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    Türkei: ver.di fordert sofortige Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner und der weiteren Inhaftierten

    18.07.2017

    Mit Bestürzung und scharfer Kritik reagiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf die Nachricht neuerlicher Verhaftungen in der Türkei. Bereits vor knapp zwei Wochen sind zehn Menschenrechtler festgenommen worden. Gegen sechs von ihnen wurde wegen des Vorwurfs der Unterstützung einer Terrororganisation diesen Dienstag Untersuchungshaft verhängt. Unter ihnen befindet sich der deutsche Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner, der in Istanbul zum Zeitpunkt seiner Verhaftung laut Medienberichten einen Kurs unter anderem in IT-Sicherheit und im Umgang mit Stress und Trauma gegeben hatte.

    "Das ist eine neue Eskalationsstufe. Präsident Recep Tayyip Erdogan will offensichtlich sämtliche zivilgesellschaftlichen Strukturen in der Türkei zerschlagen. Die Vorwürfe gegen Peter Steudtner sind vollkommen aus der Luft gegriffen. Es geht hier um einen Frontalangriff auf die Menschenrechtsbewegung insgesamt. Sämtliche Unterstützung für deren Arbeit soll unterbunden werden. Peter Steudtner und die anderen Inhaftierten, darunter auch die Journalisten Deniz Yücel und Mesale Tolu, müssen sofort freigelassen und die Ermittlungen eingestellt werden", forderte Cornelia Haß, Geschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di.

    Sie forderte zudem: "Die Bundesregierung muss sämtliche Mittel konsequent nutzen, um die Freilassung aller inhaftierten Deutschen zu erwirken. Auch in anderen Fällen muss dann, wenn es anstehen sollte, die Unterstützung für ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte durch die Bundesregierung erfolgen, wie jetzt im Fall Deniz Yücel."

    Pressekontakt

    Eva Völpel
    ver.di-Bundesvorstand
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