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    Verlegerverband BDZV verweigert Angebot

    Verlegerverband BDZV verweigert Angebot

    Tarifverhandlungen für Zeitungsredaktionen auf 10. März vertagt - Signal unüberhörbar machen

    Weder ein Angebot geschweige denn ein Ergebnis: Die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Tageszeitungs-Journalistinnen und Journalisten sind am 10. Februar in Frankfurt/Main gestartet und ohne Ergebnis auf den 10. März am gleichen Ort vertagt worden. Die dju in ver.di fordert fünf Prozent mehr Geld für alle festen und freien Tageszeitungsjournalisten, mindestens aber 200 Euro Gehaltserhöhung. Der stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke kritisierte, dass der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zum Verhandlungsauftakt kein Angebot vorgelegt hat: „Unsere Forderung liegt seit zwei Monaten auf dem Tisch, der Gehalts- und der Honorartarifvertrag sind zu Ende 2015 fristgerecht gekündigt worden. Es ist enttäuschend, dass der BDZV anhand dieser Faktenlage kein Angebot beziffern kann. Das zieht die Tarifauseinandersetzung nur in die Länge. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen wieder Anschluss an die allgemeine Tarifentwicklung“, stellte Werneke klar.

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    Passend dazu hat das WSI-Tarifarchiv die auseinanderklaffende Schere von allgemeiner Produktivitäts- und Preissteigerung (verteilungsneutraler Spielraum), Preissteigerung und der deutlich darunter liegenden Tarifentwicklung in Zeitungsredaktionen dargestellt. Der Befund: Die Zeitungsjournalisten bleiben seit dem Jahr 2000 über die Hälfte hinter der allgemeinen Entwicklung und sogar ein Fünftel hinter der Preissteigerung zurück.

    Doch statt an eine Trendumkehr zum Positiven bei den Zeitungstarifen und damit an eine zumindest finanzielle Aufwertung der journalistischen Arbeit, die ein gemeinsames Ziel der Sozialpartner sein sollte, denkt der BDZV offenbar in eine andere Richtung. So hat der Verlegerverband eine Verschlechterung der Berufsjahresstaffel durch ein Jahr länger andauernde Gehaltsstufen als Thema in die Verhandlung eingebracht. „Die Tageszeitungsjournalistinnen und –journalisten erwarten zum nächsten Termin ein klares Signal für die Entwicklung ihrer Gehälter und Honorare“, machte Werneke deutlich.

    In Betriebs- und Redaktionsversammlungen und durch regionale dju-Tarifkonferenzen gilt es nun, dieses Signal noch zu verstärken und unüberhörbar zu machen.