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    Es geht in die zehnte Runde

    Es geht in die zehnte Runde

    Am 17. April in Berlin: Ein weiterer Verhandlungstermin - ob’s ein entscheidender wird, hängt von der Verhandlungsbereitschaft der Verleger ab

    Für den 17. April haben sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die dju in ver.di und DJV auf einen zehnten Verhandlungstermin für etwa 14.000 Redakteurinnen und Redakteure sowie freie Journalistinnen und Journalisten und Pauschalisten bei Tageszeitungen verabredet. Die Verhandlungen werden also kurz vor Ostern in Berlin fortgeführt.

    Diese Verhandlungsrunde steht für die Verhandlungskommission der dju-Tarifkommission unter entscheidenden Erwartungen und Fragestellungen: Wird der Verlegerverband BDZV noch für ein Tarifergebnis vom Norden der Republik bis in den Süden zur Verfügung stehen oder setzen sich die Auflösungserscheinungen aus der neunten Tarifrunde fort? Haben die Verleger erkannt, dass es den Journalistinnen und Journalisten im Lande verdammt ernst ist mit der Forderung „ein echtes Einkommensplus muss her!“? Sind die Verleger bereit über ihr letztes Angebot von nur zweimal zwei Prozent spürbar hinaus und bei der Laufzeit weit unter drei Jahre zu gehen? Wie sehr sind die Verleger bereit, an dem von Ihnen selbst proklamierten Zukunfts-Wert eines Tarifabschlusses zu arbeiten und selbst zu glauben? Denn dann müssen die zuletzt auch von Spitzenvertretern des Verlegerverbands ausgelagerten neuen Redaktionen außerhalb der klassisch organisierten Verlage in die Geltungsbereiche der Tarifverträge integriert werden, egal ob externe Onlineredaktion oder Redaktionsgesellschaft. Und sind die Verleger endlich bereit, die seit Jahren im besten Falle stagnierenden Pauschalen für Freie in Reaktionsdiensten oder in Reporter-Diensten effektiv anzuheben?  

    Dazu erwartet die dju-Verhandlungskommission vom BDZV, seine bisherigen Positionen zu überdenken und auf die Journalistenseite zuzugehen, um ein Ergebnis zu ermöglichen. Von den Antworten auf all diese Fragen wird abhängen, ob der BDZV beabsichtigt, langsam den Weg zu einem Tarifergebnis für den seit Sommer 2013 offenen Tarifkonflikt zu ebnen. Die dju in ver.di fordert ein Ergebnis mit Gehalts- und Honorarsteigerung von 5,5 %.   In jedem Fall wird über ein möglicherweise erzieltes Tarifergebnis vor dessen Abschluss in der dju-Mitgliedschaft eine Befragung durchgeführt. Sollte der BDZV auf einem nach Bundesländern differenziertem Tarifergebnis beharren, werden auch die dju-Mitglieder in besonders betroffenen Ländern separat zum Tarifergebnis befragt und über dessen Annahme entscheiden.