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    VG Bild-Kunst: Zweite außerordentliche Mitgliederversammlung

    VG Bild-Kunst: Zweite außerordentliche Mitgliederversammlung

    Wer nicht am 17. Dezember 2016 in Bonn dabei sein kann: Bitte Stimmübertragung bis 13. Dezember nicht vergessen!

    Am 17. Dezember 2016 beginnt um 11 Uhr die Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst im

    • Derag Livinghotel Kanzler
    • Adenauerallee 148, 53113 Bonn.

    Wer an der Mitgliederversammlung nicht teilnehmen kann, sollte seine Stimme nicht verfallen lassen, sondern seine Stimme bis spätestens 13. Dezember 2016 an die "ver.di Fachgruppe Journalismus" übertragen! 
    Das PDF-Formular und die Tagesordnung für die Mitgliederversammlung findet ihr im Anhang.

    Die bereits zweite außerordentliche Mitgliederversammlung ist so kurz vor Weihnachten nötig geworden, da der Bundesgerichtshof die langjährige Erlösaufteilung beendet hat und der Gesetzgeber eine umfangreiche Neufassung des Rechts der Verwertungsgesellschaften beschlossen. "Während die Versammlung im September das BGH-Urteil zum Gegenstand hatte, sollen im Dezember die noch fehlenden Anpassungen an das neue Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG) vorgenommen werden", schreibt die VG Wort in ihrer Erläuterung der Tagesordnung.

    Wir von ver.di haben als mitgliederstärkste Organisation im Kreativbereich nicht nur die Verantwortung sondern auch die Kompetenz, die unterschiedlichen Belange unserer Mitglieder in den verschiedenen Berufsgruppen möglichst gut zu vertreten. Das können wir aber nur, wenn du uns bzw. unseren Delegierten auch deine Stimme gibst. Entweder, indem du selbst zur Mitgliederversammlung und zu den Berufsgruppenversammlungen am 16. und 17. Dezember 2016 nach Bonn kommst und unsere Delegierten unterstützt und wählst - Oder indem du deine Stimmen vorab an ver.di überträgst. Keinesfalls solltest du das Recht, für deine Interessen zu stimmen, verfallen lassen!

    Die Einladung, die Erläuterung zur Tagesordnung der beiden Versammlungen, die Geschäftsordnungen für die Mitglieder- und die Berufsgruppenversammlungen sowie das Formular zur Stimmübertragung sind alle zusammen hier zu finden.

    Zum HIntergrund:

    Wofür stehen wir als ver.di in der Auseinandersetzung um das Urheberrecht und damit verbunden auch um die Verwaltung der Zweitverwertungsrechte und die Rolle der Verwertungsgesellschaften?

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist die größte Interessenvertretung Kreativer in Deutschland. Die in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Bereichen kreativer Arbeit (Schriftsteller, Journalistinnen, Übersetzer, KünstlerInnen, Fotografen, Designerinnen etc.) entwickeln die ver.di-Positionen zum Urheberrecht und zu allen Fragen, die damit zusammen hängen, in der so genannten Koordination Urheberrecht. ver.di ist darüber hinaus auch Mitglied der Initiative Urheberrecht.

    Die Koordination Urheberrecht hat sich ebenso wie die in der Deutschen Journalisten Union (dju) in ver.di organisierten Kolleginnen und Kollegen klar und mehrheitlich zum Erhalt der bestehenden Verwertungsgesellschaften, die Rechte von Urhebern und Verlagen gemeinsam wahrnehmen, bekannt. Dazu gehört auch eine Verlegerbeteiligung als Ausgleich für die durch Schrankenregelungen im Urheberrecht entstehenden wirtschaftlichen Nachteil. Die Mitglieder sind davon überzeugt, dass  gemeinsam mit den Verwertern ihre Rechte in den Verwertungsgesellschaften beispielsweise gegenüber der Geräteindustrie und in der Digitalwirtschaft am besten durchgesetzt werden können.

    Der Schlüssel, der die Anteile der aus der Rechteverwertung erzielten Einnahmen fest schreibt, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen und wird insbesondere nach dem Urteil des BGH Urteil im Fall Vogel/VG Wort, das sich auf den Wissenschaftsbereich bezieht, in dem die derzeitige Praxis eine Verteilung von jeweils 50 Prozent vorsieht, die vom BGH für rechtswidrig erklärt wurde, neu zu diskutieren sein.

    Nach den Erfahrungen, die Kreative in ihrer Arbeit mit Honorardumping von Verlagen machen, ist es kein Wunder, dass auch die Schlüssel in den anderen Bereichen zur Disposition stehen und angesichts der ausbeuterischen Praxis grade im Zeitschriften- und  Tageszeitungsbereich die Frage nach der Verlegerbeteiligung grundsätzlich gestellt wird. Hier gibt es zu Recht hohe Erwartungen von ver.di an die geplante Reform des Urhebervertragsrechts. CDU/CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag eine deutliche Stärkung des Urheberrechts angekündigt. Diese Erwartungen gilt es jetzt, politisch zu erfüllen.

    Eine Zerschlagung der Verwertungsgesellschaften: Keine gute Lösung!

    Eine Zerschlagung der Verwertungsgesellschaften würde dem Anspruch von ver.di nicht gerecht, auch künftig das Beste aus der Zweitrechteverwertung  heraus zu holen. Das ist weder zu erreichen durch reine Autorenvereinigungen noch durch ein Leistungsschutzrecht auch für Buchverlage, das haben einschlägige – schlechte – Erfahrungen ganz deutlich gemacht. Und deswegen wirbt ver.di und wirbt die dju in ver.di für die beschriebene und mehrheitlich vertretene Position.