Referenten schilderten in sehr lebendigen Referaten Möglichkeiten des Volontariats, der Journalistenschule, der Hochschule und des Quereinstiegs. Neue Herausforderungen für die Ausbildung wurden diskutiert - auch die Bedeutung des Falles Claas Relotius, der als "journalistischer Fälscher" nicht ohne Vorgänger war.

    Die Weiterbildung stand am Nachmittag im Mittelpunkt der Diskussion über die Erwartungen der Verlage an ihre Mitarbeiter*innen - bei Madsack werden Weiterbildungskosten als Investitionen in die "digitale Transformation" betrachtet. Die realen Möglichkeiten, Weiterbildung wahrzunehmen, sehen in den Redaktionen allerings oft anders aus, auch weil ihre Bedeutung unterschätz werde. Die Freien in die Weiterbildung in den Verlagen einzubeziehen, führe zu Problemen mit ihrem Status als Selbstständige, erklärte Madsack-Personalleiter Adrian Schimpf. Vorschlag von dju-Vizevorsitzendem Peter Freitag: Vergütungsregeln einhalten, Honorare erhöhen, dann könnten sich Freie selbstfinanzierte Weiterbildung leisten.

    Das mit viel Beifall begrüßte Abschlussreferat hielten Andrea Röpke und Florian Manz, seit Jahrzehnten im Team Rechtsextremen auf der Spur. Röpke forderte die Journalist*innen auf, Haltung zu zeigen und Position zu wichtigen Fragen und Problemen der Gesellschaft zu beziehen.

    Einen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos vom 32. Journalistentag bietet M Online.

    Ruflair
    Foto/Grafik: Jan-Timo Schaube

    Diskussion zur Weiterbildung im voll besetzten Saal beim 32. Journalistentag im Berliner ver.di-Haus

    Weiterbildungsdiskussion JT 2019
    Foto/Grafik: Jan-Timo Schaube

    ver.di Kampagnen