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    dju in ver.di protestiert bei Kundgebung gegen Einschränkung …

    dju in ver.di protestiert bei Kundgebung gegen Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei

    Protest in Tübingen Joachim Kreibich Protest in Tübingen

    Breites Bündnis für Solidarität stellt in Tübingen Schicksale von Verfolgten dar

    Noch immer sitzen über 150 Journalistinnen in Haft. Mehr als 100.000 Staatsbedienstete wurden entlassen. Ein breites Bündnis, dem auch die dju in verdi angehört, hat am Samstag in Tübingen für Demokratie und Meinungsfreiheit in der Türkei demonstriert und die Freilassung der Inhaftierten gefordert.

    Das auf Initiative des DGB-Arbeitskreises gegründete Bündnis für Solidarität in der Türkei widmet sich auch der Frage, wie politisch
    Verfolgte konkret unterstützt werden können. Am Fall der beiden wissenschaftlich tätigen Nuriye Gülmen und Semih Özakca wurde öffentlich gemacht, wie Menschenrechte in der Türkei in jeder Hinsicht beseitigt und verachtet werden.

    „Dafür kommt man in der Türkei ins Gefängnis“: Dieter Roessner und Betül Havva Yimaz schilderten, was geschehen war. Die beiden Inhaftierten hatten nichts weiter getan, als durch einen Hungerstreik vor dem Menschenrechtsdenkmal in Ankara öffentlich gegen ihre
    ungerechtfertigten Entlassungen zu demonstrieren. Dafür wurden sie nach 75 Tagen ins Gefängnis gesperrt, wo sie bis heute in ihrem Hungerstreik ausharren und nun dem Tode nahe sind. Das Erdogan-Regime hat inzwischen sogar das Denkmal der Menschenrechte in Ankara (eine sitzende Frau, die in der Erklärung der Menschenrechte liest) »verhaftet«. In Tübingen wurde dies symbolisch nachgestellt: Eine junge Frau liest die Erklärung der Menschenrechte, um sie wird ein Zaun errichtet.

    Der Protest der Journalist*innen und die Redebeiträge des Bündnisses waren eingebettet in eine größere Kundgebung, zu der die Gesellschaft Kultur des Friedens aufgerufen hatte. Dabei war auch ein 100 Meter langes Transparent mit der Auflistung von 33 305 Toten entrollt worden. Festgehalten waren darauf Namen, Herkunftsländer und Anlässe. Bei den Menschen handelte es sich um Migranten, die auf dem Weg nach Europa ums Leben gekommen sind.

    Joachim Kreibich