Einigung bei der VG Wort

    "Mit neuem Verteilungsplan gemeinsam in die Zukunft"

    Am Freitag und Samstag tagten in München die Gremien der VG WORT. Die wichtigsten Informationen und Beschlüsse aus der Mitgliederversammlung sind nachfolgend zusammengefasst.

    Schwerpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung am Samstag war die Beschlussfassung über den Verteilungsplan der VG WORT. Zum einen ging es um den zukünftigen Verteilungsplan, der ab dem Jahr 2017 gilt und damit erstmals für die Ausschüttungen in 2018 zur Anwendung kommt. Zum anderen wurde ein Übergangs- und Ergänzungsverteilungsplan im Hinblick auf die diesjährigen
    Ausschüttungen 2017 (für 2016) zur Abstimmung gestellt. Beide Verteilungspläne erhielten erfreulicherweise in allen sechs Berufsgruppen die notwendige Zweidrittelmehrheit.

    „Mit den neuen Verteilungsplanregelungen wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass die VG WORT die gemeinsame – sehr erfolgreiche - Rechtewahrnehmung für Urheber und Verlage fortsetzen kann. Ein wichtiger Schritt in die Zukunft ist gelungen“, so äußerten sich die beiden geschäftsführenden Vorstände der VG WORT, Dr. Robert Staats und Rainer Just direkt nach der Sitzung.

    Der zukünftige Verteilungsplan setzt die gesetzlichen Vorgaben des 2016 in Kraft getretenen Verwertungsgesellschaftengesetzes (VGG) zur Verlegerbeteiligung um. Weiterhin wird im neuen Verteilungsplan auch die Anpassung einiger Aufteilungsquoten zu Gunsten der Urheber berücksichtigt.

    Ausschüttungen 2017

    Der Übergangs- und Ergänzungsverteilungsplan sieht für die Ausschüttungen in 2017 (für 2016) vor, dass bei gesetzlichen Vergütungsansprüchen die Autoren zunächst eine Abschlagszahlung erhalten. Danach können die Ausschüttungsempfänger bis zum 30.9.2017 entscheiden, ob ihr jeweiliger Verlag beteiligt werden soll und ggf. eine entsprechende Zustimmung gegenüber der VG WORT erklären. Erfolgt keine Zustimmungserklärung, erhält der Autor anschließend noch den zu 100 Prozent fehlenden Anteil auf der Grundlage der neuen Verteilungsplanregelungen. Stimmt der Autor der Verlegerbeteiligung zu, erhält der Verlag seinen Anteil auf der Grundlage der im Verteilungsplan festgelegten Quoten.

    Dazu der Bericht von Rüdiger Lühr in M Online.

    VG Wort: Sieg der Vernunft

    "Gestern war ein denkwürdiger Tag für die Verwertungsgesellschaft Wort. Erstmals verabschiedeten die Mitglieder einen regulären Verteilungsplan, der es den Urhebern überlässt, zu entscheiden, ob ihre Verleger ein Stück vom Kuchen abbekommen – etwas, das früher eine Selbstverständlichkeit war, schreibt Ulf Froitzheim in seinem Blog "Froitzheims Wortpresse".

    Cornelia Haß: Stimmrechtübertragung für VG Wort nicht vergessen

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    in diesen Tagen erhalten alle Mitglieder der VG Wort (also die, die als Journalistinnen oder Journalisten in den letzten drei Jahren im Durchschnitt 400 Euro oder mehr an Ausschüttung erhalten und einen entsprechenden Antrag bei der VG Wort gestellt haben, dem auch stattgegeben wurde und die die Mitgliedsbeiträge entrichten – alle anderen sind die so genannten Wahrnehmungsberechtigten) mal wieder Post: Die Einladung zur Mitgliederversammlung am 20. Mai in München.

    Auf der Tagesordnung stehen einmal mehr wesentliche Entscheidungen für die Zukunft der VG Wort als gemeinsamer Einrichtung von Urhebern und Verwertern, so zu einem neuen Verteilungsplan, auf dessen Grundlage die künftigen Ausschüttungen der VG Wort geschehen sollen.

