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    Journalisten im Südwesten unterbrechen Streik

    Journalisten im Südwesten unterbrechen Streik

    02.04.2014

    Notfalls soll regional verhandelt werden

    Die seit dem 21. März in Baden-Württemberg andauernden landesweiten Streiks werden ab heute unterbrochen. Rund 300 Redakteurinnen und Redakteure, Pauschalisten und Pauschalistinnen und freien Journalisten an Tageszeitungen in Baden-Württemberg forderten auf ihrer gestrigen Streikkonferenz einen Vorratsbeschluss ihrer Tarifgremien, um mit den Zeitungsverlegern auf Landesebene Tarifverträge zu verhandeln und abzuschließen.

    Der Mediensekretär der dju in ver.di, Gerhard Manthey, erklärte dazu: " Wenn unsere Verhandlungsgremien nach eingehender Prüfung der Praxis feststellen müssen, dass die Mitgliedsverbände des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) einen bundesweiten flächendeckenden Tarif nicht mehr zustande bringen, dann steht der Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) in der sozialpolitischen Pflicht, dieses tarifliche Regelwerk auf Landesebene zu verhandeln."

    Sofern die Verleger es vorzögen, lieber in die Abteilung "Ohne-Tarifvertrag" des Arbeitgeberverbandes zu wandern, würden die Journalisten und ihre Organisationen eine breite öffentliche Diskussion in Wirtschaft und Politik über Pressefreiheit, Qualitäts-Journalismus und Tarifverträge beginnen, so Manthey: "Wer ein Tarifwerk Zukunft will, muss auch bereit sein Tarifverträge entsprechend zu gestalten und abzuschließen." Dies würde, falls notwendig , von den Betroffenen auch mit längeren Streiks untermauert.

    Anlässlich der neunten Verhandlungsrunde vergangene Woche in Berlin sahen sich die Mitglieder der BDZV-Verhandlungskommission außerstande, zu einer zufriedenstellenden Einigung mit den Gewerkschaften in der Gehaltsfrage zu kommen. Sie unterbrachen die Verhandlungen. Einen neuen Termin gibt es nicht. Die endgültige Bestätigung ob dies so bleibt oder ob es doch noch eine Einigung auf Bundesebene gibt, wird in sehr absehbarer Zeit deutlich werden.

    Die baden-württembergischen Journalisten warten auf die Entscheidungen und Klärungen auf Bundesebene und sind danach jederzeit bereit, den Arbeitskampf um "Kein Minus im Manteltarif-Vertrag und ein reales Plus im Geldbeutel" wieder aufzunehmen.

    Am gestrigen Nachmittag hatten über 250 Journalisten und Journalistinnen in der Stuttgarter Innenstadt mit einem Demonstrationszug und zwei Kundgebungen deutlich gemacht, dass sie die Unterbrechung der bereits acht Monate dauernden Tarifverhandlungen ohne Termin als Affront auffassen.

    Die Streiks an über siebzehn Zeitungsverlagen in Baden-Württemberg hatten am Freitag, dem 21. März, begonnen und umfasstne in dieser Zeit bis Mittwoch Morgen folgende Zeitungen:

    Heidenheimer Zeitung, Südwestpresse Ulm, Südwestpresse Ehingen, NWZ Göppingen, Nürtinger Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung, Esslinger Zeitung, Reutlinger Generalanzeiger, Schwäbisches Tagblatt Tübingen, Ludwigsburger Kreiszeitung, Hohenloher Tagblatt, Heilbronner Stimme. Mannheimer Morgen, Fränkische Nachrichten, Rhein-Neckar-Zeitung, Geislinger Zeitung, Waiblinger Kreiszeitung, Winnender Zeitung, Welzheimer Zeitung und Schorndorfer Nachrichten. Einige Zeitungen streikten tageweise, die Mehrheit ununterbrochen.

    Viele Zeitungsprodukte waren unaktuell und geringer im Umfang. Die gewohnte Qualität war stark eingeschränkt. Zeitweise waren es auch bis zu 400 Streikende, da Kolleginnen und Kollegen aus Hessen und Bayern zu den diversen Streikkundgebungen in Mannheim, Rottweil Stuttgart, Ulm und Heidelberg hinzukamen.

    Die Streikenden bedauern dies, sehen aber keine andere Möglichkeit, um die Qualität der Zeitung mit guten Arbeitsbedingungen zu erhalten.

    Kontakt: Gerd Manthey 0172 7260105

    Pressekontakt

    Andreas Henke
    Pressestelle
    ver.di-Landesbezirk Baden-Württemberg
    Theodor-Heuss-Straße 2 / Haus 1, 70174 Stuttgart
    701734 Stuttgart
    Tel.: 0711/88788-2390
    Email: andreas.henke@verdi.de