Auf Nummer sicher

© M/Petra Dreßler
Auf Nummer sicher
13.04.2024

Die einen suchen es sich aus – ganz bewusst, die anderen sehen nach der Kündigung einer Festanstellung oder der vergeblichen Festjobsuche nach der Ausbildung darin eine Möglichkeit, den Beruf als Journalistin oder Journalist auszuüben: die Selbstständigkeit. Damit heißt es, sich „selbst“ und „ständig“ um alles, was die Arbeit betrifft, zu kümmern. Von der Auftragsakquise bis zur Abrechnung, von der sozialen und arbeitsrechtlichen Absicherung bis zur Altersvorsorge. Um auf Nummer sicher zu gehen, sind hier die wichtigsten Halteseile für Kreative aufgelistet. An erster Stelle für die soziale Absicherung die Künstlersozialkasse.  Mit Blick auf die Berufsfähigkeit und die Altersvorsorge stehen die Versorgungswerke für Medienschaffende bereit. Unbedingt sollten Freie Verwertungsgesellschaften beauftragen, ihre Rechte als Urheberin oder Urheber wahrzunehmen. Bei Problemen steht ver.di mit dem Rechtsschutz bereit. Welche Fragen auch immer noch offen sind, beantwortet die ver.di Freienberatung mediafon.net/selbstständigen.info – für Gewerkschaftsmitglieder kostenlos.

 
Künstlersozialkasse

Künstlersozialkasse: Die Künstlersozialkasse bietet freien Journalistinnen und Journalisten sowie selbstständigen Künstler*innen und Publizist*innen eine mit angestellten Arbeitnehmern vergleichbare soziale Sicherung. Die über die KSK-Versicherten zahlen nur die Hälfte der Versicherungsbeiträge
für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, die für sie fällig wären. Die andere Hälfte finanziert die KSK durch den Einzug bei Unternehmen, die künstlerische und publizistische Arbeit verwerten, sowie mit einem Bundeszuschuss. Sie führt diese Versicherungen nicht selbst durch, sondern leitet die Beiträge lediglich weiter, versichert jedoch nicht gegen Arbeitslosigkeit.

 
Presse-Versorgung

Presse-Versorgung: Das Versorgungswerk der Presse (kurz: Presse-Versorgung) ist nach dem Tarifvertrag zur Altersversorgung für Redakteurinnen
und Redakteure eine Versicherung, in die Redakteur*innen und Verlage gemeinsam einzahlen. Die Tarife sind speziell auf die Absicherung berufsbedingter Risiken und Gefahren von Redakteur*innen ausgerichtet. Für Volos ist ein Eintritt in das Versorgungswerk der Presse möglich und unbedingt zu empfehlen. Redakteurinnen und Redakteure, die ihre Redaktionen verlassen, um als Freie oder in anderer Funktion zu arbeiten, können zu gleichen Konditionen in der Presse-Versorgung bleiben.

 
Pensionskasse Rundfunk

Pensionskasse RundfunkDie Pensionskasse Rundfunk (PKR) bietet freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Film, Funk und TV eine sichere und zugleich
flexible Altersvorsorge. Das Besondere an der PKR-Vorsorge: Die Rundfunkanstalten fördern ausschließlich die PKR-Vorsorge mit einem Beitragszuschuss von
mindestens vier Prozent bei jeder Honorarzahlung. 

BerufsgenossenschaftenFreie Journalistinnen und Journalisten der schreibenden Zunft können sich freiwilligin der Verwaltungsberufsgenossenschaft www.vbg.de versichern. Für Fotografinnen und Fotografen ist die Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft Pflicht. Das ist die Berufsgenossenschaft ETEM (Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse) www.bgetem.de, die auch für Kameraleute zuständig ist.

 
Medienvielfalt

Verwertungsgesellschaft Wort und Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst: Die  Verwertungsgesellschaften nehmen für Urheber*innen und Verlage deren Rechte von Texten und Bildern wahr und schütten die von den Verwertern gesammelten Gebühren jährlich an die Rechteinhaber*innen aus. Die Verwertungsgesellschaften haben auch eigene Unterstützungsmöglichkeiten zur Versorgung oder Förderung aufgebaut, wie das Sozialwerk und das Kulturwerk bei der VG Bild-Kunst oder das Autorenversorgungswerk, den Sozialfonds und den Förderungs- und Beihilfefonds bei der VG Wort.

 
ver.di Dein Xtra

Sonderkonditionen für ver.di-Mitglieder: Der ver.di Mitgliederservice bietet umfassende Beratung und Angebote zu Bewerbung/Berufsstart, Rente/Lohnsteuer, Vermögenswirksame Leistungen, Gesundheit und Prävention, Wohnen und Bauen, Absicherung von Dienst- und Berufsunfähigkeit u.v.m.. Die Zusatzleistungen sind für ver.di Mitglieder entweder kostenfrei oder mit Sonderpreisen erhältlich.

ver.di-Mietrechtshotline: ver.di kooperiert mit dem Deutschen Mieterbund e.V. und bietet ihren Mitgliedern eine telefonische Erstberatung in Mietrechtsfragen an. Bitte die ver.di-Mitgliedsnummer bereithalten – dann kann die Beratung sofort beginnen.

Freiwillige Arbeitslosenversicherung: Die sogenannte freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige ist derzeit oft nur theoretisch existent. Der Zugang bleibt durch die konkrete Ausgestaltung vielen Versicherungswilligen versperrt. – Weder bereits langjährig selbstständig Erwerbstätige noch jene, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I (aus einer vorangegangenen abhängigen Beschäftigung) vorweisen können, dürfen sich versichern. Zudem wurden ab 2011 die ursprünglichen Beiträge verdoppelt, in 2012 gar vervierfacht – bei qualifikationsabhängiger Leistung. 

Rechtsschutz: Wenn es um den Beruf und damit um die wirtschaftliche Existenz geht, sollten Erwerbstätige im Konfliktfall den bestmöglichen Rechtsschutz erhalten. Deshalb bietet die Gewerkschaft ver.di ihren Mitgliedern kostenfreien Rechtsschutz in allen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts an. Denn wer könnte Beschäftigten im Fall der Fälle besser zu Seite stehen als Deutschlands größte Interessenvertretung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Dienstleistungsberufen? 

 
Unsere Zukunft

Hilfen für selbstständige junge Eltern:  "Wenn Selbstständige Kinder kriegen – selbststaendigen.info-Ratgeber zu Mutterschafts-, Elterngeld und weiteren Leistungen". Die Broschüre (PDF-Datei, 28 Seiten, 34. Auflage, Stand: 1. Januar 2024) gibt es für ver.di-Mitglieder (unter Angabe der Mitgliedsnummer) kostenlos. Alle anderen können ihn kostenpflichtig für 17,85 Euro anfordern. Beide Gruppen bestellen den Ratgeber per Mail bei Rüdiger Lühr (luehr@mediafon.net).