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    "Tarifwerk Zukunft" steht für Tarifabbau

    "Tarifwerk Zukunft" steht für Tarifabbau

    Die dju in ver.di bewertet die BDZV-Verhandlungsvorschläge

    Als Forderung nach massiven Verschlechterungen und spürbaren Einschnitten für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteuren bei Tageszeitungen haben sich die Vorstellungen des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) entpuppt, die ihre Ideen als „Tarifwerk der Zukunft“ bezeichnen.

    Trotz der öffentlichen Ankündigung, einen komplett überarbeiteten Tarifvertragsentwurf als Verhandlungsgrundlage für die Tarifrunde vorzulegen, legten die Verleger-Vertreter in der dritten Verhandlungsrunde doch nur ein vierseitiges Eckpunkte-Papier vor. Darin bleibt vieles im ungefähren und wird bewusst nicht konkretisiert. Ein Angebot für eine Gehaltserhöhung wurde erneut nicht vorgelegt. Was sich anhand der vorgelegten Eckpunkte abzeichnet ist das Beharren der BDZV-Vertreter auf differenzierten Gehältern entsprechend eines Kaufkraftindexes, ohne zu beziffern, wie eine Gehaltsentwicklung überhaupt aussehen könnte: Das ist aus Sicht der Verhandlungskommission der dju in ver.di ein enttäuschendes Resümee nach drei Verhandlungsrunden.

    Der BDZV verlangt Abstriche bei der Urlaubsdauer, beim Urlaubsgeld und der Jahresleistungen, bleibt dabei jedoch konkrete und bezifferte Vorstellungen schuldig. Auf eine Stufensteigerung nach Berufsjahren müsste nach Vorstellung des BDZV die überwiegende Mehrheit der Redakteurinnen und Redakteure verzichten oder erst mal 15 Jahre warten. Und bei all den Vorhaben der Verlegervertreter, die entweder zu Reduzierungen von Tarifleistungen oder einem Einfrieren von Einkommen führen und die wir im Folgenden bewerten wollen, soweit dies anhand der mangelnden Konkretion möglich ist. Die in Bezug auf die finanziellen Auswirkungen der geplanten Maßnahmen entscheidende Frage, ob ein echter dauerhaft wirkender Besitzstand gewährt wird, wurde auf Nachfrage jedoch bereits klar verneint.

    Insgesamt kommen wir zu dem Schluss: Der BDZV fordert finanzielle Einbußen für Redakteurinnen und Redakteure mit dem vorgestellten „Tarifwerk Zukunft“. Warum wir als dju in ver.di diesen Forderungen nachgeben sollten, ist unklar, denn alles, was der BDZV im Gegenzug anzubieten bereit ist, sind allein wolkige Verheißungen und keinerlei Verbindlichkeit oder Sicherheit.

    Die Verhandlungen werden am 29. Oktober in Frankfurt/Main und am 11. November in Berlin fortgesetzt. Die dju-Tarifkommission wird zuvor am 23. Oktober den Verhandlungsstand bewerten und das weitere Vorgehen festlegen. Dabei wird über die Inhalte des Verhandlungsvorschlags des BDZV beraten, die ausführlich im dju-Tarifinfo (siehe rechts oben) dargestellt sind.