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    Quartalsberichte 4/2015 zur Medienwirtschaft

    Quartalsberichte 4/2015 zur Medienwirtschaft

    Branchenübersichten: Später Sieg fürs Presse-Grosso

    Mit einem überraschenden Urteil des BGH wurde eine Versuch des Bauer-Konzerns zur Zerschlagung des Presse-Grosso-Systems abgewiesen. Für die Medienvielfalt war das eine gute Nachricht. Ansonsten überwiegen die Negativmeldungen, zumindest bei den Printmedien: Auflagen und Werbeeinnahmen schrumpfen, beim Buchhandel geht das Filialsterben weiter, beim Rundfunk sinkt (angeblich) der Kostendeckungsgrad. Freuen können sich die Filmwirtschaft und die Musikindustrie sowie natürlich die Betreiber der Onlinemedien: Hier sind 2015 die Umsätze nach oben gegangen.

    Konzernübersichten: Funkes Flucht vom Balkan

    Bei den wenigen Medienunternehmen, die Geschäftszahlen veröffentlichen, gab es Ende 2015 fast durchwegs Erfolgsmeldungen. Umsätze und Profite sind deutlich gestiegen, die Prognosen klingen optimistisch. Bertelsmann hat seine innere Struktur verändert und neue „Groups“ gebildet, Springer setzt weiter alle Kraft aufs Internet, insbesondere beim Rubrikengeschäft und Onlinejournalismus. ProSiebenSat.1 strotzt nach dem Ausstieg der Finanzinvestoren vor Kraft und expandiert durch Zukäufe. Die VG von Holtzbrinck hat einen neuen Großkonzern für Fachmedien geschaffen, die Funke-Gruppe ist durch gewaltige Zukäufe gewachsen. Bei ARD und ZDF herrscht der Rotstift vor, was aber politisch so gewollt ist.

     

     Übernahmen: Von Athesia bis Zuio

    Zwischen Oktober und Dezember 2015 wurden Meldungen zu 54 Übernahmen von oder Beteiligungen an Medienunternehmen sowie zur Gründung von Gemeinschaftsfirmen bekannt. Hervorstechend waren die Vollübernahme von BePrinters durch Bertelsmann, von Classifieds durch Springer und der „Neuen Westfälischen“ durch die DDVG. Auch fielen die Fusion der PR-Agenturen Edelmann und ergo und der Verkauf des indischen Portals Carwale auf.