    Nach dem  „Vogel-Urteil“ des BGH, in dem nicht die Verlagsanteile generell, sondern deren pauschale Verteilung als unrechtmäßig erkannt wurden, haben die Mitglieder der VG Wort die Gremien der VG Wort beauftragt, eine Lösung zu finden, die beiden Seiten Rechnung trägt, Urheberinnen wie Verlagen.

    Der BGH hat in seiner Urteilsbegründung beschieden, dass Rechte nachträglich an Verlage weitergegeben werden können. Der Gesetzgeber wiederum ergänzte dieses Urteil insofern, dass die Verlagsbeteiligung dann nach einem von AutorInnen und VerlagsvertreterInnen in der VG Wort ausgehandelten pauschalen Verteilungsplan vorgenommen werden darf, wenn und nur wenn die Urheber nach eigener Entscheidung den Verlagsanteil abtreten.

    Auf der Mitgliederversammlung der VG Wort wird ein solcher Verteilungsplan vorgelegt. Auch die Journalistinnen und Journalisten in den Gremien der VG Wort haben sich nachdrücklich dafür eingesetzt, dass ein Kompromiss für die Ausschüttung der Tantiemen gefunden wurde, der dem Anliegen der Urheber Rechnung trägt.

    Für die Urheberseite wurden dadurch Verbesserungen in den verschiedenen Verteilungsschlüsseln erreicht, insbesondere für Autorinnen und Autoren der:

    • Wissenschaftlichen und Fachzeitschriften
    • Tageszeitungen, Wochenpresse, Publikumszeitschriften, wobei die Verbände der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage ihren Teil der Ausschüttung, sofern freiwillig von Urheberinnen und Urhebern übertragen, eventuell weiterhin für Ausbildungszwecke zur Verfügung stellen
    • Texte, die frei im Internet verfügbar sind (METIS)
    • Übersetzungen im Bereich wissenschaftlicher Werke sowie von Fach- und Sachbüchern

     Für alle Wahrnehmungsberechtigten gilt weiterhin, dass sie ihre Entscheidung über eine Verlegerbeteiligung individuell, anonymisiert und freiwillig nach Erscheinen eines Werkes treffen können.

    Zur Wahrheit gehört allerdings auch, nicht nur kurzfristig an die höheren Ausschüttungen zu denken, sondern genauso an das Prinzip gemeinsamer Interessenvertretung einer ganzen Branche durch die VG Wort. Dazu gehört auch ein akzeptabler Anteil der Erlöse für die Verlage, auch wenn die an anderer Stelle wirklich nichts unversucht lassen, um Honorare zu drücken und die Spielregeln sozialpartnerschaftlichen Miteinanders zu verletzen.

    Aus früheren Veröffentlichungen ist bekannt, dass auch die Gremien der dju in ver.di den Fortbestand der VG Wort als gemeinsame Institution von Urheberinnen und Verlagen für immens wichtig halten. Daher appellieren wir an alle Mitglieder der VG Wort, dem Vorschlag des Verwaltungsrates über einen neuen Verteilungsplan zuzustimmen, persönlich oder per Stimmübertragung. Der Vorschlag selbst geht allen Mitgliedern als Antrag mit der Einladung zur Mitgliederversammlung zu.

    Das zeigt:

    Bei der Mitgliederversammlung am 20. Mai geht es um eine entscheidende Weichenstellung. Die Zustimmung der Mitgliederversammlung im Mai ist die Voraussetzung für die Umsetzung dieses Verteilungsplans und damit weiterer Ausschüttungen von Tantiemen durch die VG Wort.

