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    Für guten Journalismus mit sicheren Tarifen

    Für guten Journalismus mit sicheren Tarifen

    Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di Hessen begrüßt den Beschluss des hessischen Landtags für eine Stärkung von Qualitätsjournalismus. Dem fraktionsübergreifenden Antrag der Regierungsparteien CDU/Grüne und der SPD hatte auch die LINKE zugestimmt, sah aber die prekäre Situation vor allem freier Journalistinnen und Journalisten nur unzureichend berücksichtigt. Nur die FDP stimmte dagegen.

    Die dju schließe sich uneingeschränkt der Einschätzung des Landtags an, dass insbesondere durch Personalabbau und den Ausstieg der Zeitungsverleger aus der Tarifbindung sowie durch schlechte Bezahlung freier Journalistinnen und Journalisten die Bedingungen für eine gute Berichterstattung deutlich schlechter geworden seien, sagte am Montag Joachim Legatis, Sprecher des dju-Landesvorstandes. „Wir müssen feststellen, dass viele Verleger ihre publizistische Verantwortung nur unzureichend wahrnehmen und damit Einschränkungen der Pressefreiheit billigend in Kauf nehmen.“

    Mit dem Beschluss erkenne der Landtag an, dass die Branche unter Druck stehe – „ein Druck, der ungemildert auf die schreibenden und fotografierenden KollegInnen abgeladen wird“, so Legatis. Trotz oftmals auskömmlicher Einnahmen strichen Zeitungsverlage Stellen, kürzten Gehälter und stellten junge Journalisten zu Gehältern knapp über dem Mindestlohn an. Freie Journalistinnen und Journalisten erreichten mit ihren Zeilenhonoraren oft nicht einmal den Mindestlohn. Die Zeitungsverleger seien offenkundig nicht mehr an journalistischer Qualität interessiert. „Viele Zeitungsverlage werden inzwischen rein betriebswirtschaftlich geführt und optimiert. Dann sollte aber auch das Branchenprivileg „Tendenzschutz“  gestrichen werden, das die Mitbestimmung der Betriebsräte in Zeitungsverlagen stark beschneidet“, fordert der dju-Sprecher. Dies müsste zumindest für die Verlage gelten, die sich zusätzlich auch noch der Tarifbindung entziehen.

    Die dju begrüßt den Vorschlag, Fördermöglichkeiten für Qualitätsmedien über die landeseigene WI-Bank zu schaffen. Die dju beteiligt sich gerne an einem runden Tisch, um mit Politik und Verlegern zukunftsfähige Lösungen für eine vielfältige Medienlandschaft in Hessen zu erarbeiten. Dies setzt jedoch die Einsicht der Verleger voraus, dass gute Arbeit auch gut bezahlt werden muss.