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    Unzumutbare Forderungen

    Unzumutbare Forderungen

    Berlin, 19. Juli 2013

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die Zeitungsverleger auf offenzulegen, mit welchen konkreten Vorstellungen die Arbeitgeber in die Tarifrunde gehen. „Die Verleger verweigern ein Angebot für Gehälter und Honorare. Sie fordern uns stattdessen auf, Vorschläge zu Verschlechterungen unserer eigenen Tarifverträge zu machen – das ist skurril!“, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke am Ende der ersten ergebnislosen Runde der Tarifverhandlungen für Zeitungsredaktionen am Freitag in Frankfurt/Main. Die nächste Runde der Tarifverhandlungen findet am 23. August 2013 statt.

    Zuvor hatte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in den Verhandlungen mit der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und dem DJV unklare Forderungen zur Verschlechterung von Tarif- und Arbeitsbedingungen vorgetragen, aber nur nebulös von einem möglicherweise schmerzhaften Abschluss gesprochen. Benannt wurden lediglich grobe Themenfelder wie Absenkung der Urlaubsdauer, erfolgsabhängige Bedingungen für Urlaubsgeld/Jahresleistung, die Ausweitung der Urheberechtsklausel, Veränderung der Gehaltsstufensteigerung und Tarifgruppen. Gleichzeitig war ein Angebot für Erhöhungen von Gehältern und Honoraren ebenso wie eine ausführliche Auskunft über die gesamten Pläne des Arbeitgeberverbands für die laufende Tarifrunde ausgeblieben und auf eine Paketlösung verwiesen worden.Der BDZV will regional unterschiedliche Gehälter einführen, womit Verlage in weiten Landstrichen von der allgemeinen Tarifentwicklung abgehängt würden. Außerdem wollen die Arbeitgeber durch spätere Stufensteigerungen und die Streichung einzelner Stufen in der jetzigen Gehaltsstruktur die Einkommen verschlechtern.

    „Die Verleger lassen den nötigen Respekt gegenüber den angestellten und freien Kolleginnen und Kollegen in den Zeitungsredaktionen vermissen. Der BDZV macht keine Angebote und kann oder will nicht einmal präzise die eigenen Vorstellungen zu einem Tarifergebnis benennen. Damit behindern die Verleger den Verhandlungsverlauf. Nach allem was bisher zur Regionalisierung der Tarifentwicklung genannt wurde, halten wir es für Unsinn“, stellte Werneke fest.  Die dju hat für den Gehaltstarifvertrag für die rund 14.000 festangestellten Redakteurinnen und Redakteure sowie Volontärinnen und Volontäre und den Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen eine Erhöhung von Gehältern und Honoraren bzw. Honorarpauschalen um 5,5 Prozent gefordert. Zudem sollen die Tarifverträge künftig auch für Journalistinnen und Journalisten gelten, die überwiegend für Onlineseiten oder auf Mobilgeräten verbreitete Publikationen der Zeitungsverlage arbeiten.