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    Tarifverhandlungen für Zeitungen im Norden

    Tarifverhandlungen für Zeitungen im Norden

    29.07.2014

    Verleger wollen Bundesabschluss deutlich unterlaufen

    Ohne Ergebnis sind heute, am 29. Juli 2014, in Hamburg die Tarifverhandlungen für die Zeitungsverlage in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu Ende gegangen. Der Verband der Zeitungsverlage Norddeutschlands (VZN) hatte zuvor gefordert, künftigen Redakteurinnen und Redakteuren deutlich niedrigere Leistungen zu bezahlen als in den anderen Bundesländern. Für die restlichen Bundesländer war am 24. April 2014 ein Tarifergebnis zwischen dem Bundesverband der Deutschen Zeitungsverleger (BDZV) auf der einen Seite und der deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
    (ver.di) sowie dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) auf der anderen Seite erzielt worden.

    Obwohl die VZN damals an den bundesweiten Tarifverhandlungen beteiligt war, wollten die Nordverleger das Ergebnis schließlich nicht akzeptieren. Stattdessen wollen sie nun eine niedrigere Jahresleistung Weihnachtsgeld sowie ein abgesenktes Urlaubsgeld durchsetzen. So sollen neu eingestellte Redakteurinnen und Redakteure nur noch ein 13. Gehalt statt der im Bundesabschluss vorgesehenen
    13,5 Monatsgehälter bekommen. Außerdem sollen Alt- und Neubeschäftigte nach dem Willen der Verleger nur eine Gehalts- bzw.
    Honorarsteigerung von zwei Prozent ab Juli 2014 und 1,8 Prozent ab Juli 2015 bekommen, das sind insgesamt 3,8 Prozent. Dem gegenüber steht ein Bundestarifvertrag mit einem Einkommenszuwachs von insgesamt vier Prozent. Die Nordverleger fordern zudem eine Laufzeit bis Ende Juni 2016 - sechs Monate länger als die vereinbarte Laufzeit im Bundestarifvertrag für Zeitungsredaktionen.

    "Die Verschlechterungen im Vergleich zum Bundestarifvertrag sind inakzeptabel. Die Nordverleger hatten in elf Verhandlungsrunden auf Bundesebene die Chance, ihre Forderungen einzubringen und sie haben diese Chance genutzt. Nun versuchen sie in einem 'Wünsch-dir-was', für einzelne Verlage an der Ost- und Nordseeküste geringere Tarifsteigerungen und schlechtere Bedingungen für Berufseinsteiger zu verhandeln. Das Manöver wird in den Redaktionen sicherlich zu Widerspruch führen," sagte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel. Er bedankte sich bei den Kolleginnen und Kollegen der Rostocker Ostsee-Zeitung, die am Sonntag und Montag bereits vor der Verhandlung mit Streiks deutlich machten, dass sie zu keinen weiteren Abstrichen vom bisherigen Bundestarifergebnis bereit sind.

    Die Tarifverhandlung wird am 12. August in Hamburg fortgesetzt. Der Tarifvertrag ist seit zwölf Monaten ausgelaufen.

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    Eva Völpel
    ver.di-Bundesvorstand
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