Aus- und Weiterbildung

    Praktika

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    Journalistische Praktika

    Tipps für Praktika in den Medien dju Journalismus konkret  – Tipps für Praktika in den Medien

    Seit Jahren diskutieren Medien und Politik über die "Generation Praktikum", die es vor allem in den Medien gibt. Deshalb haben junge Mitglieder der dju haben haben zusammen mit der Jugendpresse Deutschland und dem Deutschen Journalisten-Verband die Praktika-Offensive ins Leben gerufen und gemeinsame Richtlinien für journalistische Praktika veröffentlicht. Inzwischen ist durch das Mindestlohngesetz wenigstens eine Bezahlung für freiwillige Praktika vorgesehen, die länger als drei Monate dauern.

    Unsere Richtlinien für gute und faire Praktika sehen vor, dass jeder Praktikant einen Vertrag erhält, in dem unter anderem Dauer, Betreuung und eine leistungsgerechte Vergütung des Praktikums sowie Haftungsfragen geklärt werden.

    Praktika und Programme im Ausland Susanne Stracke-Neumann Praktika und Programme im Ausland  – Praktikavermittler, Stipendien, Austauschprogramme

    Jedem Praktikanten sollte ein qualifizierter Betreuer zur Seite stehen. Darüber hinaus dürfen Praktika nicht länger als sechs Monate dauern. In dieser Zeit sollten Praktikanten mehrere redaktionelle Arbeitsbereiche kennen lernen.

    Keinesfalls dürfen durch ihren Einsatz feste Arbeitsplätze eingespart werden.

     

    Die Broschüre "Praktika und Programme im Ausland" kann unter dju-campus@verdi.de bestellt werden.

     

     

     

    • Praktikanten in der Filmwirtschaft

      Fehlende Wertschätzung

      Praktikanten in der Filmwirtschaft sollen bis zu 12 Monate Dauer keinen Mindestlohn bekommen, fordert die Produzentenallianz.

      Dazu sagt Frank Werneke, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie und Vize-Vorsitzender von ver.di: "Obwohl Praktikantinnen und Praktikanten beim Film über viele Monate und mit hohem Engagement Leistung erbringen, will die Produzentenallianz die Betroffenen ohne auch nur halbwegs angemessene Bezahlung abspeisen. Aus Sicht der Filmwirtschaft ist das ein attraktives Geschäftsmodell - für die Betroffenen jedoch ein unerträgliches Ausmaß an fehlender Wertschätzung für ihre Arbeit. Und es ist zu befürchten, dass dann in den Produktionsfirmen und am Film-Set noch mehr Praktikantinnen und Praktikanten eingesetzt werden", warnte Werneke.

      Zur Pressemitteilung

    • Billig arbeiten fürs Fernsehen?

      "Tante Lina" berichtet im ver.di-Mitgliedernetz von üblen Erfahrungen in der Medienbranche

      "Ich habe mal wieder ein tolles Beispiel unserer Generation Praktikum erlebt:
      Eine Hamburger Produktionsfirma, die regelmäßig Beiträge bei Sendern wie Pro7, RTLII, ARD, NDR, ZDF unterbringt, schreibt ein Volontariat aus - soweit so gut. Auf die Einladung zum Bewerbungsgespräch habe ich mich wirklich gefreut. Das ernsthaft unterbreitete Angebot hat mir dann allerdings die Sprache verschlagen: Bedingung für das Volontariat ist ein 3-monatiges Praktikum vergütet mit sage-und-schreibe 250 Euro im Monat!!!

      Dazu muss man sagen, dass ich eine Ausbildung, einen Uni-Abschluss und bereits diverse andere absolvierte Praktika in der TV-/Medienlandschaft vorzuweisen habe. Wann darf ich endlich anfangen, richtig zu arbeiten und dafür auch Geld zu bekommen? Nach den 3 Monaten Praktikum bei besagter Firma wäre der Vertrag für ein Volontariat nicht einmal sicher! Und würde man es schaffen, erhält ein Volontär im ersten Jahr 850 Euro brutto (!!!), im zweiten satte 100 Euro mehr. Plus Provision bei verkauften Beiträgen. Ein Leben in Hamburg ist damit nicht zu finanzieren!!!