    Es ist wichtig, dass möglichst viele Mitglieder im Interesse einer funktionierenden VG Wort ihr Stimmrecht wahrnehmen, am besten persönlich durch Teilnahme an der Mitgliederversammlung. Wer nicht teilnehmen kann, kann seine oder ihre Stimme einem Mitglied übertragen, das auf der MV im gewünschten Sinn abstimmen wird. Das Formular für die Stimmrechtsübertragung wird zusammen mit der Einladung zur Mitgliederversammlung am 20. Mai verschickt. Wie die Mitglieder der VG Wort per Rundschreiben informiert wurden, besteht neuerdings die Möglichkeit, zehn Stimmen auf ein Mitglied zu übertragen

    Dies ist der neuerdings auch möglichen elektronischen Abstimmung im Vorfeld bei weitem vorzuziehen – denn sollte es Änderungen an Anträgen geben, sodass diese auf der MV umformuliert zur Abstimmung vorgelegt werden, verfallen alle diese Stimmen.

    Wer von der Möglichkeit zur Stimmübertragung Gebrauch machen möchte, aber nicht weiß, an wen er oder sie die Stimme übertragen soll, kann die Übertragungsformulare ohne namentliche Nennung eines Vertreters, aber mit dem eigenen Namen, der eigenen Karteinummer sowie der richtigen Berufsgruppe bei der VG Wort an Peter Freitag schicken.

    Peter Freitag ist Mitglied der VG Wort und stellvertretender dju-Vorsitzender. Er wird mit dafür sorgen, dass es eine angemessene und wirkungsvolle Verteilung aller Stimmen gibt. Gemeinsam im Interesse der Urheberinnen und Urheber.

    Seine Anschrift lautet: Peter Freitag, Bonner Straße 36,53859  Niederkassel.

    VG Bild-Kunst: Stimmübertragung für die Berufsgruppenversammlungen

    Die gemeinsamen und getrennten Versammlungen der Berufsgruppen in der VG Bild-Kunst finden

    • am 5. Mai 2017
    • in Bonn, Hotel Hilton,
    • ab 10 Uhr statt.

    Wer nicht hinfahren kann, möge bitte unbedingt seine Stimmrechte an die "ver.di Fachgruppe Journalismus (dju)" übertragen.

    Die mit der Einladung versandten Karten zur Stimmrechtsübertragung müssen spätestens drei Werktage vor der Versammlung in der Geschäftsstelle der VG Bild-Kunst eingegangen sein. Es bleiben also nur noch wenige Tage Zeit!

    In den Berufsgruppenversammlungen am 5. Mai 2017 in Bonn sollen Beschlussvorlagen für die verbliebenen Lücken des neuen Verteilungsplans vom 17.12.2016 diskutiert und verabschiedet werden. Die endgültige Entscheidung fällt die Mitgliederversammlung am 29. Juli 2017 in Bonn.

    Alle Beschlussvorlagen und die PDF für die Stimmrechtsübertragung sind hier zu finden.

    VG Bild-Kunst: Zweite außerordentliche Mitgliederversammlung

    Wer nicht am 17. Dezember 2016 in Bonn dabei sein kann: Bitte Stimmübertragung bis 13. Dezember nicht vergessen!

    Am 17. Dezember 2016 beginnt um 11 Uhr die Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst im

    • Derag Livinghotel Kanzler
    • Adenauerallee 148, 53113 Bonn.

    Wer an der Mitgliederversammlung nicht teilnehmen kann, sollte seine Stimme nicht verfallen lassen, sondern seine Stimme bis spätestens 13. Dezember 2016 an die "ver.di Fachgruppe Journalismus" übertragen! 
    Das PDF-Formular und die Tagesordnung für die Mitgliederversammlung findet ihr rechts.

    Wie weiter mit den Verwertungsgesellschaften?

    VG Wort: Beschluss über Rückverteilung an Autoren gefasst

    "Nach langen Diskussionen hat die außerordentliche Mitgliederversammlung der VG Wort am 26. November mit jeweils klarer Mehrheit in allen Berufsgruppen einen „Korrektur-Verteilungsplan“ für die von den Verlagen zurückgeforderten Ausschüttungen seit 2012 sowie ein anonymisiertes Verfahren zur möglichen Abtretung von Nachforderungsansprüchen seitens der Autoren an Verlage beschlossen. Allerdings fand die notwendige Anpassung des Verteilungsplans an das neue Verwertungsgesellschaftengesetz später keine Mehrheit", schreibt Rüdiger Lühr (dju in ver.di) in M Online.

