Pressemitteilungen

    ver.di für Neugestaltung des Urhebervertragsrechts

    ver.di für Neugestaltung des Urhebervertragsrechts

    14.12.2015

    Rechte der Kreativen müssen gestärkt werden


    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Neugestaltung des Urhebervertragsrechts, die Bundesjustizminister Heiko Maas anstrebt. "Dabei müssen die Rechte der Kreativen an ihrem geistigen Eigentum gestärkt werden. Dazu gehört auch, die derzeit  übliche Praxis, Rechte bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Autors oder der Autorin an den Verlag zu übertragen, einzuschränken. Die  Autorinnen und Autoren brauchen mehr Vertragsfreiheit. Eine  verbesserte Rückholbarkeit von Nutzungsrechten stärkt ihre Verhandlungsposition", sagte der stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Frank Werneke.

    Der Referentenentwurf des Bundesjustizministers sieht ein sogenanntes Rückrufrecht vor, wonach Urheberinnen und Urheber ihre ausschließlichen Nutzungsrechte nach fünf Jahren von den Verlagen zurückholen können. Eine Reihe von Verlagen sowie Autorinnen und Autoren hatten sich vergangene Woche ineinem offenen Brief gegen solch einen Schritt ausgesprochen.

    Werneke führte aus, die aktuelle Praxis, dass Vertragslaufzeiten und damit Rechteübertragungen über die Lebenszeit der Urheberinnen und  Urheber hinaus bestünden, existiere in keinem anderen Zivilrechtsbereich. Eine angemessene finanzielle Beteiligung am  wirtschaftlichen Erfolg sei für die meisten Autorinnen und Autoren  zudem die Ausnahme statt die Regel.

    "Es ist allen bewusst, dass Urheber für den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Werke auf Verleger, Produzenten, Vermittler und andere Verwerter angewiesen sind. Aber eine ewige Rechteübertragung kann dafür nicht die Lösung sein", sagte Werneke. ver.di schlägt
    stattdessen vor, mittels gemeinsamer Vergütungsregeln oder  Tarifverträgen festzulegen, wie ein Rechterückfall praktikabel  ausgestaltet oder abbedingt werden kann, wenn im Gegenzug eine angemessene Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg gewährleistet wird.

    Pressekontakt

    Eva Völpel
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin
    Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
    Fax: 030/6956-3001
    E-mail: pressestelle@verdi.de