      Warum wird man in dieser Branche immer noch so offensichtlich unterhalb der finanziellen Belastungsgrenze entlohnt? Auch von Kolleginnen höre ich die schlimmsten Sachen. Eine macht seit 4 Monaten "Praktikum" in der PR-Abteilung der ZEIT. Mit unter 400 Euro und ohne Aussicht auf Übernahme macht sie die selben Aufgaben wie ihre Chefin. Und um sich das Leben überhaupt finanzieren zu können, geht sie nach 40 Stunden auch noch einem Mini-Job nach. Wer sich an dieser Stelle fragt, warum man so blöd ist und darauf eingeht, dem sei gesagt, dass mindestens 100 andere Absolventen auf so einen Job hoffen, um überhaupt einen Fuß in diese Branche zu bekommen!

      Wenn ich höre, was Verleger, Chefredakteure und diese ganzen Visagen im Fernsehen verdienen, wird mir echt schlecht. Sie sollten sich mal fragen, auf welchem Rücken sich die deutsche Medienlandschaft etabliert hat und ob sie das ganze System noch gerecht finden. Ich habe nicht das Gefühl, dass ihr Nachwuchs aufgerichtet in die Zukunft blicken kann."

       

    • Praktika-Offensive fragt öffentlich-rechtliche Sender

      Wie haltet ihr es mit Praktikanten und Hospitanten?

      Eine Umfrage bei den Rundfunkanstalten der ARD, beim ZDF, dem Deutschlandsender und der Deutschen Welle hat es zutage gebracht: Praktikanten und Hospitanten sind den Sendern sehr unterschiedlich viel wert. Das reicht von 600 Euro im Monat bis zu Nullkommanix.

      Die genaue Aufstellung findet ihr jetzt ganz neu auf der Seite der Praktika-Offensive.

       

    • Lust auf Ausland?

      Tipps für Praktikanten und junge Journalistinnen:

      Auf 46 Seiten stellen wir Organisationen, Stipendien, Bewerbungsvoraussetzungen, Visabestimmungen und vieles mehr vor.

      2. Auflage 2006
      dju Schriftenreihe 19/06
      W-1786-19-0606

      Die Broschüre kann mit Angabe der Postadresse bestellt werden bei: dju-campus@verdi.de

    • Journalistische Praktika müssen bezahlt werden

      JPD, dju und DJV  fordern Medienunternehmen  und Politik zum Handeln auf

      Vier Tage und drei Nächte Medien zum Anfassen sind zu Ende: 500 Nachwuchsjournalisten kamen vom 14. bis 17. Oktober in München zusammen, um gemeinsam bei den Jugendmedientagen 2010 mit Medienprofis und Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur über das Thema „Mehr als 140 Zeichen – Medien und Ökonomie“ zu debattieren.

      Die Jugendpresse Deutschland (JPD) hat gemeinsam mit der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) und dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) die Wünsche und Forderungen in Diskussionsrunden, Medieneinblicken und Erzählcafés der vergangenen vier Tage zusammengefasst:

      Im Abschlusskommuniqué der Jugendmedientage 2010 fordern die drei Verbände gemeinsam Medienunternehmen auf, journalistische Praktika zu bezahlen. Auch die Politik soll hier aktiv werden und Praktika gesetzlich regulieren. Ferner fordern JPD, DJV und dju die Medienunternehmen auf, den journalistischen Nachwuchs stärker zu fördern und systematisch weiterzubilden. „Insbesondere die Verlage müssen wieder deutlich machen, dass sie an den professionellen Journalismus glauben“, sagt Christian Wermke, Mitglied im JPD-Bundesvorstand. In diesem Zuge solle auch die Auslagerung von Mitarbeitern in verlagseigene Zeitarbeitsfirmen gestoppt werden. Das Outsourcing von Volontariatsstellen in verlagseigene Journalistenschulen kritisieren die Jugendpresse Deutschland, die dju in ver.di und der DJV ebenfalls.


      Weitere Forderungen des Abschlusskommuniqués:

      • „Wir fordern von den Medienunternehmen, auch freie Journalistinnen und Journalisten gerecht zu bezahlen.“
      • „Lokale Redaktionen dürfen nicht eingestampft werden, da die Leserinnen und Leser Informationen aus der Region brauchen.“
      • „Wir fordern von den Bundes- und Landesregierungen, keinen Einfluss mehr auf Entscheidungsgremien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu nehmen.“
    • Praktikum in der PR

      Dass Praktikanten häufig zum Nulltarif schuften sollen, kennen viele, die sich im Journalismus oder der Öffentlichkeitsarbeit auf die Suche nach einem Platz machen. Da kann der jüngste Honorarspiegel der Deutschen Public Relations Gesellschaft ein bisschen Mut machen um mehr zu verhandeln. Er verzeichnet als Durchschnittsbezahlung für Praktikanten im Jahr 2007 rund 430 Euro, für PR-Volontäre ein Durchschnittsgehalt von zirka 1300 Euro.

