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    Türkische Journalisten nach acht Jahren Haft freigelassen

    Türkische Journalisten nach acht Jahren Haft freigelassen

    Füsun Erdogan freigelassen Kamenka Füsun Erdogan (rechts) endlich freigelassen. Hier mit Ricardo Gutierrez (IJF) und einer Kollegin bei einer Journalistenversammlung in Istanbul

    Drei JournalistInnen nach acht Jahren Haft freigelassen

    Die Europäische JournalistInnen Föderation EJF begrüßt außerordentlich die Freilassung der türkischen JournalistInnen Füsun Erdogan, Bayram Namaz und Arif Celebi, die seit September 2006 fast acht Jahre hinter Gittern verbracht haben. „Wir begrüßen sehr die fantastische Neuigkeit, dass Füsun Erdogan, Bayram Namaz und Arif Celebi nunmehr freigelassen wurden und zu ihren Familien, Freunden und Kollegen zurückkehren können,“ sagte Mogens Blicher Bjerregard, Präsident der EJF

    Die Anwälte der drei JournalistInnen hatte vor Monaten eine Eingabe gemacht, die Bezug auf Gesetzesänderungen zur maximalen Dauer von Untersuchungshaft nahm. Das war aber zurückgewiesen worden. Medienberichten zufolge hat der 20. Hohe Gerichtshof in Istanbul am 8. Mai beschlossen, acht sozialistische AktivistInnen freizulassen. Darunter waren auch Erdogan, die für Özgür Radyo und Bianet arbeitet, sowie Celebi und Namaz, die für die Tageszeitung Atilim tätig sind.

    Der Gerichtshof bezog sich dabei auf Artikel 102/2 des türkischen Strafgesetzes und stellte fest, dass die inhaftierten AktivistInnen freigelassen werden müssen, weil ihre Untersuchungshaft die maximale Dauer von fünf Jahren gemäß der fünften Justizreform der Türkei überschritten hat. Den JournalistInnen ist vorläufig nicht erlaubt, die Türkei zu verlassen.

    „Die Freilassung von Erdogan, Namaz und Celebi gibt uns neue Hoffnung in unserer Kampagne zur Entkriminalisierung von Journalismus in der Türkei. Nun muss es weitergehen für die JournalistInnen, die immer noch in der Türkei hinter Gittern sind,“ sagte Blicher Bjerregard. „Das zeigt uns, dass Gerechtigkeit erreicht werden kann, wenn wir ausdauernd sind.“

    Erdogan, Namaz und Celebi waren im November zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie laut Anklage Mitglieder der terroristischen MLKP sein sollen. Das Urteil des Sondergerichtshofs (der inzwischen abgeschafft ist) schockierte die internationale Journalisten-Gemeinschaft und führte zu einer Reihe an Protesten der EJF und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie von Erdogans Sohn, Aktas Erdogan und Unterstützern. Aktas Erdogan organisierte mehrere Protestaktionen innerhalb der jüngsten internationalen Kampagne für die Freilassung seiner Mutter. Blicher Bjerregard dankte ausdrücklich der niederländischen Journalisten-Gewerkschaft NVJ und der Dänischen Journalisten-Union DJ, die sich unermüdlich in der Kampagne zur Freilassung von Füsun Erdogan eingesetzt haben.

    Gegenwärtig sind noch 32 JournalistInnen in türkischen Gefängnissen. Die meisten von ihnen sind unter den fragwürdigen Anti-Terror-Gesetzen des Landes angeklagt. Die EJF und die Internationale JournalistInnen-Föderation IJF erneuern ihren Aufruf zur Freilassung aller inhaftierter Journalisten in der Türkei, die hinter Gitter kamen, weil sie ihren Job machten.

    Mehr Informationen zur EJF-Kampagne „Lasst Journalisten frei“ unter

    www.ifj.org/campaigns/turkey-set-journalists-free

    Übersetzung von Joachim Legatis, dju Hessen