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    © Hermann Haubrich

Hohe Wertigkeit von Fotojournalismus in Frage gestellt?

Zum 30. Juni 2022 erhielten alle festangestellten Fotograf*innen der DuMont-Tochter „Kölner Stadt-Anzeiger Medien“ ihre Kündigung. Begründung: Das Bildmaterial soll künftig bei Freien oder Fotoagenturen eingekauft werden bzw. von den Redakteur*innen selbst erstellt werden. Was für den Verlag eine »Effizienzmaßnahme« ist, bedeutet für die betroffenen Journalist*innen den unsanften Stoß in eine ungewisse und vor allem unsichere berufliche Zukunft.

Meldungen wie diese waren in den letzten Jahren leider keine Seltenheit. Denn Redaktionsfotograf*innen und Bildredakteur*innen findet man inzwischen kaum noch. Der Anteil der fest angestellten Bildjournalist*innen an der Gesamtheit der Redakteurinnen und Redakteure bei deutschen Tageszeitungen ist inzwischen erschreckend gering.  Hatte früher noch jede Lokalausgabe wenigstens eine feste Fotograf*innen-Stelle, findet man Redaktionsfotograf*innen heute nur noch bei etwas mehr als einem Drittel der Lokalredaktionen.

Doch wie passt dies zu einer digitalen Medienwelt, in der der Wert des Visuellen immer wichtiger wird und in der kaum ein Artikel noch ohne Illustration auskommt? Die Antwort ist so einfach wie offensichtlich: Statt als qualitativen Wettbewerbsvorteil, der auch von der Leser*innenschaft honoriert werden könnte, sehen Zeitungsverlage in eigenen Foto-Abteilungen und Bildredaktionen einen reinen Kostenfaktor.

Dank der schieren Flut und einfachen Verfügbarkeit von Material auf dem Bildermarkt werden Redakteurinnen und Redakteure in den Ressorts heute dazu angehalten, die Bebilderung ihrer Beiträge einfach mit zu übernehmen. Von fest angestellten und freien Textjournalist*innen wird erwartet, dass sie Bilder und möglichst auch noch Videomaterial von Terminen einfach selbst anfertigen. Smartphone, Tablet und Co. machen es möglich. Ein fehlgeleitetes Geschäftsmodell, das die Bedeutung der journalistischen Bildkommunikation in ihrem Zusammenspiel mit der Textkommunikation verkennt und das Bild zu einem für sich allein stehenden Beiwerk degradiert. Und vor allem führt es nicht nur zu Arbeitsverdichtung und zusätzlichen Belastungen bei den schreibenden Journalist*innen sowie zu verminderter Qualität des fertigen (Bild)produkts, sondern letztlich auch zu einer Entwertung des Fotojournalismus.

Im Zuge der Digitalisierung, vor allem mit Blick auf die Anwendung Künstlicher Intelligenz im Bildjournalismus, stehen auch Fotograf*innen vor steigenden Herausforderungen. Eine starke Interessenvertretung wie die dju in ver.di gibt dabei Unterstützung und die Möglichkeit mitzubestimmen, wie es weiter geht.

Monique Hofmann, Bundesgeschäftsführerin, Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di (Auszug aus dem Vorwort des 2023 erschienenen Buches „Fotografie im Journalismus – bildredaktionelle Praktiken in Print- und Online-Medien“ von Felix Koltermann –  plus geringfügiger Aktualisierung)  

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