    • Beim Praktikum versichert

      Schüler und Studierende sind - wie alle Arbeitnehmer - während eines Ferienjobs oder Praktikums bei Arbeitsunfällen gesetzlich versichert. Darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung zum Ferienbeginn hin. Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz ist für die Versicherten beitragsfrei. Die Kosten trägt allein der Arbeitgeber. Dessen Unfallversicherungsträger ist auch für die Ferienjobber oder Praktikanten zuständig. Die Personalabteilung kann darüber Auskunft geben, welcher Unfallversicherungsträger das im Einzelnen ist. Nicht versichert über die deutsche gesetzliche Unfallversicherung ist, wer einen Ferienjob oder ein Praktikum im Ausland annimmt. Das gilt in der Regel auch dann, wenn es sich bei dem Arbeitgeber um ein deutsches Unternehmen handelt. Betroffene sollten sich deshalb schon vor der Abreise über die Absicherung gegen Arbeitsunfälle im Gastland informieren.

      Mehr Infos unter www.dguv.de/inhalt/presse/2009/Q2/ferienjob/index.jsp 

    • Praktikanten sind doch etwas wert

      Das Arbeitsgericht Kiel urteilte, dass der arbeitnehmeraehnliche Einsatz von Praktikanten entsprechend verguetet werden muss, wenn Ausbildungs- und Arbeitszeiten in keinem angemessenen Verhaeltnis zueinander stehen. (ArbG Kiel, 19.11.2008)
      Um die Ausbeutung von Praktikanten als billige Arbeitskraefte zu verhindern, kann auch der Betriebsrat etwas tun. So hat die Bavaria-Film eine Betriebsvereinbarung zur Beschaeftigung von Praktikanten abgeschlossen. Sie regelt unter anderem Dauer, Verguetung, Arbeitszeit, Urlaub und aehnliche elementare Rahmenbedingungen fuer deren Beschaeftigung. Zur Nachahmung empfohlen, sagt Kathlen Eggerling von connexx.av: http://www.connexx-av.de/ 

    • Mini-Schutzschirm für Medienpraktikanten?

      Regulierung durch Parlament gescheitert – Betriebsräte sollen aktiv werden - BDA behauptet: Ausbeutung „nur in Einzelfällen“

      „Generation Praktikum“ – ein Schlagwort hat in den vergangenen Jahren Karriere in den Medien gemacht. Kein Wunder, wissen Journalistinnen und Journalisten doch oft genau, worum es geht. Denn in Redaktionen kommen Praktikanten mit Studienabschluss, die in die Arbeitsabläufe voll integriert sind, besonders häufig vor. Deshalb hat die Praktika-Offensive der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union dju in ver.di, des Deutschen Journalisten-Verbands und der Jugendpresse Deutschland Ende März im Berliner ver.di-Haus zur Diskussion geladen: „Praktika gesetzlich regulieren – Fluch oder Segen?“ hieß die Frage an das  Podium.

      Fünf waren sich einig, nur einer opponierte: Staatssekretär Klaus Brandner und Abgeordnete Anette Kramme von der SPD, der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring, Jessica Heyser von der DGB-Jugend und Julia Balanowski als Vertreterin der Praktika-Offensive forderten eine gesetzliche Regelung des Praktikums(un)wesens, wie es besonders im Medien- und Kulturbereich zu finden ist. Vor einer „Überregulierung“ warnte dagegen Roland Wolf von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), der keinerlei Handlungsbedarf erkennen konnte, da die Ausbeutung von Praktikanten „nur Einzelfälle“ seien.

      Vor zwei Jahren hatte es eine „Rekordpetition“ zur gesetzlichen Regulierung der vielfach unbezahlten Praktika in den Bundestag geschafft. „Das Gesetz ist fertig, es könnte morgen eingebracht werden“, unterstrich Brandner, Staatssekretär im Arbeitsministerium, „aber es findet keine parlamentarische Mehrheit.“ Denn die CDU/CSU zuckte im letzten Moment zurück. Damit ist der Versuch, die Praktika zu regeln, für diese Legislaturperiode wohl erledigt.

