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    Neue Streikwelle verleiht achter Verhandlungsrunde Schub

    Neue Streikwelle verleiht achter Verhandlungsrunde Schub

    07.03.2014

    Tarifrunde für Tageszeitungen wieder am 8. März in Hamburg

    Begleitet von Streiks in Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gehen morgen (8. März) in Hamburg die Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure, Freie und Pauschalisten bei Tageszeitungen in die achte Runde: "Mehr als 1.000 Kolleginnen und Kollegen geben den Verhandlungen nach der letzten großen Streikwelle Mitte Februar weiteren Schub. Sie verstärken unsere Forderungen nach spürbar mehr Geld und einer Ausweitung der Tarifverträge auch auf die Onliner, die im Tagesgeschäft der Redaktionen die gleiche Arbeit machen. Eine klare Absage gibt es an Forderungen der Verlagsvertreter nach sofort und langfristig spürbaren Kürzungen und Einschnitten", erklärte der Verhandlungsführer und stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke.

    Was der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) unter dem Label "Tarifwerk der Zukunft" vorgelegt habe, verdiene eher die Bezeichnung "Tarifwerk der Zumutungen": "Es gehört schon ein hohes Maß an Geringschätzung gegenüber den Beschäftigten dazu, zum Beispiel nach Krankheit über den Zeitraum der Lohnfortzahlung hinaus Urlaubstage streichen zu wollen - da wird die Realität des oftmals krank machenden Arbeitsdrucks in den Redaktionen ausgeblendet und die journalistische Arbeit auf einen reinen Kostenfaktor reduziert, der aus Sicht der Verleger dringend gesenkt werden muss", kritisierte Werneke.

    Thema der Tarifverhandlungen sei es hingegen, die journalistische Unabhängigkeit zu stärken, die wesentlich auch mit wirtschaftlicher Unabhängigkeit der Journalistinnen und Journalisten zusammenhänge, zumal nach mehr als einem Jahrzehnt mit Reallohnverlusten vor allem auch bei den Freien-Honoraren. Auch den Ausbildungsbedingungen und den hohen Anforderungen an eine immer stärkere Spezialisierung müsse Rechnung getragen werden: "Die Zukunft der Redaktionen hängt davon ab, ob es gelingen wird, die besten Kolleginnen und Kollegen im Wettbewerb mit anderen Branchen für die journalistische Arbeit zu begeistern", unterstrich Werneke. Die Streikenden hätten einem Tarifminus eine klare Absage erteilt.

    Bereits in der vergangenen Woche hätte die Tarifkommission der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di grünes Licht für Urabstimmungen und unbefristete Streiks gegeben, sollten die BDZV-Vertreter nicht von ihren Kürzungsvorstellungen abweichen.

    Die dju in ver.di fordert für die Redakteurinnen und Redakteure sowie Freie und Pauschalisten bei Tageszeitungen 5,5 Prozent mehr Gehalt und Honorar, die Ausweitung der tariflichen Geltungsbereiche auf Onliner sowie eine Weiterentwicklung der journalistischen Ausbildung.

    Diese Pressemitteilung beruht auf einer Veröffentlichung der ver.di-Pressestelle.

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