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    Trauerzug für Westfälische Rundschau

    Trauerzug für Westfälische Rundschau

    Trauerzug für die Westfälische Rundschau Christof Büttner Trauerzug für die Westfälische Rundschau

    Trauerfeier für die Westfälische Rundschau

    Heute wieder Demonstrationszug mit Kränzen zum Alten Markt in Dortmund

    Seit 11 Uhr waren sie heute wieder unterwegs, die Unterstützer der wegrationalisierten Redaktion der Westfälischen Rundschau. Gestern gab es das letzte "eigene" Blatt, ab jetzt gibt es Zulieferungen. Wieder sind zahlreiche Prominente zur Protesaktion gekommen, darunter der dju-Bundesvorsitzende Ulrich Janßen. Der Dortmunder OB schickte eine Grußadresse.

    Die Rede des dju-Bundesvorsitzenden Ulrich Janßen

    "Meine Damen und Herren, liebe Redakteurinnen Redakteure, liebe freie Journalistinnen und Journalisten der Westfälischen Rundschau,

    ich will mit euch anfangen, den freien Kolleginnen und Kollegen. Viele von Euch haben ebenso wie die fest angestellten Redakteurinnen und Redakteure über Jahre, teils über Jahrzehnte, zusammen mit den Festangestellten den Journalismus der Rundschau geprägt. Wie die festangestellten Kolleginnen und Kollegen wart auch ihr das Gesicht der Rundschau.

    „Rundschau“: Der Name kommt ja nicht von ungefähr. Rundschau heißt: Sich umsehen, genau hingucken, was läuft vor und hinter den Kulissen. Rundschau heißt Überblick. Und das Gegenteil von Überblick heißt: Augen zu. Das WAZ-Managment hat die Augen der Rundschau zugedrückt.

    Euch, den freien Kolleginnen und Kollegen ebenso wie Euch, den Redakteurinnen und Redakteuren, wird die Rundschau verwehrt, wird die Arbeit verwehrt. Und die Existenz geraubt.

    Geiz, Kolleginnen und Kollegen, Geiz ist ungeil. Es ist nicht hinnehmbar, dass der Arbeitgeber, der beileibe nicht verarmt ist, seiner medienpolitische Fehlentscheidung, die Redaktion zu schließen, auch noch eine geradezu beschämende unsoziale Haltung hinzufügt. Geradezu peinlich ist die Ablehnung, zusätzliches Geld für eine Transfergesellschaft zu bewilligen. Das darf nicht das letzte Wort sein.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen des Betriebsrats, eure Forderung nach zusätzlichem Geld, um den Sturz ins Bodenlose abzumildern, ist berechtigt. Sie zeugt nicht von Unbescheidenheit, sondern von Verantwortungsbewusstsein. Und es ist richtig und geboten, auch die freien Kolleginnen und Kollegen beim Thema Sozialplan einzubeziehen. Auch die Freien, die ihre Arbeit durch das Manager-Handeln verlieren, müssen abgefunden werden. Dafür muss zusätzliches Geld bereit gestellt werden. Denn die heimlich geplante Schließung trifft Feste und Freie gleichermaßen überraschend und hart.

    Mein Appell, meine Bitte, meine Forderung an die WAZ-Führung: Lassen Sie die Leute nicht hängen, die Angestellten nicht und die Freien nicht. Erzählen Sie uns nicht, dass Sie sich das nicht leisten können. Millionen und Abermillionen wollen Sie allein aus der Schließung der Redaktion der Westfälischen Rundschau Jahr für Jahr ziehen. Sie können sich das leisten!

    Und die Menschen, die vor zwei Wochen und heute hier auf die Straße gehen für die richtige (!) Westfälische Rundschau, die erwarten von Ihnen soziales Handeln.

    Meine Damen und Herren, alle Konfliktbeteiligten auf Arbeitnehmerseite gehen in diesen Tagen über die Grenze des Zumutbaren. Und massenhaft wird Anteil genommen. Zum Beispiel auf der von ver.di eingerichteten Internetseite „Rundschau retten“. Mehr als 6000 haben da für ihre Zeitung unterschrieben. Wir freuen uns, dass auch viele ver.di-Mitglieder aus anderen Fachbereichen unserer Gewerkschaft sich so stark engagieren. Allen sag ich danke. Und da beziehe ich selbstverständlich die Kolleginnen und Kollegen des DJV mit ein. Und euch und ihnen allen hier auf dem Platz sag ich ebenso: Danke. "

       

    Einen umfassenden Überblick über die Berichte und Diskussionen zu den Ereignissen bei der Westfälischen Rundschau gibt die dju Nordrhein-Westfalen hier.