    "Der neue Verteilungsplan muss aber bis zur nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung der VG Wort am 18. März 2017 beschlossen werden", so Lühr. "Denn sonst könnte die Hauptausschüttung Mitte 2017 nicht erfolgen. Nach Auskunft des VG-Wort-Vorstands wird die Verwertungsgesellschaft 2016 Einnahmen von mindestens 180 Millionen Euro erzielen."

     

    Anti-Berufsverband

    "K­ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mög­lich"

    Ul­f. J. Froitz­heim schreibt über die Ver­samm­lung vom 26. No­vem­ber 2016: "Ger­ne hät­te ich Un­recht be­hal­ten und den Op­ti­mis­ten im Vor­stand und Ver­wal­tungs­rat der VG Wort ge­gönnt, dass sie rich­tig lä­gen mit ih­rer freund­li­chen Ein­schät­zung der Frei­sch­rei­ber als Leu­te, die zu­hö­ren und mit de­nen man ver­nünf­ti­ge, kon­struk­ti­ve Ge­sprä­che füh­ren kann." Doch: "Heu­te Nach­mit­tag hat die­ser Ver­ein be­wie­sen, dass mit ihm kei­ne ver­läss­li­che Zu­sam­men­ar­beit mög­lich ist."

    Rechte wahren, nicht abtreten, empfiehlt die dju

    dju-Bundesgeschäftsführerin Cornelia Haß rät VG-Wort-Mitgliedern vor der Versammlung vom 26. November: Stimme übertragen, sich nicht unter Druck setzen lassen und keine Rechte voreilig abzustreten.

    "Nach den Erfahrungen, die Kreative in ihrer Arbeit mit Honorardumping von Verlagen machen, ist es kein Wunder, dass auch die Schlüssel in den anderen Bereichen (im Journalismus und in der Belletristik gehen 70 Prozent der Ausschüttungen an die Autorinnen und 30 Prozent an die Verlage) zur Disposition stehen und angesichts der ausbeuterischen Praxis grade im Zeitschriften- und  Tageszeitungsbereich die Frage nach der Verlegerbeteiligung grundsätzlich gestellt wird. Hier gibt es zu Recht hohe Erwartungen von ver.di an die geplante Reform des Urhebervertragsrechts. CDU/CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag eine deutliche Stärkung des Urheberrechts angekündigt. Diese Erwartungen gilt es jetzt, politisch zu erfüllen."

    Stimmrechte nur für Mitglieder

    Mit­­glie­­der zah­len 10 Eu­ro Bei­­trag

    Ach­tung: Nur Mit­­glie­­der der VG Wort ha­­ben Stim­m­recht bzw. kön­­nen ih­­re Stim­­me über­­tra­­gen. Wer nicht all­­jähr­­lich 10 Eu­ro Mit­­­glieds­­bei­­trag an die VG Wort zahl­t, ist ein/e Wahr­­neh­­mungs­­­be­rech­tig­te/r oh­­ne Stim­m­recht.

    Keine Einigung bei der VG Wort am 10. September 2016

    "Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 10. September 2016 brachte keine Einigung über die Rückabwicklung und die Neuverteilung der Ausschüttungssummen für den Zeitraum 2012 bis 2015 in Folge des Urteils des Bundesgerichtshofs vom 21. April 2016 zur Rechtswidrigkeit einer pauschale Ausschüttung an Verlage", schreibt dju-Mitglied Rüdiger Lühr in "M Online". "Der entsprechende Antrag des Verwaltungsrats verfehlte die satzungsgemäße Zwei-Drittel-Mehrheit in jeder der sechs Berufsgruppen durch das Votum der Journalisten-Berufsgruppe 2 (76 Ja- gegenüber 37 Nein-Stimmen) knapp. Die Gegenstimmen kamen überwiegend aus den Reihen der Vereinigung "Freischreiber", die in München mit zahlreichen neuen VG-Wort-Mitgliedern erschienen war."

