• #krassmedial-Sommerakademie

    Fragen, was ist – Skills und Standards für Medienmacher*innen in unruhigen Zeiten

    Clara-Sahlberg-Bildungszentrum am Berliner Wannsee
    © Kay Herschelmann

Die #krassmedial-Sommerakademie widmet sich dieses Jahr der Frage, wie Medienmacher*innen gesellschaftlich relevante Themen finden, recherchieren und erzählen und so der Polarisierung der Gesellschaft etwas entgegensetzen können – mutig, respektvoll und streitlustig, wenn es ums Ganze geht. Die #krassmedial-Sommerakademie ist dieses Jahr am 6. und 7. Juli in der Bildungsstätte Clara Sahlberg am Wannsee.

Unsere Themen

Die #krassmedial-Sommerakademie von ver.di findet in Kooperation mit der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), der Gewerkschaftspolitischen Bildung gGmbH (ver.di GPB) und der Heinrich Böll Stiftung statt.

 Das sind die geplanten Themen für die #krassmedial-Sommerakademie 2024. Die genaue zeitliche Abfolge der Veranstaltung folgt demnächst.

Auftaktdiskussion:

Fragen, was ist - Antidemokratische Öffentlichkeiten zurückerobern
Panelist*innen: Vera Klocke (Podcast-Host Fashion the Gaze), Andreas Stangl (Leiter Social Media, ve.rdi), N.N.
Moderation: Erica Zingher

Welche Rolle können Medien spielen, um Debattenräume demokratischer zu machen? Verschwörungsmythen, Rechtsextreme und andere Antidemokraten schaffen sich zunehmend ihre eigenen Öffentlichkeiten und ihre eigenen Foren. Dagegen regt sich Widerstand. Politiker*innen und Institutionen wollen das digitale Feld nicht der AfD überlassen. Welche Strategien sind erfolgreich? Warum lohnt es sich, Diskursräume zu erobern und ungewöhnliche Kommunikations- und Informationswege demokratisch zu nutzen?

krassmedial 2024
© vh7.de

Workshops:

Informationen in Kurzvideoformaten- Wie funktioniert erzählen auf TikTok

Referent*in: N.N.


Recherche in parallelen Öffentlichkeiten auf Telegram & TikTok

Referent: Jan Henrik Wiebe (Redakteur FUNK)

Insbesondere auf Telegram findet sowohl Nachrichtenkonsum als auch Aktivismus auf der selben Plattform, hyperlokal und direkt statt. Es könnte auch die Rückkehr der Filterblasen genannt werden. Rechte Medien wie NIUS greifen hier bereits Themen ab und machen sie zu populistische Narrativen. Wie können demokratische und seriöse Medien Chatgruppen zur Recherche und als Sensor für zukünftige Themen nutzen?


Souverän bei Angriffen im digitalen Raum

Referent: Jasper Prigge (Medienjurist)

Medienmacher*innen, die im Netz aggressiv beleidigt werden, scheinen mehr und mehr zu werden. Wie ist die aktuelle Situation? Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich und an wen kann ich mich wenden? Wie muss ich Übergriffe dokumentieren, um sie gerichtsfest und juristisch sicher zu gestalten? Wir geben Einblicke in Möglichkeiten der juristischen Gegenwehr gegen Angriffe im Netz.


Unbedingt abschauen! Top-Tipps zum Schutz digitaler Daten – das Beste aus deutschen Medienhäusern    
   
Referenten: Volker Lilienthal (Medienwissenschaftler Universität Hamburg), Daniel Moßbrucker (Freier Journalist, Trainer für digitale Sicherheit)

Mit der digitalen Vernetzung der Medienproduktion steigen automatisch auch die digitalen Gefahren, gegen die sich Journalist*innen in ihrer Arbeit schützen müssen. Es gilt, kritische Recherchen abzusichern und Quellen zu schützen – zunehmend aber auch, nicht mit nur einem Klick den Betrieb eines gesamten Medienhauses lahmzulegen. 

In diesem Workshop nennt Lilienthal erste, noch unveröffentlichte Ergebnisse aus der umfangreichen Forschung, die begleitend zu den Workshops durchgeführt und von der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien finanziert wurde. Moßbrucker gibt darauf aufbauend eine Reihe praktischer Tipps. Es geht um den Schutz von Kommunikation, das Teilen großer Datenmengen und das Verwalten von Zugangsdaten in Teamrecherchen. Bei allem gilt: Sicher ist nur, was im journalistischen Alltag auch umsetzbar ist.


