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    dju-Tarifinfo: Ohne Ergebnis vertagt

    dju-Tarifinfo: Ohne Ergebnis vertagt

    Hannover Moritz Richter Protest in Hannover

     Verleger haben kein Interesse an konstruktiven Lösungen

     Auch die vierte Verhandlungsrunde über die Honorare und Gehälter der über 14.000 Tageszeitungsjournalistinnen und –journalisten ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Verhandlungsführer, Frank Werneke, kritisierte die Haltung der Vertreter des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in der Tarifauseinandersetzung scharf: „Während die Gewerkschaften am Verhandlungstisch konstruktive Vorschläge machen und an Lösungen arbeiten wollen, drehen sich die Verleger im Kreis und legen trotz stundenlanger interner Beratungen kein wirklich verbessertes Angebot vor. Das ist gegenüber dem täglichen Engagement der Journalistinnen und Journalisten respektlos.

    Die Verleger haben ein nur geringfügig verändertes Angebot gemacht, das lediglich vier Prozent mehr Geld, auszahlbar über eine Laufzeit von 36 Monaten in drei Schritten am 1. Juli 2016 und zum 1. Mai 2017 und 2018, ohne dass die Erhöhungsschritte beziffert worden seien. Freie und Pauschalisten sollten die Erhöhungen erst später bekommen.

    „Nachdem bereits in fast allen anderen Tarifbereichen Abschlüsse erzielt wurden, wollen die Kolleginnen und Kollegen jetzt endlich einen fairen Abschluss. Das haben sie mit der breiten Streikbewegung der letzten Tage unmissverständlich deutlich gemacht“, unterstrich Werneke.

    Zum vierten Verhandlungstermin wurden Redaktionen in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hessen bestreikt. Bereits am Wochenende waren zahlreiche Zeitungstitel streikbedingt nur in reduziertem Umfang erschienen: „Journalistische Arbeit hat ihren Wert und dieser Wert muss sich auch in der Bezahlung wieder finden. Mit dieser klaren Haltung gehen wir in die weiteren Verhandlungen“, machte Werneke deutlich. Morgen (16. Juni) werden bereits die Streiks in Baden-Württemberg fort gesetzt. Das ist die erste richtige Antwort auf den Verhandlungsverlauf, weitere werden folgen müssen.

    Die fünfte Verhandlungsrunde findet am 29. Juni voraussichtlich in Berlin statt.

    ver.di fordert für fest angestellte und freie Tageszeitungsjournalistinnen und –journalisten eine Erhöhung der Honorare und Gehälter um fünf Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr Geld.

    Streikbetriebe/Zeitungsredaktionen vom 09.06. bis 15.6., Stand 14.06.2016, 16:00 Uhr

    Baden-Württemberg: Schwäbisches Tagblatt, Tübingen; Redaktionsgesellschaft Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart; Schwarzwälder Bote, Oberndorf; Ludwigsburger Kreiszeitung, Ludwigsburg; Kreiszeitung Böblinger Bote, Böblingen; Nürtinger Zeitung, Nürtingen; Heilbronner Stimme, Heilbronn; Mannheimer Morgen, Mannheim; Hohenloher Tagblatt, Crailsheim; Haller Tagblatt, Schwäbisch Hall; Schwäbische Post, Aalen; Südwest Presse, Ulm; Neue Württembergische Zeitung, Göppingen; Badische Zeitung, Freiburg; Neckar-Chronik, Horb; Esslinger Zeitung, Esslingen

    Bayern: Presse-Druck & Verlags GmbH (Augsburger Allgemeine), Augsburg; Allgäuer Zeitungsverlag GmbH, Kempten; Verlag Nürnberger Presse Druckhaus GmbH & Co.KG (Nürnberger Nachrichten), Nürnberg; Süddeutsche Zeitung GmbH, München; Main-Echo GmbH und Co.KG-Verlag und Druckerei, Aschaffenburg; Frankenpost Verlag GmbH , Hof; HCS-Content Medienwerk GmbH, Coburg; Zeitungsverlag tz München, München; Münchener Zeitungs-Verlag (Münchener Merkur), München; Zeitungsverlag Oberbayern, München; Nordbayerische Verlags GmbH (Nürnberger Zeitung), Nürnberg

    Hessen: FS Medien GmbH (Frankfurter Neue Presse), Frankfurt; Aktive Mittagspause beim Darmstädter Echo, Darmstadt

    Hamburg/Nord: Hamburger Morgenpost, Hamburg; Lübecker Nachrichten, Lübeck; Kieler Nachrichten, Kiel; Ostsee-Zeitung, Rostock

    Niedersachsen/Bremen: Göttinger Tageblatt, Göttingen; Elbe-Jeetzel Zeitung, Lüchow; Neue Presse, Hannover; Hannoversche Allgemeine, Hannover; Braunschweiger Zeitung, Braunschweig

    Nordrhein-Westfalen: Haller Kreisblatt, Halle in Westfalen; Lippische Landes-Zeitung, Detmold; Neue Westfälische, Bielefeld; Westfalen-Blatt, Bielefeld; Mindener Tageblatt, Minden; Herforder Kreisblatt, Herford; Bild (nur Redaktionen in NRW der Axel Springer SE), Düsseldorf; Der Patriot, Lippstadt; Express (nur Düsseldorf-Express GmbH & Co.KG und Mediengruppe DuMont), Düsseldorf; Iserlohner Kreisanzeiger, Iserlohn; Kölner Stadt-Anzeiger (nur Mediengruppe DuMont), Köln; Kölnische Rundschau (nur Heinen-Verlag GmbH), Köln; Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Essen; Panorama Verlags-und Werbegesellschaft mbH, Düsseldorf; Rheinische Post (nur Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft mbH), Düsseldorf; Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Funke Redaktionsgesellschaft NRW), Düsseldorf; Westdeutsche Zeitung (nur Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG), Wuppertal; Westfalenpost (Funke Redaktionsgesellschaft NRW), Essen; Zeitungsverlag für das Hochstift Paderborn, Paderborn