    "Wenn die durch das BGH-Urteil entstandene schwierige Situation etwas Gutes habe, so die gestiegene öffentliche Wahrnehmung und einen engeren Kontakt mit den Urhebern, resümierte Robert Staats und appellierte an die Teilnehmer: 'Lasst uns versuchen, gemeinsam die VG Wort beizubehalten.' Auch der Bundesgerichtshof habe eine Verlegerbeteiligung unter bestimmten Voraussetzungen gestattet. Nun sei der Gesetzgeber gefordert, möglichst schnell eine Lösung zu eröffnen, auch wenn sein Handlungsspielraum dafür im europäischen Kontext relativ gering sei, so M-Online-Redakteurin Helma Nehrlich in ihrem Bericht von einer der zahlreichen Infoveranstaltungen vor der Mitgliederversammlung.

    "Kuriose Entscheidung"

    Wie ein klei­ner Ver­ein Hun­dert­tau­sen­de do­mi­niert

    Heinz Wra­ne­schitz, Au­tor, Fo­to­graf und en­ga­gier­tes Mit­glied der dju Mit­tel­fran­ken, war bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung der VG Wort am 10. Sep­tem­ber 2016 und hat sich in der "Baye­ri­schen Staats­zei­tung" sei­ne Ge­dan­ken zum Ab­stim­mungs­patt ge­macht: "­Ku­rio­se Ent­schei­dung auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft Wort (VG Wor­t)."

    "Friendly Fire bei der VG Wort"

    "Ein biss­chen Po­le­mi­k"

    "Die meis­ten Au­to­ren ver­ste­hen nicht so ge­nau, wie Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten funk­tio­nie­ren. Haupt­sa­che, es flie­ßen Tan­tie­men. Pro­ble­ma­tisch wird das Halb­wis­sen, wenn da­durch not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen ver­hin­dert wer­den", so die Zu­sam­men­fas­sung von kress.­de zu ei­nem Gast­bei­trag von Ulf J. Froitz­heim.

    Ein Statement von Cornelia Haß, Bereichsleiterin Medien und Publizistik in der ver.di- Bundesverwaltung und Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist die größte Interessenvertretung Kreativer in Deutschland. Die in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Bereichen kreativer Arbeit (Schriftsteller, Journalistinnen, Übersetzer, KünstlerInnen, Fotografen, Designerinnen etc.) entwickeln die ver.di-Positionen zum Urheberrecht und zu allen Fragen, die damit zusammen hängen, in der so genannten Koordination Urheberrecht. ver.di ist darüber hinaus auch Mitglied der Initiative Urheberrecht.

    Weder ver.di noch die dju oder der ebenfalls zu ver.di gehörende Verband der Schriftsteller (VS) oder der Verband der Übersetzer (VdÜ) sind als Organisation in einem Gremium der VG Wort vertreten.

    Klare Aussage für Verlegerbeteiligung

    Die Koordination Urheberrecht hat sich ebenso wie die in der Deutschen Journalisten Union (dju) in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen klar und mehrheitlich zur Verlegerbeteiligung sowie zum Erhalt der bestehenden Verwertungsgesellschaften bekannt. Die Mitglieder sind davon überzeugt, dass  gemeinsam mit den Verwertern ihre Rechte in den Verwertungsgesellschaften beispielsweise gegenüber der Geräteindustrie und in der Digitalwirtschaft am besten durchgesetzt werden können.

    Der Schlüssel, der die Anteile der aus der Rechteverwertung erzielten Einnahmen fest schreibt, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen und bedarf nach dem Urteil des BGH Urteil im Fall Vogel/VG Wort, das sich auf den Wissenschaftsbereich bezieht, in dem die derzeitige Praxis eine Verteilung von jeweils 50 Prozent vorsieht, die vom BGH für rechtswidrig erklärt wurde, einer grundsätzlichen Neujustierung.

