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    Warnstreik in Ostwestfalen/Lippe

    Warnstreik in Ostwestfalen/Lippe

    Gute laune beim Warnstreik in Bielefeld 8 Okt 13 Corina Lass Gute Laune

    Über 100 Tageszeitungsredakteure demonstrierten in Bielefeld

    Mehr als 100 Redakteurinnen und Redakteure der Ostwestfälisch-Lippischen Tageszeitungsverlage sowie freie Journalisten sind dem Aufruf der deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di sowie des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) zu einem dreistündigen Warnstreik gefolgt. Sie hatten sich zu einer Kundgebung auf dem Jahnplatz in Bielefeld vor der Stadtredaktion des Westfalen-Blattes und in  unmittelbarer Nähe zum Verlagshaus der Neuen Westfälischen  versammelt, um ihren Forderungen nach 5,5 bis 6 Prozent mehr Gehalt Nachdruck zu verleihen.

    Immer wieder war die Grafik des Wirtschafts- und sozialpolitischen Institutes des DGB zur Einkommensentwicklung Thema. Redakteurinnen und Redakteure sind seit mehr als 13 Jahren abgekoppelt. Ihre Einkommenszuwächse werden schon lange von der Preisentwicklung aufgefressen. „Die Verleger wollen eventuelle Gehaltssteigerungen an den jeweiligen Kaufkraftindex ihrer Region koppeln. Für Ostwestfalen-Lippe hieße das: auf Jahre oder sogar Jahrzehnte keine Gehaltserhöhungen mehr“, sagte dju-Bezirksvorsitzender Frank Bell. Er warnte außerdem davor, dass die Arbeitgeber in den weiteren Verhandlungen zum  Manteltarifvertrag die Arbeitsbedingungen weiter verschlechtern wollen.

    Die Arbeitgeber machen ihre Forderungen zwar immer wieder öffentlich, schweigen aber in den Verhandlungsrunden. Sie müssen nun endlich ihre Vorstellungen auf den Tisch legen.

    Während die DJV-Kollegen und Kolleginnen das „Tarif-Glücksrad“ rotieren ließen, ließen die dju-KollegInnen die Streikenden Lose bei der „BDZV-Lotterie“ ziehen – alles Nieten!

    Bell rief dazu auf, die Tarifauseinandersetzung offensiv und kämpferisch anzugehen wie schon 2011/2012. Die gestern sichtbar gewordene Resonanz bei den Beschäftigten der OWL-Tageszeitungsverlage lasse wieder auf hohe Kampfbereitschaft und Durchsetzungsfähigkeit schließen. Die Kolleginnen und Kollegen machten in Gesprächen ihren Willen zum Kampf für deutlich mehr Geld und einen akzeptablen Manteltarifvertrag deutlich.

    Der dju-Bezirksvorsitzende zitierte Bundespräsident Gauck aus seiner Ansprache vor den Tageszeitungsverlegern: „Langfristig ist eine solide Personalausstattung in den Redaktionen inhaltlich wie auch ökonomisch sinnvoll.“ Das schließe, so Bell, natürlich auch eine angemessene Entlohnung der Beschäftigten mit ein. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern zum Gehaltstarifvertrag werden am Mittwoch, 9. Oktober, fortgesetzt.