Nachrichten

    Jugendmedientage in Frankfurt am Main

    Jugendmedientage in Frankfurt am Main

    Auftakt JMT 2014 Susanne Stracke-Neumann Auftakt der JMT 2014 in Frankfurt

    Auftakt mit der Journalistin auf der "Wortwalz", die jungen Leuten Mut macht für den Beruf

    Die Bühne ist bereitet für die Jugendmedientagevom 6 bis 9. November 2014: Auftakt in der Jugendkulturkirche St. Peter in Frankfurt am Main.

    Die Keynote hielt heute Abend Jessica Schober, Journalistin auf der Wortwalz. Sie habe vor zehn Jahren selbst an den Jugendmedientagen teilgenommen. Damals sei "von lauten alten Männern" vor der Krise der Branche gewarnt worden. Bei ihr habe das eine Trotzreaktion hervorgerufen. Ihre Aufforderung an das junge Publikum: "Traut euch", "Sucht euch Gleichgesinnte", "Gebt nicht auf und macht selbst etwas".

    Danach gab es es eine Podiumsdiskussion mit Jessica Schober, Tilo Jung von der Interviewsendung "Jung & naiv", einer türkischen Bloggerin namens Beyhan N., die seit den Gezi-Park-Protesten in zwei Blogs Berichte und Videos von Vertrauensleuten postet, für die Deutschen und die Türken hier wie am Bosporus und in Anatolien, weil aus der Türkei keine "wahren" Nachrichten kämen. Als Vierte in die Runde kam leicht verspätet die staugeplagte Bascha Mika, Chefin der Frankfurter Rundschau.

    Das Thema war "Journalismus? Mach' ich selbst!". Dabei ging es zum Beispiel um die Überprüfung der zugespielten Berichte der "Hobbyjournalistin" (Eigenbezeichnung) Beyhan, die wegen diverser Drohungen wegen ihrer Blogs ohne Nachnamen agiert. Hier grenzten Schober, Jung und Mika deutlich ab: Das sein kein Journalismus, da nicht überprüft und nicht eingeordnet werde. Allerdings, so Bascha Mika, können solche Blogs wichtige Quellen für die Recherchen der Journalisten sein. Aber sie meinte auch: "Ich finde es albern, dass wir uns seit so vielen Jahren immer wieder darüber streiten müssen." Sie forderte, dass es neben den vielen, zersplitterten Öffentlichkeiten auch eine breite, gesellschaftliche Öffentlichkeit geben müsse.

    Anschließend erhielten die vier Preisträger des dpa-Newstalent-Awards ihre Urkunden: Den zewiten Preis errang Lena Niethammer (Berlin) für ihre Reportage "Innocents Dilemma" über die schwierige Versöhnung in Ruanda. Einen ersten Preis erhielt das Mulitmediaprojekt über eine Puppenbauerin in Japan von Fritz Schumann (Berlin), "Im Tal der Puppen". Einen weiteren ersten Preis gabe es für fünf junge Historiker, vertreten von Charlotte Jahnz aus Bonn und Christian Gieseke aus Jena, die in einem ungewöhnlichen Twitter-Projekt "@9Nov38" die Ereignisse der Reichsprogromnacht nachstellten, als würden sie gerade passieren. Ihr nächstes Projekt ist in Vorbereitung und wird sich dem Leben zu Kriegsende 1945 widmen.

    Am Freitag, 7. November, ist die dju mit Anja Willmann in der Kulturkirche bei einer Podiumsdiskussion der "Praktika-Offensive" von dju, DJV und Jugendpresse deutschland vertreten. Es geht um den Mindestlohn und die Praktikanten. Am Freitagabend gibt es dann im Gesellschaftshaus am Plamengarten den dju-Infostand.

    Susanne Stracke-Neumann