      Nach den Vorstellungen der Befürworter sollten Praktika per Vertrag mit klaren Ausbildungszielen, Dauer und Zeugnis geregelt werden. Praktika nach einem Hochschulabschluss, einem Berufsabschluss also, müssten abgelehnt werden, erklärten die Politiker von SPD und Grünen. Arbeitgebervertreter Wolf hielt dagegen, nicht jedes Studium qualifiziere für einen Beruf.

      Der Titel „Praktikum“ kaschiere oft nur einen „Arbeitsmissbrauch“, erklärte Brandner:  Der Betriebsrat des Berliner Verlags widerspreche grundsätzlich jeder Praktikumsbeschäftigung für Hochschulabsolventen, sagte Vorsitzende Renate Gensch. Betriebs- und Personalräte müssten endlich gegen den Praktikumsmissbrauch in ihren Häusern aktiv werden.

       „Wenn die Unternehmer keine gesetzliche Regulierung wollen, warum haben sie dann nicht bei unserer Initiative mitgemacht um freiwillige Standards zu setzen?“, fragte Balanowski in der Abschlussrunde. „Für mich als MdB ist es ein stückweit deprimierend, dass es bisher nicht geklappt hat Praktika zu regulieren und dass die Politik keinen Mini-Schutzschirm aufgespannt hat“, sagte Gehring mit Blick auf die Wirtschaftskrise. Als letzte in der Runde bemerkte die SPD-Abgeordnete Kramme: „Der Wähler entscheidet und er kann sich orientieren an Themen wie Praktika, Mindestlohn und Zeitarbeit.“

    • Richtlinien der Praktika-Offensive im Journalismus

      Präambel

      Um in den Beruf des Journalisten einzusteigen, werden von jungen Journalisten im Rahmen ihrer Ausbildung Praktika absolviert, die ihnen Einblick in den Beruf, Erfahrungen in der journalistischen Arbeit und Kontakte vermitteln. Die Partner der "Praktika-Offensive" wollen mit ihrer Arbeit in Selbstverpflichtung die Qualität der journalistischen Praktika verbessern, Standards als Empfehlungen für Praktikanten und Praktika-Betreuer vorlegen und auf deren Umsetzung hinwirken.

      Dazu haben sich die Partner der "Praktika-Offensive" auf folgende Punkte geeinigt:

      1. Vor Beginn des Praktikums wird ein Vertrag geschlossen, in dem folgende Punkte geregelt sind: Dauer, Lernziele des Praktikums, Betreuer/in, Vergütung, Zugriff auf einen Arbeitsplatz, Arbeitszeit und Urlaub, Krankheitsregelungen, Haftung und Urheberrecht.

      2. Mit Beginn des Praktikums wird der/die Praktikant/in über seine/ihre Rechte (bspw. Zuständigkeiten des Betriebs- oder Personalrates, Arbeits- und Ruhezeiten) und Pflichten (bspw. Verschwiegenheit, Weisungsgebundenheit) informiert.

      3. Der/Die Praktikant/in soll eine leistungsgerechte Vergütung erhalten. Journalistische Beiträge werden vergütet. Ausnahmen von dieser Regelung stellen Pflichtpraktika in der Schulzeit dar.

      4. Das Praktikum dauert maximal sechs Monate.

      5. Der/Die Praktikant/in erhält eine fundierte Einführung und lernt im Laufe seines/ihres Praktikums mehrere redaktionelle Aufgabenbereiche kennen.

      6. Dem/der Praktikant/in steht ein/e qualifizierte/r Betreuer/in zur Seite, der grundlegende Informationen zur Verfügung stellt, Anregungen und Feedback zur Arbeit gibt und ihn/sie nach Halbzeit in einem persönlichen Gespräch beurteilt.

      7. Der Einsatz von Praktikanten darf nicht dazu führen, dass Voll- oder Teilzeitstellen eingespart werden. Im Vordergrund des Praktikums stehen die Begleitung der redaktionellen Tätigkeit und dadurch der Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen.

      8. Praktikanten werden nicht mit der vagen Aussicht auf ein anschließendes Mitarbeiter-Verhältnis angelockt.

      9. Nach Abschluss des Praktikums hat der/die Praktikant/in Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, das von dem/der Betreuer/in und/oder der Geschäftsführung/der Personalleitung unterschrieben ist. Das Zeugnis muss Angaben über Art, Dauer, Inhalte und Ziele des Praktikums sowie über die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse des/der Praktikant/in enthalten. Auf Verlangen des/der Praktikant/in sind auch Angaben über besondere fachliche Qualifikationen aufzunehmen.