Von Zionisten bis Finanzelite - Antisemitische Codes und Metaphern erkennen

Referent:in: Anastasia Tikhomirova (Zeit, Zeit Online)

In diesem Workshop sollen die Teilnehmenden für antisemitische Inhalte sensibilisiert werden. Wir klären, wie man Antisemitismus erkennt, welche Bilder und Metaphern gängige Vorurteile bedienen und welche Rolle Medien in ihrer Verbreitung spielen- und was sie tun können, um die Diversität jüdischen Lebens abzubilden.                                                    


Follow the money - Geldflüsse in Leaks recherchieren          
Referentin : Sophia Baumann (PaperTrail Media) 

Geheime Zahlungen, Schwarzgeldkonten und Briefkastenfirmen im Steuerparadies werden nicht selten zur Gefahr für demokratische Institutionen. Sie ermöglichen versteckte Einflussnahme – und führen dazu, dass Behörden verborgene Reichtümer nicht aufdecken können. In den letzten Jahren kamen derartige Fälle immer wieder durch Leaks an die Öffentlichkeit. Wie funktioniert Recherche in solchen Leaks, wie findet man Ausgangspunkte für Geschichten? Und wie bekommt man das trockene Thema Finanzen so erzählt, dass es für das Publikum spannend wird?

 
Rassismus ist kein Clickbait!

Referentinnen : Jutta Brennauer & Eda Öztürk (Neue Deutsche Medienmacher:innen)

Clickbait-Journalismus: Das sind mehr als catchy Überschriften, die nicht halten, was sie versprechen. Das sind – wenn es um Themen von Flucht und Migration geht – Bilder von anonymen Menschenmengen und vollen Booten, Suggestivfragen wie „Schaffen wir das nochmal?“ oder Buzzwörter wie „Flüchtlingswelle“ und „Asyl-Schock“. Rassistische Stereotype, die denen in die Hände spielen, die mit Hass Reichweite machen. Im Workshop der Neuen deutschen Medienmacher*innen erarbeiten wir an aktuellen journalistischen Posts, welche Sprache und Bilder problematisch sind. Aber wir scrollen auch durch kurze Titel und gute Teaser, die ganz ohne Rassismus auskommen und zeigen, wo es im Redaktionsalltag Anregungen für diskriminierungssensible Bilder gibt.


Konstruktive Lokalberichterstattung  - Die Lage vor den Landtagswahlen

Referent:n: Ute Zauft (Journalistin rbb, systemische Coachin)

In der Wahlberichterstattung geht es oft um Kampf: Das Wettrennen der Spitzenkandidierenden, die Konfrontation der Parteien, Konflikte zwischen politischen Gegner*innen. Inhalte rücken dabei oft in den Hintergrund. Dazu trägt durchaus auch die mediale Berichterstattung bei, denn mit Konflikten lassen sich Schlagzeilen formulieren. Hinzu kommt: Zunehmender Populismus propagiert meist einfache Lösungen, komplexe Zusammenhänge fallen unter den Tisch.

Doch was ist, wenn die Wahlberichterstattung den Fokus darauf legt, die Themen aufzugreifen, die unsere User:innenschaft umtreiben? Und wenn es anschließend darum geht, bei Politiker:innen nachzuhaken, welche Lösungen sie für diese Themen parat haben - und im besten Fall darüber in Dialog zu treten. In diesem Workshop wird es darum gehen, wie eine in diesem Sinne konstruktive Wahlberichterstattung im Lokalen aussehen kann.
                                                                          

Fireside Chat:

Gerader Rücken – Stabil bleiben bei Angriffen auf die journalistische Glaubwürdigkeit
Panelist*innen: Mo Asumang (Filmemacherin und Gastprofessorin an der HFF München), N.N.

Journalist*innen werden im Netz angegriffen, ihre Arbeit diskreditiert und ihre Professionalität in Frage gestellt. Dabei basiert journalistische Arbeit auf Fakten und Recherchen, die nicht durch plumpe Behauptungen ungültig werden. Wenn eine Recherche kontrafaktisch angezweifelt wird – wie gehe ich damit um? Wie schütze ich mich, meine berufliche Glaubwürdigkeit und mein Netzwerk vor Angriffen, sowohl beruflich als auch privat?

Gleichzeitig stellt sich die Frage: Wie spricht man mit Demokratie-Feind:innen und bekommt Quellen-Zugang, ohne sich selbst zu verleugnen? Ein Gespräch über Glaubwürdigkeit, Entgegenkommen und Haltung.  

Zur Anmeldung

Anmeldung

Die #krassmedial-Sommerakademie findet am 6. und 7. Juli in der ver.di Bildungs- und Begegnungsstätte Clara Sahlberg am Wannsee in Berlin statt. Für Mitglieder von ver.di ist die Teilnahme inkl. Übernachtung und Verpflegung kostenfrei. Für Personen, die kein ver.di-Mitglied sind, fällt eine Kostenbeteiligung in Höhe von 100 Euro an.

Bei Rückfragen bitte an Katja Wiesinger wenden: katja.wiesinger@verdi.de

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