Pressemitteilungen

    dju fordert Bleiberecht für ihr von Abschiebung bedrohtes Mitglied

    dju fordert Bleiberecht für ihr von Abschiebung bedrohtes Mitglied

    19.01.2018

    Seit 35 Jahren in Hamburg - Jetzt soll Kollege mit türkischen Wurzeln ausgewiesen werden

    Die deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in ver.di erklärt ihre uneingeschränkte Solidarität mit ihrem Mitglied und Kollegen Adil Yigit. Die Hamburger Ausländerbehörde hat angekündigt, seine bis Ende Februar befristete Aufenthaltsgenehmigung nicht zu verlängern. Damit droht ihm die Ausreisepflicht in die Türkei.Dort ist aber dem kritischen Journalisten das Gefängnis sicher. Die

    „Adil ist Mitglied bei uns und trägt viel zu unserem Verständnis der aktuellen Vorgänge in der Türkei bei, gerade, was die Inhaftierung kritischer Journalisten oder Schlimmeres dort angeht“, sagt Lars Hansen, Vorsitzender des dju-Landesbezirks Hamburg/Nord. „Bei diversen Veranstaltungen zur Türkei war seine Expertise unschätzbar wertvoll. Dass ausgerechnet er jetzt der Gefahr der politischen Verfolgung ausgesetzt werden soll, halte ich für zynisch und für ein Anzeichen dafür, dass alles Beschwören der Pressefreiheit durch Hamburger Regierungspolitiker mehr Lippenbekenntnis, als wirkliche Überzeugung ist.“

    Adil Yigit lebt seit 35 Jahren in Hamburg und hat damit mehr als die Hälfte seines Lebens hier verbracht. Als freiberuflicher Journalist schreibt er unter anderem für die taz und die „Zeit“ sowie für türkische Exil- und Oppositionsmedien. Er selbst betreibt das Erdogan-kritische Online-Portal „Avrupa Postasi“. Er gehört zu den 32 Journalisten, denen beim G20-Gipfel in Hamburg nachträglich die Akkreditierung entzogen wurde und hat wie acht weitere betroffene KollegInnen, eine weiterhin anhängige Klage gegen diesen Entzug erhoben.

    Der Verdacht, dass der Entzug zumindest in einigen Fällen auf Wunsch der türkischen Regierung geschah, ist bislang nicht ausgeräumt. Als politischer Streiter hat Adil sich bisher intensiv gegen Abschiebungen stark gemacht und unter anderem dafür eingesetzt, dass ein Platz in Hamburg nach dem in Abschiebehaft verstorbenen Kemal Altun benannt wurde. „Dass die Hamburger
    Behörden ihn jetzt abschieben wollen, hat deshalb einen besonders bitteren Beigeschmack“, sagt Lars Hansen.

     

    Lars Stubbe – ver.di FilmUnion

    connexx.av GmbH

    Besenbinderhof 60

    20097 Hamburg

    lars.stubbe@connexx-av.de