    Stärkung des Urheberrechts durch Bundestag angkündigt

    Nach den Erfahrungen, die Kreative in ihrer Arbeit mit Honorardumping von Verlagen machen, ist es kein Wunder, dass auch die Schlüssel in den anderen Bereichen (im Journalismus und in der Belletristik gehen 70 Prozent der Ausschüttungen an die Autorinnen und 30 Prozent an die Verlage) zur Disposition stehen und angesichts der ausbeuterischen Praxis grade im Zeitschriften- und  Tageszeitungsbereich die Frage nach der Verlegerbeteiligung grundsätzlich gestellt wird. Hier gibt es zu Recht hohe Erwartungen von ver.di an die geplante Reform des Urhebervertragsrechts. CDU/CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag eine deutliche Stärkung des Urheberrechts angekündigt. Diese Erwartungen gilt es jetzt, politisch zu erfüllen.

    Eine Zerschlagung der Verwertungsgesellschaften: Keine gute Lösung!

    Eine Zerschlagung der Verwertungsgesellschaften würde dem Anspruch von ver.di nicht gerecht, auch künftig das Beste aus der Zweitrechteverwertung  heraus zu holen. Das ist weder zu erreichen durch reine Autorenvereinigungen noch durch ein Leistungsschutzrecht auch für Buchverlage, das haben einschlägige – schlechte – Erfahrungen ganz deutlich gemacht. Und deswegen wirbt ver.di und wirbt die dju in ver.di für die beschriebene und mehrheitlich vertretene Position.

    Urheberrecht

    Ein sehr ak­tu­el­les The­ma

    So­wohl im Deut­schen Bun­des­tag wie im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment steht das The­ma "Ur­he­ber­recht" auf der ak­tu­el­len Agen­da. In Ber­lin ist ein Ge­set­ze­s­ent­wurf in der Ka­bi­netts­ab­stim­mung. Die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver­.­di setzt sich für die Stär­kung der Rech­te der Krea­ti­ven ein und hat da­zu viel­fach ih­re Po­si­tio­nen in die De­bat­te ein­ge­bracht. Die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver­.­di) ist üb­ri­gens die größ­te In­ter­es­sen­ver­tre­tung Krea­ti­ver in Deutsch­lan­d. Die in ver­.­di or­ga­ni­sier­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus den un­ter­schied­li­chen Be­rei­chen krea­ti­ver Ar­beit (Schrift­stel­ler, Jour­na­lis­tin­nen, Über­set­zer, Künst­le­rIn­nen, Fo­to­gra­fen, De­si­gne­rin­nen et­c.) ent­wi­ckeln die ver­.­di-Po­si­tio­nen zum Ur­he­ber­recht.

    Gemeinsam für ein faires Urhebervertragsrecht

    Die Initiative Urheberrecht, zu der auch die dju in ver.di gehört, hat am 9. Februar 2016 eine Erklärung formuliert und bittet um Unterschriften: Erklärung der UrheberInnen und KünstlerInnen - Gemeinsam für ein faires Urhebervertragsrecht!

    dju fordert Verbandsklagerecht

    Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di NRW appelliert an den Bundestag, die Rechte von Urhebern zu stärken. In einem Brief an alle nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten wirbt die dju um Unterstützung für einen Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums zur Reform des Urheberrechtsgesetzes. Dieser sieht unter anderem die Einführung eines Verbandsklagerechts vor. „Ein solches Verbandsklagerecht würde die Journalistengewerkschaften in die Lage versetzen, den berechtigten Anspruch von freien Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen auf eine angemessene Vergütung ihrer Arbeit gegenüber den Verlagen durchzusetzen“, sagt Peter Freitag, geschäftsführender Landesvorstand der dju NRW.
    Mehr

    ver.di-Stellungnahme zum deutschen Gesetzentwurf eines verbesserten Urheberrechts

    Am 17. Dezember 2015 hat ver.di ihre Stellungsnhame zum Referentenentwurf "eines Gesetzes zur verbesserten Durchsetzung des Anspruches der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung" vorgelegt. ver.di begrüßt ausdrücklich, dass die Rechte der Urheber gestärkt werden sollen, weil dringender Handlungsbedarf besteht.

    ver.di begrüßt Gesetzesinitiative

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßte am 14. Dezember 2015 die Neugestaltung des Urhebervertragsrechts, die Bundesjustizminister Heiko Maas anstrebt. "Dabei müssen die Rechte der Kreativen an ihrem geistigen Eigentum gestärkt werden", sagte Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender.

