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    dju-Tarifinfo: Die Streikwelle rollt

    dju-Tarifinfo: Die Streikwelle rollt

    Hinweis in der Süddeutschen Zeitung ver.di Hinweis in der Süddeutschen Zeitung

    Doch auch die vierte Tarifverhandlungsrunde für Tageszeitungsredaktionen bleibt ohne Ergebnis, die Verleger bessern ihr Angebot nach, doch bieten immer noch nicht mal einen Inflationsausgleich oder echte Reallohnsteigerungen an. Am 25. April geht’s weiter.


    Wieder kein Ergebnis: "Mit diesen Verlegern ist heute kein Abschluss zu erzielen, der zu einer echten Reallohnerhöhung führt. Das können wir nicht akzeptieren. Bundesweit streiken die Kolleginnen und Kollegen. Ihr Auftrag ist klar: Es geht in diesen Verhandlungen um spürbar mehr Geld und eine überproportionale Erhöhung für den journalistischen Nachwuchs und um nichts Anderes. Das haben wir in der heutigen Verhandlung auch sehr klar zum Ausdruck gebracht. Wenn die Vertreter des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sich davon nicht überzeugen lassen, werden die Streikenden die passende Antwort finden", kündigte der Verhandlungsführer der dju in ver.di, Matthias von Fintel, an.

    Die Verhandlungen waren von massiven Warnstreiks begleitet worden. Bundesweit legten über 1.000 Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten die Arbeit nieder: „Wir können gern über Fort- und Weiterbildung reden. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, sich weiterzuentwickeln, um den Veränderungen unserer Branche gewachsen zu sein und sie mitzugestalten. Tatsache ist aber, dass es in den überlasteten Redaktionen kaum Zeit dafür gibt.

    An dieser Stelle müssen die Verlage ansetzen - nachdem sie mit uns spürbar höhere Gehälter und Honorare vereinbart haben."

    Denn trotz Auflagen- und Anzeigenrückgang verdienen die Verlage noch immer Geld. Mit unserer Arbeit machen sie Gewinne, die sie im Zuge der digitalen Transformation in neue Geschäftsfelder investieren. Wir tragen jeden Tag dazu bei - dadurch, dass wir trotz Stellenabbau und ständiger Arbeitsverdichtung guten Journalismus machen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der dju in ver.di, Peter Freitag, auf der Streikversammlung in Stuttgart - Einer Streikversammlung von vielen, landauf, landab. Von ihnen geht das Signal aus: Wir lassen uns nicht unter Wert verkaufen!

    Zwar bewegen sich die Verleger nochmal, aber nur minimal: Sie bieten zwar jetzt eine Laufzeit von 24 statt 30 Monaten an und haben ihr Angebot für eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um 1,3 Prozent um drei Monate auf jeweils den 1. Mai 2018 und 2019 vorgezogen, aber auch dies führt aufs Jahr gesehen nur zu 0,86 Prozent mehr Geld und ist damit weit davon entfernt, überhaupt nur die Inflation auszugleichen. Als Mindesterhöhung für Berufseinsteiger blieben die Verleger bei einem Angebot von 120 Euro. Für die Monate Januar bis April 2018 wurde eine noch nicht bezifferte Einmalzahlung ins Gespräch gebracht: "Das reicht vorne und hinten nicht. Die Verleger müssen verstehen, dass es hier nicht um Almosen oder Kosmetik geht, sondern um eine angemessene Bezahlung des Kernbereichs der Medienhäuser. Das ist und bleibt die journalistische Arbeit", machte von Fintel deutlich.

    Die Verhandlungen werden am 25. April voraussichtlich in Berlin fortgesetzt.

    Neugierig? Über Aktionen, Streiks und aktuelle Entwicklungen informieren wir darüber hinaus laufend unter: https://dju.verdi.de/rein/tarifrunde

    Streikbetriebe Zeitungsredaktionen in der Streikwelle vom 6.4. bis 09.04.2018, Stand 09.04.2018, 17:00 Uhr

    Baden-Württemberg: Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart; Schwarzwälder Bote Redaktion GmbH, Oberndorf; Esslinger Zeitung, Esslingen; Schwäbisches Tagblatt, Tübingen; Reutlinger Generalanzeiger, Reutlingen; Neue Württembergische Zeitung (NWZ) Göppingen; Nürtinger Zeitung, Nürtingen; Südwest Presse, Ulm; Ludwigsburger Kreiszeitung, Ludwigsburg; Schwäbische Post, Aalen; Heilbronner Stimme, Heilbronn; Hohenloher Tagblatt, Crailsheim; Mannheimer Morgen, Mannheim; Haller Tagblatt, Schwäbisch Hall; Zeitungsverlag Waiblingen, Waiblingen; Kreiszeitung Waiblingen, Waiblingen; Kreiszeitung Böblinger Bote; Böblingen;

    Bayern: Main Echo GmbH & Co.KG; Aschaffenburg; Frankenpost Verlag GmbH, Hof; Nordbayerischer Kurier GmbH, Bayreuth; HCS Content GmbH, Coburg; Neue Presse, Coburg; Nordbayerische Verlags GmbH, Nürnberg; Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg; Presse-Druck Verlags GmbH, Augsburg; Oberbayerisches Volksblatt, Rosenheim; Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten; Medienhaus Der neue Tag, Weiden; Fränkische Landeszeitung GmbH, Ansbach; Zeitungsverlag tz München, München; MZV Münchner Zeitung Verlag, München; ZVO Zeitungsvertrieb GmbH, Wolfratshausen; Süddeutsche Zeitung, München; [im Solistreik: Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH, München]; Augsburger Allgemeine, Augsburg; Hessen: Frankfurter Neue Presse, Frankfurt/Main; Darmstädter Echo, Darmstadt;

    Niedersachsen/Bremen: Braunschweiger Zeitung, Braunschweig;

    Nord: Kieler Nachrichten, Kiel; Lübecker Nachrichten, Lübeck; Ostsee-Zeitung, Rostock;

    Nordrhein-Westfalen: Neue Westfälische, Bielefeld; Westfalen Blatt, Bielefeld; Haller Kreisblatt, Halle Westfalen; Mindener Tageblatt, Minden; Lippische Landeszeitung, Detmold; Panorama Verlag, Bielefeld; Herforder Kreisblatt, Herford; Zeitungsverlag für das Hochstift Paderborn, Paderborn; Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Essen; Der Patriot, Lippstadt; Rheinische Post (Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH), Düsseldorf; Hellweger Anzeiger, Unna; Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Funke Redaktionsgesellschaft NRW), Essen; Iserlohner Kreisanzeiger, Iserlohn; Westdeutsche Zeitung (Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG), Wuppertal; Westfalenpost, Essen; Zeitungsverlag Aachen (Aachener Nachrichten, Aachener Zeitung), Aachen

    Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: Suhler Verlagsgesellschaft mbH Co.KG, Suhl, Suhler Verlagsgesellschaft mbH Co.KG, Bad Salzungen;

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