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    dju-Tarifinfo zum Verleger-Angebot

    dju-Tarifinfo zum Verleger-Angebot

    Nullmonate, drei mal 0,8 Prozent, drei Jahre Laufzeit, Einkommensausfälle durch verlängerte Berufsstaffeln

    Wie zu erwarten: Auch die zweite Verhandlungsrunde für die Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten ist ergebnislos geblieben. Allerdings wissen wir jetzt, dass die Verleger nur kaum spürbare Tariferhöhungen anzubieten bereit sind: Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) will innerhalb von 36 Monaten bis Ende 2018 dreimal jeweils zum Juli die Gehälter und Honorare um magere 0,8 Prozent erhöhen. Außerdem sollen für Kolleginnen und Kollegen, die künftig eingestellt werden, die Berufsjahresstaffeln verlängert werden, das würde in Zukunft zu fünfstelligen Einkommensausfällen führen. Dieses Angebot verdient wohl eher die Bezeichnung Zumutung!

    Angebot der Verleger ver.di Angebot der Verleger

    dju fordert 5,0 Prozent

    Die dju in ver.di hat für die Gehälter und Honorare eine Erhöhung um 5,0 Prozent gefordert, plus eine Sockelerhöhung um 200 Euro gerade für die niedrigen Gehälter von Berufseinsteigern. Was der BDZV als Angebot bezeichnet, ist meilenweit von unseren Forderungen entfernt! Wenn auf sechs Leermonate drei mal 0,8 Prozent Erhöhung folgen, kämen die Kolleginnen nur zu einer durchschnittlichen Tariferhöhung von 1, 23 Prozent!

    Verleger mit Erinnerungslücken?

    Zu vergessen scheinen die Verleger-Vertreter auch, dass in jedem der drei Jahre die Einkommen um etwa 0,36 Prozent sinken, weil im letzten Abschluss des Manteltarifvertrages eine stufenweise Absenkung von Jahresleistung und Urlaubsgeld vereinbart werden musste. Die Kolleginnen und Kollegen im Norden sollen sogar noch weniger erhalten und das ganze laufende Jahr auf Erhöhungen verzichten und dann erst jeweils im Januar 2017, 2018 und kurz vor Ende der Laufzeit im Dezember 2018 die 0,8 Prozent erhalten. Das Angebot ist also nur knapp über der Nulllinie. Und selbst das reicht den Verlegern noch nicht.

    Dreist: Verleger wollen Berufsjahresstaffeln verlängern

    So sollen zudem die Berufsjahresstufen nicht wie bisher nach vier, acht und 14 Jahren auf die nächste Stufe angehoben werden sondern um ein, zwei und gar drei Jahre heraus gezögert werden. Die dritte Berufsjahresstufe würde erst im 18. statt dem 15. Berufsjahr erfolgen. Jedes Jahr ohne Stufenerhöhung kostet die kommende Generation der Zeitungsjournalisten dann mindestens 40.163 Euro (die erste Verlängerung um ein Jahr 6.993 Euro die zweite um zwei Jahre 15.552 Euro und die dritte um drei Jahre dann 17.618 Euro, jeweils bezogen auf jetzige Gehälter aus dem Jahre 2015). Damit wollen die Zeitungsverleger einen weiteren Schritt der Einkommensabwertung in den Redaktionen durchsetzen.

    Wie geht es jetzt weiter?

    Am 19. April wird wieder verhandelt – Dabei kommt es auf Euch an, die Kolleginnen und Kollegen in den Tageszeitungsredaktionen. Schon zur Verhandlungsrunde habt Ihr die Forderungen der dju in ver.di bekräftigt. Die Bilder davon findet Ihr weiter unten.

    Nachholbedarf – es darf etwas mehr sein!

    Wir werden den Druck nun weiter erhöhen müssen und deutlich machen, dass nach Dekaden des Reallohnverlustes spürbar mehr Geld auf unserer Agenda steht und dass wir diese „unverschämte“ Forderung offensiv vertreten. Wie das im einzelnen aussehen kann, entscheidet Ihr in den dju-Landesbezirken und euren Verlagen.

    Alle Informationen zur Tarifrunde 2016:
    http://dju.verdi.de/rein/tarifrunde