    Pressemitteilung

    Die zusammengefasste Argumentation von ver.di findet sich hier in der Presseerklärung dazu.

    Gesetzesentwurf vom 5. Oktober 2015

    Zu seinem Referentenentwurf zur Verbesserung des Urehberrechts der Kreativen schreibt das Bundesjustizministerium am 5. Oktober 2015: "Die Reform des Urhebervertragsrechts im Jahr 2002 hatte erstmals einen Anspruch der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung gesetzlich verankert. Außerdem hatte der Gesetzgeber das Instrument der gemeinsamen Vergütungsregeln geschaffen. Entscheidungen der Gerichte haben seitdem das Recht der Kreativen auf angemessene Vergütung konkretisiert; auch sind einige gemeinsame Vergütungsregeln aufgestellt worden. Im Ergebnis führen diese Defizite teilweise zu unangemessen niedrigen Vergütungen der Urheber und ausübenden Künstler. Dem ist durch eine Stärkung der Vertragsparität zu begegnen: Es geht um die faire Beteiligung an den Erlösen der Verwertung von kreativen Leistungen, sichergestellt durch individualvertragliche und kollektivrechtliche Mechanismen."
    Zum Referentenentwurf

    ver.di-Stellungnahme zur EU-Urheberrechtsreform vom 10. Februar 2015

    "Am Montag den 19. Januar 2015 hat die Europaparlamentsabgeordnete der deutschen Piratenpartei, Julia Reda, einen Berichtsentwurf über die Umsetzung der so genannten InfoSoc-Richtlinie veröffentlicht. Wir von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) halten die im Papier vorgenommene Zusammenfassung und die gezogenen Schlussfolgerungen für eine Gefahr in
    Bezug auf die wirtschaftliche Situation der professionellen Urheberinnen und Urheber sowie der ausübenden Künstlerinnen und Künstler in Europa."

    Pressemitteilung

    Dazu die Presseerklärung von ver.di: "Urheberrecht nicht kapern lassen"

    Urheber first

    Positionen der ver.di zur aktuellen Urheberrechtsdebatte

    Berlin, 24. September 2012: Mit dem Beschluss des ver.di-Bundesvorstandes vom 24. September 2012 bezieht ver.di eine klare, handlungsorientierte Position in der aktuellen und zum Teil hitzig geführten Debatte um den Stellenwert des Urheberrechts. Das Ziel ist, die Urheberrechte durchzusetzen, um eine ökonomisch tragfähige Existenz von professionellen Werkschaffenden zu erhalten.

    Das Positionspapier ist wie folgt gegliedert:

    • Auch in der Kreativwirtschaft besteht der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit
    • Wer Urheberrechte verletzt oder Verletzungen wissentlich zulässt, muss dafür die Verantwortung übernehmen
    • Nur faire Verwerter verdienen ein Leistungsschutzrecht
    • Faire Finanzierungsmodelle anstreben
    • Verbraucherinnen/Verbrauchern Sicherheit geben
    • Altes nicht gegen Neues ausspielen

    Koordination "Urheberrecht"

    Für die Krea­ti­ven

    Die po­li­ti­sche Ar­beit für die Krea­ti­ven in ver­.­di wird für die Me­dien- und Kunst­fach­grup­pen und das Re­fe­rat Freie und Selbst­stän­di­ge in ver­.­di im Ko­or­di­na­ti­ons­gre­mi­um "Ur­he­ber­recht" ge­bün­del­t. Als Ver­tre­ter der dju in ver­.­di ar­bei­tet dort Rü­di­ger Lühr mit­. ­Kon­takt über die Bun­des­ge­schäfts­stel­le der dju. Au­ßer­dem ist ver­.­di mit vie­len an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen Part­ner in der In­itia­ti­ve Ur­he­ber­recht, die al­le Ak­ti­vi­tä­ten ko­or­di­niert und dar­über in­for­mier­t.

    ver.di Kampagnen