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    IJF-Sicherheitsgipfel

    IJF-Sicherheitsgipfel

    Zu viele Journalisten sterben für die Pressefreiheit

    Nürnberg, 29. 10. 2012

    Allein seit Anfang dieses Jahres wurden schon mehr als 100 Journalisten und Journalistinnen in Ausübung ihres Berufs getötet. „Zu viele Journalisten und Journalistinnen sterben für die Pressefreiheit”, stellte Jim Boumelha, der Präsident der Internationalen Journalisten-Föderation (IJF), anlässlich eines internationalen Gipfeltreffens zum Thema Sicherheit für Journalisten in Nürnberg fest. Boumelha: “Die Menschen haben überall ein Recht auf unzensierte Informationen, und die Pressefreiheit ist ein wichtiges Menschenrecht. Doch manchen gefällt nicht, was Journalisten und Journalistinnen berichten. Sie werden ausgeschaltet und allzu oft getötet.”

    Die Zahl der Opfer steigt von Jahr zu Jahr, 2010 wurden nach den Zahlen der IJF 94 Journalisten und Journalistinnen getötet, 2011 waren es 106. “Das Leben von Kameraleuten und Fahrern sowie anderen Beschäftigten in den Medien ist ebenfalls oft gefährdet”, beklagte Beth Costa, die Generalsekretärin der IJF. Costa: “Manche Fälle erwecken Aufmerksamkeit, aber die meisten werden nur zu einem weiteren Strich in der Statistik”.

    “Es ist ein Skandal, wie viele Regierungen untätig zusehen, wie Journalisten und Journalistinnen Opfer von Gewalt werden”, so Boumelha. Die gefährlichste Region für Medienvertreter war 2011 der Mittlere Osten und die Arabische Welt mit 32 Toten. Im Irak, in Pakistan und in Mexiko waren es je elf Opfer. In diesem Jahr hält Somalia den traurigen Spitzenplatz mit 16 toten Journalisten seit Januar.

    Das Gipfeltreffen zum Thema Sicherheit für Journalisten hält die Internationale Journalisten-Föderation (IJF) in Zusammenarbeit mit dem Amt für Internationale Beziehungen in Nürnberg mit Vertretern von Journalistengewerkschaften und Experten aus aller Welt ab. Die IJF wird bei ihren Bemühungen von den UN, der UNESCO und dem Internationalen  Roten Kreuz unterstützt. Sie organisiert seit Jahren in etlichen Ländern „Sicherheits“-Trainings und hilft durch einen „Safety Fund“ seit 20 Jahren Journalisten und Journalistinnen, die verletzt wurden. Dem Gipfeltreffen in Nürnberg, das in Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg organisiert wurde, schließt sich die Halbjahrestagung des IJF-Vorstandes an. Die Teilnehmer reisen unter anderem aus Australien wie Zimbabwe, aus Indien wie aus Peru nach Nürnberg an.

    Die Internationale Journalisten-Föderation hat ihren Sitz in Brüssel und vertritt die Interessen von rund 600 000 Journalisten und Journalistinnen in 175 Journalistengewerkschaften in 133 Ländern.

    ViSdP: Wolfgang Mayer, Administrative Committee International Federation of Journalists, +49 171 2079 680

    Zur Abschlusserklärung des Nürnberger Sicherheitsgipfels der Internationalen Journalisten-Föderation